André Kaczmarczyk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

André Kaczmarczyk (* 1986 in Suhl[1]) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

André Kaczmarczyk stammt aus Eisenach.[2] Er besuchte den musisch-künstlerischen Zweig am dortigen Elisabeth-Gymnasium, wo er auch sein Abitur machte.[2] Er spielte schon als Jugendlicher Theater und war in verschiedenen Jugendtheaterprojekten aktiv. Er war zunächst Mitglied im Jugendclub am „Freien Eisenacher Burgtheater“ und, nach dessen Schließung, im Jugendclub des Landestheaters Eisenach.[2][3] 2003 wurde ihm der Jugendkulturpreis der Stadt Eisenach verliehen.[3] Nach seinem Abitur spielte er im Sommer 2005 den jungen Martin Luther beim historischen Mittelalterspektakels „Luther – das Fest auf der Eisenacher Freiluftbühne“.[2] Beim Luther-Fest trat er auch später erneut auf, so im Jahre 2007 als Luthers Famulus Georg Rörer und im Jahre 2009 als Teufel.[4][5]

Er begann seine professionelle Theaterkarriere, noch vor seiner eigentlichen Schauspielausbildung, 2004 am Landestheater Eisenach und wechselte 2005 an das Hans Otto Theater Potsdam, wo er bis 2007 zum Ensemble gehörte. Am Hans Otto Theater absolvierte er auch sein Freiwilliges Soziales Jahr.[2] Am Hans Otto Theater übernahm er 2006 die Rolle des jungen Soldaten in der Uraufführung von David Salz, einer szenischen Collage nach einer Idee von Lea Rosh über den Auschwitz-Überlebenden David Salz; Regie führte Uwe Eric Laufenberg.[6] Im September 2006 spielte er am Hans Otto Theater außerdem die Rolle des André, den neuen Lebensgefährten der weiblichen Hauptfigur, in deutschen Erstaufführung des Theaterstücks Sicherheitsabstand des Franco-Kanadiers Frédéric Blanchette.[7]

Kaczmarczyk studierte anschließend von 2006 bis 2009 Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.[2] Während seiner Ausbildung trat er zwischen und 2007 und 2010 regelmäßig am bat-Studiotheater der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch auf, unter anderem als Schriftsteller in Die Jagdgesellschaft und als Lenz in einer Bühnenfassung der Erzählung Lenz von Georg Büchner. Ab 2007 arbeitete er, neben seiner Ausbildung, bereits als freier Schauspieler. Am Maxim-Gorki-Theater in Berlin spielte er 2008 den Rosencrantz in Hamlet (Regie: Tilmann Köhler).[8][9] 2010 hatte er ein Engagement am Volkstheater Rostock. Er spielte 2010 außerdem in Orfeo – Love will tear us apart, einer Produktion der Kunstfestspiele Herrenhausen in Hannover, und in einer Bühnenfassung des Romans Berlin Alexanderplatz an der Berliner Schaubühne unter der Regie von Volker Lösch.

Seit 2011 war er am Staatsschauspiel Dresden tätig; ab der Spielzeit 2013/14[10] war er dort bis 2016 auch festes Ensemblemitglied. Am Staatsschauspiel Dresden trat er unter anderem als Jessica in Shakespeares Tragikomödie Der Kaufmann von Venedig (Premiere: September 2011; Regie: Tilmann Köhler; in einer reinen Männerbesetzung), als Speklunken-Jenny in Brecht/Weills Die Dreigroschenoper, als Goylbastard Nerron in der Uraufführung des Kinder- und Familientheaterstücks Reckless II – Lebendige Schatten von Cornelia Funke (Uraufführung: Oktober 2012) und als Kevin „Princess“ Marley in der Uraufführung des Theaterstücks Fast ganz nah (euer Krieg ist unser Krieg) von Pamela Carter (ein Werkauftrag der Bundeszentrale für politische Bildung; Uraufführung: April 2013) auf. In Dresden spielte er außerdem den „Hallodri“ Alfred in Horváths Schauspiel Geschichten aus dem Wiener Wald (Premiere: Spielzeit 2013/14, Regie: Barbara Bürk), Nikolai in Dostojewskijs Die Dämonen (Premiere: Spielzeit 2013/14, Regie: Friederike Heller) und den Narren Touchstone in Shakespeares Wie es euch gefällt (Premiere: Spielzeit 2014/15, Regie: Jan Gehler).[11][12][13]

In der Spielzeit 2014/15 übernahm er am Dresdner Staatsschauspiel die Titelfigur in Dantons Tod in einer Neuinszenierung der Regisseurin Friederike Heller.[14] In der Spielzeit 2015/16 spielte er, in einer Inszenierung des Ex-Burgtheater-Intendanten Matthias Hartmann, die Rolle des verarmten Fürst Myschkin in einer Bühnenfassung von Dostojewskis Roman Der Idiot [15][16] In der Spielzeit 2015/16 stand André Kaczmarczyk wieder in einer Travestie-Rolle auf der Bühne; er spielte die Rolle der Operndiva Ildebranda Cuffari in einer Bühnenfassung des Films Fellinis Schiff der Träume.[17] Mehrere Spielzeiten war er in Dresden auch, an der Seite von Lea Ruckpaul als Isa, als »Tschick« in der Bühnenadaption des gleichnamigen Romans von Wolfgang Herrndorf zu sehen. Diese Rolle spielte er auch in der Spielzeit 2015/16, seiner letzten Spielzeit als festes Mitglied, am Staatsschauspiel Dresden.

Seit der Spielzeit 2016/17 ist er unter dem neuen Intendanten Wilfried Schulz festes Ensemblemitglied am Düsseldorfer Schauspielhaus.[18] Dort spielte er zu Beginn der Spielzeit 2016/17 die Rolle des Enkidu im Epos Gilgamesh in einer Bühnenbearbeitung von Raoul Schrott.[19]

Film, Fernsehen und Hörspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaczmarczyk wirkte auch in Film- und Fernsehproduktionen, sowie in einigen Kurzfilmen mit. In der am 4. Dezember 2010 im Rahmen der ZDF-Fernsehdokumentationsreihe Die Deutschen erstausgestrahlten Episode Ludwig II. und die Bayern (Staffel 2; Teil 8) verkörperte er den Märchenkönig Ludwig II. von Bayern.[2] 2011 hatte er eine kleine Rolle (als Titania) in dem Historien-Thriller Anonymus von Roland Emmerich. In dem 2010 gedrehten Kurzspielfilm Der Sandmann, der nach der gleichnamigen Erzählung von E.T.A.Hoffmann entstand um im April 2012 seine TV-Premiere hatte, spielte er den Dichter Nathanael.[2][20]

2012 hatte er eine Episodenrolle in der ARD-Krimiserie Heiter bis tödlich: Akte Ex.[21] Im selben Jahr war Kaczmarczyk auch in zwei Märchenfilmen zu sehen: als junger König Jakob in Allerleirauh (ARD; Dezember 2012) und als Prinz Markus in Die sechs Schwäne (ZDF, Dezember 2012); beiden Rollen gab er „vielschichtige charakterliche Züge“.[22]

Im November 2015 war Kaczmarczyk in der ARD-Serie In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte als Heiko „Ralle Rallburg“ zu sehen. Er spielte den besten Freund von Assistenzarzt Elias Bähr (Stefan Ruppe) aus gemeinsamen Schultagen.[23] In dem ZDF-Fernsehkrimi München Mord – Wo bist Du, Feigling? (Erstausstrahlung: September 2016) war er in der Rolle des Niklas Bernhard zu sehen.[24]

André Kaczmarczyk wirkte als Hörspielsprecher auch in verschiedenen Hörspielproduktionen des Rundfunk Berlin Brandenburg, von Deutschlandradio Kultur und BBC Radio mit.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003: Jugendkulturpreis der Stadt Eisenach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. André Kaczmarczyk Vgl. Vita auf staatsschauspiel-dresden.de
  2. a b c d e f g h Eisenacher als Märchenkönig Ludwig II.. In:Thüringer Allgemeine vom 7. Dezember 2010. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  3. a b André Kaczmarczyk Vita (Offizielle Internetpräsenz Maxim-Gorki-Theater)
  4. „Geschichte zum Anfassen“ - Opel-FAHR lud „Luther-Schauspieler“ in Barockstadt ein. Osthessen-News vom 14. August 2007. Abgerufen am 17. Oktober 2016
  5. Lutherverein steht im Konflikt um doppeltes Musical. In: Thüringer Allgemeine vom 3. September 2011. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  6. Hört das nie auf? in: Berliner Zeitung vom 28. April 2006 (Produktionsdetails und Besetzung)
  7. Gefühle auf dem Seziertisch Aufführungskritik in: Potsdamer Neueste Nachrichten vom 25. September 2006
  8. "Welch edler Geist ist hier zerstört!"-im Untergang der Zeiten (Memento vom 1. Juni 2009 im Internet Archive) Aufführungskritik; Theaterkritiken Berlin; abgerufen am 21. Mai 2013
  9. Hamlet Besetzungsliste
  10. André Kaczmarczyk beim Staatsschauspiel Dresden
  11. Rasante Orgie. Aufführungskritik. In: Süddeutsche Zeitung vom 27. Februar 2015. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  12. Ein Glashaus voller Orientierungsloser. Aufführungskritik. In: Freie Presse vom 2. Juni 2014. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  13. Asyl auf der Augenweide. Aufführungskritik. Nachtkritik.de vom 17. Januar 2015. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  14. Tugend, Terror und Lebensgier in Zeiten der Revolution. Aufführungskritik. In: Meißner Tagblatt vom 18. Mai 2015. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  15. Matthias Hartmann inszeniert Dostojewskis „Der Idiot“ am Dresdner Staatsschauspiel: Narr unter Narren. Aufführungskritik. In: Leipziger Volkszeitung vom 18. Januar 2016. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  16. Theater: Er ist wieder da. Aufführungskritik. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. Januar 2016. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  17. Dresdner Abschied auf dem schiff der Träume Aufführungskritik. In: Meißner Tagblatt vom 18. Mai 2015. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  18. Düsseldorfer Schauspielhaus: Schulz stellt sein Ensemble vor. rp-online.de vom 1. März 2016. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  19. Schauspiel Düsseldorf startet: Grandiose „Gilgamesh“-Inszenierung. Aufführungskritik. In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 16. September 2016. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  20. Der Sandmann Theaterfilm nach E.T.A. Hoffmann, Deutschland 2012 Offizielle Internetpräsenz 3sat. Abgerufen am 17. Oktober 2016
  21. Heiter bis tödlich - Akte Ex Folge: (5) Schweinskram (Besetzung und Inhalt)
  22. Prinzen für Constanze und Lotte: Sehenswert: Fünf neu verfilmte Grimms Märchen auf ARD und ZDF. In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 23. Dezember 2012. Abgerufen am 17. Oktober 2016.
  23. In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte Szenenfoto. Abgerufen am 17. Oktober 2016
  24. Reihe „München Mord – Wo bist du, Feigling?“; Fernsehkritik bei Tittelbach.tv (mit Szenenfotos). Abgerufen am 17. Oktober 2016.