Diehl Defence

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Diehl Defence
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Rechtsform Teilkonzern der Diehl Stiftung
Gründung 1. Oktober 2007[1]
Sitz Überlingen, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Claus Günther
Mitarbeiterzahl 2325 (2017)[2]
Umsatz 470 Mio. EUR (2017)
Branche Wehrtechnik
Website diehl-defence.de

Diehl Defence ist ein Teilkonzern und Geschäftsbereich der Diehl Stiftung mit Sitz in Überlingen am Bodensee in Baden-Württemberg. Dieser Bereich umfasst alle wehrtechnischen Unternehmenseinheiten des Mutterkonzerns. Die größte Tochtergesellschaft ist Diehl Defence GmbH & Co. KG, da jedoch vor allem im Rüstungsbereich oft für einzelne Projekte Unternehmen gegründet werden, finden sich als Unternehmenseinheiten auch viele Joint Ventures mit anderen Rüstungskonzernen.

Diehl Defence GmbH & Co. KG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 17. September 2004, durch Fusion der Gesellschaften Diehl Munitionssysteme GmbH & Co. KG (DMS) und der Bodenseewerk Gerätetechnik GmbH (BGT) gegründet. Während die DMS bereits eine 100%ige Tochter der Diehl Stiftung & Co. KG war besaß die französische Firma Aerospatiale-Matra als Minderheitsgesellschafterin 20 % der BGT-Anteile, die 1989 von der Diehl-Gruppe erworben worden war. BGT war aus den Luftfahrtaktivitäten im vormaligen Bodenseewerk hervorgegangen. Die Diehl-Munitionssysteme haben ihren Ursprung noch vor dem Zweiten Weltkrieg, als das Metallwerk von Diehl als kriegswichtiger Betrieb eingestuft wurde und mit der Produktion von Zündern und Patronen begann. Ab 1960 war die Bodensee Gerätetechnik Generalunternehmer für das europäische Produktionsprogramm des Luft-Luft-Flugkörpers Sidewinder AIM-9B. Aus dieser Erfahrung wurde ein Zielsuchkopf entwickelt. Diehl Defence ist deswegen Generalunternehmer und Projektkoordinator beim Luft-Luft-Raketenprogramm IRIS-T. Seit 2008 war die Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG Hauptbestandteil des neugeschaffenen Teilkonzerns Diehl Defence. Diehl Defence ist der deutsche Kooperationspartner der General Atomics Aeronautical Systems für die Produktion und Vermarktung des Predator B auf dem deutschen Markt. Das Verteidigungsgeschäft der Diehl Stiftung ist seit 1. Februar 2017 unter dem Dach der Diehl Defence GmbH & Co. KG zusammengefasst.[3]

Tätigkeitsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen beschäftigt sich heute hauptsächlich mit der Konzeption von Flugkörpersensorik sowie der Programmleitung gelenkter Flugkörper, was sich auch in der viergliedrigen Divisionsstruktur widerspiegelt, die stark durch Flugkörperprodukte und -projekte dominiert wird.

  • Flugkörpersysteme Land & See
  • Flugkörpersysteme Luft
  • Munition und Raketensysteme
  • Sensor- und Sicherheitssysteme

Fertigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diehl Defence fertigt an den Standorten der ehemaligen Diehl Munitionssysteme in Braunshausen (Nonnweiler) und Röthenbach an der Pegnitz Anzündmittel, Mittel-, Großkaliber- und Pioniermunition, sowie pyrotechnische Nebelmunition. Am Standort in Überlingen werden Flugkörperkomponenten wie Suchköpfe und Steuereinheiten gefertigt.

Kooperationspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EuroSpike GmbH wurde im Jahr 2004 nach mehreren Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit von den Unternehmen Diehl Defence (Überlingen), Rheinmetall Defence Electronics GmbH (Bremen) und Rafael Advanced Defense Systems Ltd. (Haifa/Israel) gegründet.[4]

Produkte und Konzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugkörper gegen Luftziele:

Artilleriemunition:

Munition gegen Seeziele:

Abwurfmunition:

  • HOPE/HOSBO: Präzisionsbomben mittlerer Reichweite (Programmstatus unklar, da seit 2008 keine Neuigkeiten mehr in der Presse)

Flugkörper gegen Bodenziele:

Handwaffen:

Selbstschutzsysteme:

Luftverteidigungssysteme:

  • IRIS-T SLM: Modulares Luftverteidigungssystem kurzer und mittlerer Reichweite

Trainingssysteme

  • Flugprofilrekorder (FPR) für Luftfahrzeuge
  • In-Flight Electronic Warfare Simulator (IFEWS): EloKa-Simulationssystem für Luftfahrzeuge

Diehl BGT Defence war der deutsche Kooperationspartner der General Atomics Aeronautical Systems für die Produktion und Vermarktung des Predator B auf dem deutschen Markt.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diehl Defence – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. diehl-defence.de (Memento vom 10. Juli 2017 im Internet Archive)
  2. Neue Teilkonzerne Diehl Defence und Diehl Aerosystems. (Memento vom 3. Mai 2008 im Internet Archive) Pressemitteilung Diehl Stiftung vom 2. Oktober 2007; eingesehen am 14. Juli 2010
  3. Verteidigungsgeschäft unter einem Dach Pressemeldung der Diehl Defence GmbH & Co. KG vom 01. Februar 2017
  4. diehl-defence.de (Memento vom 16. März 2018 im Internet Archive) (deutsch, eingesehen am 23. Dezember 2010, 2018 toten Weblink mit engl. Information ersetzt)
  5. Diehl schließt Partnerschaft mit General Atomics. (Memento vom 16. März 2018 im Internet Archive) In: Wirtschaftswoche, 15. Oktober 2004