Doktorhut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Doktorhut (mortarboard) nach US-amerikanischer Art

Der sogenannte Doktorhut ist in Deutschland heute meist eine schwarze Kappe, die auf dem Scheitel mit einer viereckigen Platte versehen ist, die eine Quaste ziert. Er wird dem ehemaligen Doktoranden nach Abschluss seiner Promotion als äußeres Zeichen der neu erworbenen Doktorwürde vom Dekan der Fakultät und an manchen kleinen Universitäten vom Rektor überreicht.

Martin Luther mit Doktorhut, gemalt von Lucas Cranach dem Älteren, 1529

Das Aussehen des Doktorhutes entspricht heute meist dem anglo-amerikanischen mortarboard (wörtlich: „Mörtelbrett“); dies gilt außerhalb der USA insbesondere für Länder und Hochschulen, in denen sich keine eigene Tradition der Absolventenfeier entwickelt oder bis in die Gegenwart gehalten hat und nach einer traditionell wirkenden und zugleich international wiedererkennbaren Formensprache gesucht wurde, um der Zeugnisverleihung einen feierlichen Anstrich zu geben. In Skandinavien hingegen wird zur Promotionsfeier von altersher ein besonderer Zylinderhut verwendet. Auch im deutschen Sprachraum sah ein Doktorhut in vergangenen Jahrhunderten anders aus, wie das Bildnis Martin Luthers mit Doktorhut von Lucas Cranach d. Ä. zeigt.

Regionale Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früher übliche Zeremonie der Verleihung des Doktorhutes ist an den meisten Hochschulen, auch im deutschen Sprachraum, weggefallen. An einigen Universitäten ist der feierliche Doktoreid geblieben, mit dem der Doktorand die Erfüllung der mit der Doktorwürde verbundenen Pflichten verspricht.

An vielen mitteleuropäischen Universitäten ist es üblich, Doktorhüte frei zu gestalten; häufig übernehmen dies Kollegen, Kommilitonen oder Mit-Doktoranden. Die selbstgebastelten Doktorhüte reflektieren oft in launiger Weise die Arbeit oder persönliche Eigenschaften des Doktoranden. Beispielsweise kann ein Doktorhut aus Schokolade bestehen oder ein Maschinenteil darstellen. Der Doktorhut wird nach Bestehen der abschließenden Prüfung oder im Rahmen einer offiziellen Promotionsfeier überreicht.[1]

In Schweden ist die Verleihungszeremonie mit dem traditionellen Doktorhut weiterhin üblich, sofern der Absolvent bereit ist, den benötigten Hut zu kaufen. Eine der wenigen Gelegenheiten, den Doktorhut zu tragen, sind die regelmäßig stattfindenden öffentlichen Promotionen (an der Universität Uppsala zweimal jährlich). Den frischgebackenen Doktoren wird in Uppsala dabei vom Promotor ein Lorbeerkranz auf die Stirn gedrückt, der Promotor selbst trägt auch einen. Außerdem ist es in Schweden üblich, die Doktorwürde durch das Tragen eines Doktorringes zu zeigen, den man, im Gegensatz zum Hut, immer tragen darf. Je nach Fakultät ist der Ring mit einem passenden Symbol geschmückt; so zeigen die Doktorringe der Ärzte den Äskulapstab.

Der mortarboard, das amerikanische Gegenstück des Doktorhuts, wird heute nicht mehr ausschließlich von Doktoren, sondern bereits von Absolventen von Junior Colleges, Community Colleges und Colleges bei der Abschlussfeier aufgesetzt. Einige deutsche Universitäten (z. B. die Universität Bonn) veranstalten Abschlussfeiern nach amerikanischem Vorbild, bei denen BA-Absolventen Talar und Barett tragen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laura Hennemann: Physiker-Humor: Espresso aus dem Doktorhut. Spiegel Online vom 13. März 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doktorhüte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Doktorhut – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen