Dornige Bibernelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dornige Bibernelle
Dornige Bibernelle (Sarcopoterium spinosum)

Dornige Bibernelle (Sarcopoterium spinosum)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Tribus: Sanguisorbeae
Gattung: Sarcopoterium
Art: Dornige Bibernelle
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Sarcopoterium
Spach
Wissenschaftlicher Name der Art
Sarcopoterium spinosum
(L.) Spach

Die Dornige Bibernelle (Sarcopoterium spinosum (L.) Spach, Synonym: Poterium spinosum L.) ist die einzige Art aus der Pflanzengattung Sarcopoterium innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).[1] Sie ist ein bestandsbildender Zwergstrauch der ostmediterranen Phrygana-Vegetation.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweige mit Früchten
Habitus

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dornige Bibernelle wächst als reich verzweigter, kugeliger Zwergstrauch mit einer Wuchshöhe von 30 bis 75 Zentimetern. Die Zweige sind wollig behaart. Die Seitenzweige sind rechtwinkelig verzweigt und bilden blattlose Dornen. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind unpaarig gefiedert mit 9 bis 15 länglich-eiförmigen, unterseits dicht behaarten Fiederblättchen.[2]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Februar bis Mai.[2] Die Dornige Bibernelle ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten stehen in bei einer Länge von bis zu 3 Zentimetern kugeligen bis länglichen, ährigen oder köpfchenförmigen Blütenständen zusammen.[2] Die unteren Blüten sind männlich und die oberen weiblich. Die Blütenhülle besteht aus nur vier, grünlichen, häufig weiß gerandeten Kelchblätter von etwa 4 Millimetern Länge; Kronblätter sind keine vorhanden. Die männlichen Blüten enthalten 10 bis 30 Staubblätter. Die weiblichen Blüten enthalten zwei Fruchtblätter, die von einem röhren- bis eng becherförmigen Blütenbecher beerenartig eingeschlossen werden. Der Blütenbecher wird zur Zeit der Fruchtreife rot und fleischig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[3]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dornige Bibernelle wächst im östlichen Mittelmeerraum. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Italien, Albanien, Kroatien, Griechenland inklusive Kretas und der ostägäischen Inseln, Zypern, Libanon, Jordanien und Israel.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Poterium spinosum durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, Seite 994.[4] Die Neukombination zu Sarcopoterium spinosum (L.) Spach wurde 1846 durch Édouard Spach in Ann. Sci. Nat. Bot., Séries 3 5, Seite 43, in der von ihm neu aufgestellte Gattung Sarcopoterium, veröffentlicht. Weitere Synonyme für Sarcopoterium spinosum (L.) Spach sind: Poterium spinosum L., Sanguisorba spinosa (L.) Bertol., Pimpinella spinosa Gaertn.[5][1]

Kulturelle Bedeutung und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Prediger 7:6 diente dieser Strauch als Brennstoff. Er vergleicht das vergängliche Lachen der Toren mit dem Prasseln brennender Dornen unter dem Kochtopf.

Die Dornige Bibernelle wird traditionell als Heckenpflanze, zum Bau von Zäunen sowie als Zunder verwendet. In der traditionellen arabischen Heilkunde soll sie die Symptome von Diabetes mellitus und verschiedene Schmerzen lindern. In Laborversuchen zeigten Extrakte aus der Dornigen Bibernelle einen Insulin-ähnlichen Effekt auf Zellkulturen.[6]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Jahn, Peter Schönfelder: Exkursionsflora für Kreta. Mit Beiträgen von Alfred Mayer und Martin Scheuerer. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1995, ISBN 3-8001-3478-0, S. 136.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sarcopoterium spinosum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  2. a b c Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag Stuttgart 2008. ISBN 978-3-440-10742-3. S. 312.
  3. Sarcopoterium spinosum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  4. Carl von Linné: Species Plantarum, 2, 1753, S. 994 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  5. A. Kurtto (2009): Rosaceae (pro parte majore). Datenblatt Sarcopoterium spinosum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  6. Tovit Rosenzweig, Guila Abitbol, Dvir Taler: Evaluating the anti-diabetic effects of Sarcopoterium spinosum extracts in vitro. In: Israel Journal of Plant Sciences. Band 55, Nr. 1, 2007, S. 103–109, doi:10.1560/IJPS.55.1.103.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dornige Bibernelle (Sarcopoterium spinosum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien