Dirk Rupnow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Dirk Rupnow (* 30. September 1972 in Berlin[1]) ist ein deutscher Historiker. Er ist Universitätsprofessor und Institutsleiter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rupnow studierte Geschichte, Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin und der Universität Wien. Er schloss 1999 sein Studium an der Universität Wien ab, 2002 folgte die Promotion an der Universität Klagenfurt, 2009 die Habilitation wiederum in Wien.

1999/2000 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historikerkommission der Republik Österreich. 2000/01 war er Junior Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften, von 2004 bis 2007 Postdoc-Stipendiat im Austrian Programme for Advanced Research and Technology der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und von 2007 bis 2009 Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen. 2007 wurde er Lehrbeauftragter und 2009 Privatdozent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Zwischen 2008 und 2016 war er Mitglied der Jungen Kurie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2009 forscht und lehrt er am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, dessen Leiter er 2010 wurde, zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, ab 2012 als Assistenzprofessor, ab 2013 als assoziierter Professor und seit 2015 als Universitätsprofessor. Seit 2016 ist er Mitglied des Senats der Universität Innsbruck. Rupnow absolvierte eine Vielzahl weiterer Gastaufenthalte an verschiedenen Forschungseinrichtungen: beim Jewish Studies Program des Dartmouth College, am History Department der Duke University, am Simon Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig sowie am Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum. 2016/17 war er der Distinguished Visiting Austrian Chair Professor am Europe Center und Department of History der Stanford University. Seit 2015 ist er (Gründungs-)Leiter des Forschungszentrums Migration und Globalisierung, seit 2016 (Gründungs-)Sprecher des Doktoratskollegs Dynamiken von Ungleichheit und Differenz im Zeitalter der Globalisierung. Er ist seit 2017 Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rupnow hat zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte, zu Holocaust- und Jüdischen Studien, Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik, Migrations- und Wissenschaftsgeschichte vorgelegt.

  • Hrsg. mit Eva Pflanzelter: einheimisch – zweiheimisch – mehrheimisch. Geschichte(n) der neuen Migration in Südtirol. Raetia, Bozen 2017, ISBN 978-88-7283-595-1.
  • Hrsg. mit Iris Roebling-Grau: „Holocaust“-Fiktion. Kunst jenseits der Authentizität. Fink, Paderborn 2015, ISBN 978-3-7705-5505-5.
  • Judenforschung im Dritten Reich. Wissenschaft zwischen Politik, Propaganda und Ideologie (= Historische Grundlagen der Moderne, Autoritäre Regime und Diktaturen. Bd. 4). Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-6421-4 (Habilitationsschrift, Universität Wien, 2009).
  • Hrsg. mit Heidemarie Uhl: Zeitgeschichte ausstellen in Österreich. Museen – Gedenkstätten – Ausstellungen. Böhlau, Wien u. a. 2011, ISBN 978-3-205-78531-6.
  • Hrsg. mit Veronika Lipphardt, Jens Thiel, Christina Wessely: Pseudowissenschaft. Konzeptionen von Nichtwissenschaftlichkeit in der Wissenschaftsgeschichte (= Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. Bd. 1897). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-518-29497-0.
  • Aporien des Gedenkens. Reflexionen über „Holocaust“ und Erinnerung (= Edition Parabasen. Bd. 5). Rombach, Freiburg im Breisgau/Berlin 2006, ISBN 978-3-7930-9466-1.
  • Vernichten und Erinnern. Spuren nationalsozialistischer Gedächtnispolitik. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-871-X (Dissertation, Universität Klagenfurt, 2002).
  • mit Gabriele Anderl: Die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ als Beraubungsinstitution. Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission. Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich (= Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich. Bd. 20: Nationalsozialistische Institutionen des Vermögensentzuges. T. 1). Oldenbourg, München u. a. 2004, ISBN 3-486-56784-5.
  • Täter, Gedächtnis, Opfer. Das „Jüdische Zentralmuseum“ in Prag 1942–1945. Picus, Wien 2000, ISBN 978-3-85452-444-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Österreichische Akademie der Wissenschaften: Almanach. Bd. 159 (2009), S. 136.
  2. Internationaler Wissenschaftlicher Beirat, Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien. Abgerufen am 20. Juni 2018.