Discord (Software)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Discord

Discord Color Text Logo.svg
Basisdaten

Entwickler Discord Inc.
Erscheinungsjahr 2015
Aktuelle Version 6.4.2020
(6. April 2020)
Betriebssystem macOS, Windows, Android, iOS, Linux, Browser
Programmiersprache Electron[1], JavaScript, Elixir, Rust[2], Python[3], C++[3]
Kategorie IP-Telefonie, Instant Messaging, Peer-to-Peer, Videokonferenz[4]
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
discord.com

Discord (auch Discordapp) ist ein Onlinedienst für Instant Messaging, Chat, Sprachkonferenzen und Videokonferenzen, der vor allem für Computerspieler geschaffen wurde,[5] inzwischen aber auch vermehrt für andere Bereiche genutzt wird. Discord kann als Webanwendung oder mit proprietärer Client-Software auf allen gängigen Betriebssystemen genutzt werden. Discord gibt an, mehr als 250 Millionen registrierte Nutzer zu haben.[6][7]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Entwicklung der im Mai 2015 veröffentlichten Discord-Software zu beginnen, beendeten die Entwickler Hammer & Chisel die Unterstützung ihres mobilen MOBA-Spieles Fates Forever.[8][9] Nach Initialisierung ihres Projektes durch „YouWeb’s 9+ Incubator“[10] übernahmen Benchmark Capital und Tencent die Finanzierung der Anwendung.[11] Erklärtes Ziel der Entwickler war es, eine Anwendung zu entwickeln, die eine Kommunikation mit einer geringen Latenz ermöglicht und die prägenden Features anderer VoIP-Software wie Skype und TeamSpeak kombiniert und verbessert.[10]

Ihren Bekanntheitsgrad steigerte die Anwendung durch bekannte Nutzer in der E-Sport- und Gamingbranche.

Die gleichnamige Firma wurde vom OpenFeint-Gründer Jason Citron gegründet. Er beabsichtigt, das Unternehmen und die Anwendung von Konzernen finanziell unabhängig zu halten.[12]

Das Unternehmen steigerte im Januar 2016 sein Kapital um weitere 20 Millionen US-Dollar.[13]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anwendung Discord wurde für die parallele Nutzung während des Spielens von Computerspielen entwickelt.

Discord enthält nahezu alle Funktionen, die auch Skype oder TeamSpeak zur Verfügung stellen. Beispielsweise ist es möglich, kostenlose öffentliche „Server“ mit Sprach- und Text-Kanälen zu erstellen. Der Begriff „Server“ bezeichnet hierbei ein Set von Rollen (Roles) mit verschiedenen Berechtigungen, die Administratoren Nutzern zuteilen können sowie Kommunikationskanälen (Channels), die von einer Community genutzt werden.

Ebenso wird die private Kommunikation über Gruppen, Chats oder Telefonate ermöglicht, seit dem 5. Oktober 2017 auch durch Videoanrufe.

Alle Daten laufen über die Server des Unternehmens Discord Inc., um eine Offenlegung der IP-Adresse gegenüber anderen Nutzern zu verhindern, da dies die Gefahr eines Angriffes, zum Beispiel eines DDoS-Angriffes, birgt.[10]

Da sich alle Daten an einem zentralen Ort befinden, lässt sich auch von jedem Gerät aus darauf zurückgreifen. Discord lässt sich unter Windows, macOS, Linux, Android, iOS und im Web-Browser verwenden.

Es gibt es auch die Möglichkeit, Sprach- und Videoanrufe zu tätigen, wobei bei Sprachanrufen auch die Möglichkeit einer Bildschirmübertragung des ganzen Bildschirms oder einzelner Fenster zur Verfügung steht. Bildschirmübertragung ist in der Webversion nicht verfügbar.[14]

Anrufe (zwischen einzelnen Nutzern und in Gruppen) wurden in einem Update am 28. Juli 2016 hinzugefügt.[15]

Mit dem Update vom 3. November 2016 wurde die Möglichkeit hinzugefügt, mit sogenannten „Emoji Reactions“ auf Nachrichten von anderen Nutzern mit Emojis zu antworten.[16]

Am 8. Dezember 2016 wurde „GameBridge“ veröffentlicht, ein SDK, mit dem man Discord in seine Anwendung integrieren kann, um so z. B. Spielern von Online-Spielen eine besseres Nutzungserlebnis sowohl des Spieles als auch von Discord zu ermöglichen.[17][18]

Um die Software laut eigenen Angaben dauerhaft kostenlos anbieten zu können, wurde im Januar 2017 das Bezahlmodell „Nitro“ eingeführt. Nutzern, die „Nitro“-Mitglied sind, stehen einige erweiterte Funktionen zur Verfügung.[19]

Discord Store[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit August 2018 wurde für 50 000 Nutzer in Kanada ebenfalls der Discord Store angeboten, auf dem Spiele als Download gekauft werden können. Im Oktober 2018 wurde der Store weltweit in der Beta-Phase veröffentlicht. Der Store startete mit 80 Spielen, wovon einige Exklusivtitel waren. Auch das Nitro-Abonnement wurde zu einer Spiele-Flatrate für ausgewählte Titel erweitert. Der Preis liegt bei 10 US-Dollar im Monat.[20][21][22] Bei einer Umfrage unter Spieleentwicklern gaben 6 % der Befragten an, den Store zu nutzen.[23] 150 Millionen US-Dollar wurden in den Store investiert. Unter den Investoren befindet sich unter anderem das chinesische Unternehmen Tencent, Firstmark, IVP, Index Ventures, Technology Opportunity Partners und Greenoaks Capital. Obwohl der Store im Vergleich zu den anderen Plattformen weniger bekannt ist, kann die Nutzerbasis von etwa 200 Millionen Discord-Nutzern angesprochen werden.[24][25] Der Store soll Entwickler ansprechen, indem sie 90 % des Umsatzes ihrer vertriebenen Produkte behalten dürfen. Im Vergleich bildet Discord damit die Spitze, Epic Games Store bietet den Entwicklern 88 % und Steam sogar nur 70 % an.[26]

Am 12. September 2019 gab Discord aufgrund der zu geringen Nachfrage die Einstellung der Spiele-Flatrate als Teil des Nitro-Abonnements bekannt. Am 15. Oktober 2019 wurden alle Spiele entfernt und waren für Nutzer nicht mehr verfügbar. Über den Discord Store gekaufte Spiele blieben nutzbar.[27]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hammer & Chisel teilten mit, dass Discord im Januar 2016 von 3 Millionen Nutzern genutzt worden sei und mit einem Nutzerwachstum von monatlich 1 Million Nutzern im Juli 2016 die 11 Millionen Nutzer erreicht habe.[13][28]
  • Im Dezember 2016 teilten die Entwickler mit, dass Discord nun über 25 Millionen registrierte Nutzer verbuche, die täglich über 100 Millionen Nachrichten versenden.[18]
  • Im Mai 2016, ein Jahr nach Veröffentlichung, wurde Discord von Tom Marks (Autor bei PC Gamer) als der beste VoIP-Dienst auf dem Markt beschrieben.[9]
  • Im Mai 2017 wurde Discord zwei Jahre alt und meldete 45 Millionen registrierte Nutzer, die täglich 200 Millionen Nachrichten versenden. Allein der monatliche Datenverkehr, der durch den Sprachchat anfällt, belaufe sich nun auf 16 Petabyte.[29]
  • Im Dezember 2017 vermeldete die Plattform 87 Millionen registrierte Nutzer, von denen 14 Millionen täglich aktiv sind. Außerdem gibt es die Anwendung in 130 Ländern und es werden monatlich 9,5 Milliarden Nachrichten versendet.[30]
  • Im Mai 2018 stieg die Anzahl der registrierten Nutzer auf 130 Millionen.[31]
  • Im März 2019 gab Discord bekannt, 200 Millionen registrierte Nutzer zu haben.[6]
  • Im Januar 2020 spricht Discord von mehr als 250 Millionen registrierten Nutzern, 56 Millionen monatlich aktiven Nutzern sowie 963 Millionen täglichen Textnachrichten[7][32]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am Institute for Strategic Dialogue beschäftigte Extremismusforscherin Julia Ebner kritisierte, dass sich Rechtsextremisten wie zum Beispiel Reconquista Germanica über Discord vernetzten. Aufgrund der möglichen Hierarchien wie dem Verteilen verschiedener Rollen sei die Plattform zur Organisation bei einigen Neonazis beliebt. So organisierten sich auch rechtsextreme Demonstrationen in Charlottesville über Discord.[33] Discord reagierte auf die Kritik mit Sperrungen der betroffenen Konten und mit Löschungen der „Server“.[34]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. electronjs.org. (abgerufen am 11. April 2018).
  2. blog.discordapp.com.
  3. a b twitter.com.
  4. 5.10.2017 — Change Log. In: Discord Blog. 6. Oktober 2017, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  5. Discord Job- und Unternehmensinformationen. Abgerufen am 8. Juni 2018.
  6. a b Nelly: Maintaining Trust and Safety at Discord With Over 200 Million People. 13. Februar 2019, abgerufen am 31. Mai 2019.
  7. a b Discord — Verkaufe dein Spiel auf Discord. Abgerufen am 6. Januar 2020.
  8. Tasos Lazarides: Ex-'Fates Forever' Developers Making 'Discord', a Voice Comm App For Multiplayer Mobile Games. In: TouchArcade. 14. September 2015, abgerufen am 1. Oktober 2018 (englisch).
  9. a b Tom Marks: One year after its launch, Discord is the best VoIP service available. In: PC Gamer. 14. Mai 2016, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  10. a b c Dean Takahashi: Hammer & Chisel pivots to voice comm app for multiplayer mobile games. In: VentureBeat. 10. September 2015, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  11. Dean Takahashi: Fates Forever mobile game maker Hammer & Chisel raises funding from Benchmark and Tencent. In: VentureBeat. 10. Februar 2015, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  12. James Brightman: Jason Citron lands $20m for Discord. In: GamesIndustry.biz. 26. Januar 2016, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  13. a b Alex Walker: The Latest App For Third-Party Voice Chat Just Raised Almost US$20 Million. In: Kotaku Australia. 27. Januar 2016, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  14. Bildschirmübertragung und Videoanrufe. Abgerufen am 25. Juni 2018.
  15. 2016.7.28 – Change Log. 28. Juli 2016, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  16. Discord auf Twitter. In: Twitter. Discord, 3. November 2016, abgerufen am 1. Oktober 2018 (englisch).
  17. Discord – GameBridge. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. Dezember 2016; abgerufen am 14. Mai 2019 (englisch).
  18. a b Dean Takahashi: Discord hits 25 million users and releases GameBridge SDK for voice chat. In: VentureBeat. 8. Dezember 2016, abgerufen am 1. Oktober 2018 (englisch).
  19. Discord – Nitro. Abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  20. Fabian Vecellio del Monego: Discord: Beta des integrierten Spiele-Shops weltweit gestartet. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  21. heise online: Discord bietet Abo-Dienst für Spiele an. Abgerufen am 10. Februar 2019.
  22. Discord: Neuer Game Store ab sofort für alle geöffnet. 17. Oktober 2018, abgerufen am 10. Februar 2019.
  23. Für Valve wird es ungemütlich: Games-Hersteller mit Steam höchst unzufrieden - derStandard.at. Abgerufen am 10. Februar 2019 (österreichisches Deutsch).
  24. Gaming: Discord investiert 150 Millionen US-Dollar in Game-Store - Golem.de. Abgerufen am 10. Februar 2019 (deutsch).
  25. Discord Game Store: 150 Millionen US-Dollar Starthilfe für Game-Shop. 26. Dezember 2018, abgerufen am 10. Februar 2019.
  26. Preisschlacht der Online-Stores - Discord will ab 2019 weniger als Epic. 15. Dezember 2018, abgerufen am 10. Februar 2019.
  27. Nelly: What’s Coming for Nitro. 12. September 2019, abgerufen am 14. September 2019 (englisch).
  28. Bryant Francis: Game chat app Discord crosses 11 million registered users. In: Gamasutra. 8. Juli 2016, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  29. Discord Turns Two! In: YouTube. 16. Mai 2017, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  30. Discord Did Things in 2017. In: Discord Blog. 7. Dezember 2017, abgerufen am 10. Januar 2018 (englisch).
  31. Discord celebrates its birthday with 130 million users. In: cnet.com. 15. Mai 2018, abgerufen am 31. Mai 2018 (englisch).
  32. Discord — Jobs bei Discord und Infos über das Unternehmen. Abgerufen am 6. Januar 2020.
  33. Max Muth: Highscore fürs Morden. 15. Oktober 2019, abgerufen am 15. Dezember 2019.
  34. Kevin Roose: This Was the Alt-Right’s Favorite Chat App. Then Came Charlottesville. In: The New York Times. 15. August 2017, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 15. Dezember 2019]).