Die sechs Schwäne (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Die sechs Schwäne
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Karola Hattop
Drehbuch Inès Keerl
Produktion Götz Brandt
Ingelore König
Paul Markurt
Musik Moritz Denis
Eike Hosenfeld
Tim Stanzel
Kamera Konstantin Kröning
Schnitt Melanie Werwie
Besetzung

Die sechs Schwäne ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2012. Die Verfilmung des gleichnamigen Märchens ist eine Produktion des ZDF im Rahmen der Filmreihe Märchenperlen und wurde am 26. Dezember 2012 zum ersten Mal ausgestrahlt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bauer Heinrich hat sechs Söhne, die nichts als Unsinn im Kopf haben. Beim Spielen stecken sie aus Versehen den Hof in Brand, und noch während der Löscharbeiten setzen bei Heinrichs schwangerer Frau die Wehen ein. Die schwere Geburt lässt das schlimmste befürchten, und so schickt Heinrich seinen jüngsten Sohn Benjamin mit dem Wasserkrug an den See, um eine Nottaufe vorzubereiten. Die anderen Jungen nehmen das Problem jedoch nicht ernst, sie planschen im See und werfen einander den Krug zu, bis er schließlich zerbricht. Heinrich ist außer sich vor Zorn, da er um die Seele des Kindes fürchtet, und verflucht seine Söhne, sie mögen alle für immer aus seinen Augen verschwinden. Zu seinem Entsetzen werden die Jungen daraufhin in Schwäne verwandelt und fliegen davon.

Wider Erwarten stirbt die Mutter, das Kind überlebt. Das Mädchen Constanze wächst behütet und glücklich auf. Erst an ihrem 18. Geburtstag erfährt sie, dass sie sechs Brüder hatte. Wütend auf ihren Vater, der ihr das verschwiegen hatte, fährt Constanze über den nächtlichen See. Am anderen Ufer erscheinen ihr die sechs Brüder, die Constanze zunächst für Geister hält, weil sie nicht mehr gealtert sind. Sie berichten ihr jedoch von ihrem Fluch, der sie schon bald wieder in Schwäne verwandeln wird. Constanze erfährt, dass sie den Fluch brechen kann, indem sie sechs Jahre schweigt und sechs Hemden aus Brennnesseln webt. Dann fliegen die Jungen wieder als Schwäne davon. Constanze beginnt augenblicklich ihr Schweigen und verlässt den Hof ihres von Reue geplagten Vaters ohne ein Abschiedswort.

Während sie mehrere Jahre zurückgezogen im Wald lebt und die Hemden näht, findet sie der Prinz des Königreichs, Markus, und nimmt die vermeintlich Stumme mit auf sein Schloss. Zum Missfallen seiner Mutter, der Königin, heiratet Markus Constanze, die er "seine Fee" nennt und die ihm trotz ihres Schweigens sehr nahe steht. Nach der Hochzeit taucht Heinrich bei einer Audienz auf und versucht, mit Constanze zu sprechen. Als sie davonläuft, vertraut er sich der Königin an. Diese nutzt das Wissen um Constanzes Brüder aus, um sie zu quälen; sie lässt nun mit Vorliebe Schwanenbraten vor deren Augen servieren. Constanze ist mittlerweile schwanger, doch noch immer schleicht sie nachts aus dem Schloss, um Brennnesseln zu sammeln und zu Garn zu verarbeiten, sehr zur Beunruhigung der Dienerschaft, die ihr nächtliches Treiben für Hexerei hält. Die Königin lässt alle Brennnesseln weitläufig ausreißen. Als eines Tages die sechs Schwäne über den Hof fliegen, verlangt sie von ihrem Sohn, er möge ihr einen davon abschießen – Constanze stößt den Prinzen in ihrer Verzweiflung zu Boden.

Markus verlangt von seiner Frau, mit dem Weben der Hemden aufzuhören, doch sie weigert sich. Nachts folgt er ihr nach draußen, wo Constanze von ihren Brüdern besucht wird. Im Nebel hält der Prinz die Schwäne, die um Constanze kreisen, für Geister. Als der Prinz tags darauf von Fieber geplagt wird, schüren die Königin und ihr Hofmeister die Gerüchte um Constanze und deren Hexerei. Constanze bekommt überraschend Besuch von ihrem Vater, der ihr trotz ihres Grolls helfen will und ihr eine Medizin für den Prinzen gibt. Markus wird tatsächlich gesund und versöhnt sich über der Geburt des gemeinsamen Sohns mit Constanze.

Der Hofmeister und die Königin wollen sich endgültig Constanzes entledigen. Sie entführen das Kind und lassen Constanze so aussehen, als hätte sie ihr Kind ermordet. Constanze, die sich ohne zu sprechen nicht gegen die Anschuldigungen wehren kann, wird zum Tod verurteilt. Als der Scheiterhaufen schon in Flammen steht, fliegen die Schwäne über den Hof, und Constanze wirft ihnen die Hemden über. Ihre Brüder, wieder in Menschen zurückverwandelt, retten sie aus dem Feuer. Gleichzeitig trifft Heinrich mit dem unversehrten Kind ein; er ist dem Hofmeister in den Wald gefolgt, als dieser das Kind weggebracht hatte. Constanzes Unschuld ist bewiesen und der Prinz entmachtet die der Lüge überführte Königin, die von ihren Untertanen aus dem Schloss gejagt wird. Markus wird neuer König und Constanze, endlich von ihrem Schweigen erlöst und mit ihrem Vater versöhnt, seine Königin.

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedreht wurde hauptsächlich am Geiseltalsee, im Ziegelrodaer Forst, im Kloster Memleben, auf der Burg Querfurt und auf der Neuenburg sowie Burg Kriebstein.

Märchenursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Beginn des Märchens stammt aus Die sieben Raben, da den Brüdern vom Vater ein Fluch auferlegt wird. Jedoch streiten sich in jenem Märchen die Brüder um den Krug zum Wasser schöpfen, im Film hingegen sind die Brüder vom Spiel abgelenkt, einzig der Jüngste will Wasser holen.
Das Märchen Die sechs Schwäne steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der 1. Auflage von 1812 als Nr. 49.
Das Kunstmärchen Die wilden Schwäne von Hans Christian Andersen aus dem Jahre 1838 diente ebenfalls als Vorlage u.a. das Sammeln der Brennnesseln auf einem Friedhofsgelände.
In allen diesen Märchen findet sich der Jüngste Bruder am Ende mit einem Schwanenflügel wieder, dies wird im Film ausgelassen.
Das Motiv des nicht sprechen könnens findet sich auch in Andersens Die kleine Meerjungfrau, hierbei wird sie jedoch für den Tauschhandel mit der Meereshexe mit Beinen belohnt.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm bezeichneten Die sechs Schwäne als „etwas zu lang, aber mit viel Mittelalter-Flair und nah am Tonfall des düsteren Grimm-Märchens“.[1]

Das Lexikon des internationalen Films befand: „Stimmungsvolle (Fernseh-)Verfilmung des attraktiven Märchens der Gebrüder Grimm, das von zweierlei Liebe sowie der Notwendigkeit von Aufopferungsbereitschaft erzählt.“[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die sechs Schwäne bei TV Spielfilm (mit Bildern zum Film) bei tvspielfilm.de; abgerufen am 09. Dezember 2016.
  2. Die sechs Schwäne. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.