Duffesbach

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Duffesbach
Hürther Bach
Unterhalb Efferens

Unterhalb Efferens

Daten
Gewässerkennzahl DE: 27354
Lage Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle Bei Hürth
50° 51′ 41″ N, 6° 51′ 7″ O
Quellhöhe ca. 120 m ü. NHN[1]
Mündung In Köln in den RheinKoordinaten: 50° 56′ 3″ N, 6° 57′ 49″ O
50° 56′ 3″ N, 6° 57′ 49″ O
Mündungshöhe 44 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 76 m
Sohlgefälle ca. 5,9 ‰
Länge 12,9 km[2]
Einzugsgebiet 10,093 km²[2]
Mündung des Duffesbach in den Rhein in Köln, Höhe Rheingasse. Nur bei extremen Niedrigwasser des Rheins zu sehen. Hier Rhein Pegel Köln 72 cm am 21. Oktober 2018.

Mündung des Duffesbach in den Rhein in Köln, Höhe Rheingasse. Nur bei extremen Niedrigwasser des Rheins zu sehen. Hier Rhein Pegel Köln 72 cm am 21. Oktober 2018.

Köln und die Bach ca. 16. Jh.

Köln und die Bach ca. 16. Jh.

Der Duffesbach erreicht als einziger Bach in der Kölner Bucht in Köln den Rhein. Dies rührt daher, dass er als Nachfolge-Fließgewässer der in römischer Zeit durch Wasserbaumaßnahmen konstruierten Hürther Leitung aus dem Hürther Tal in einem künstlichen Bachbett den mittelalterlichen Kölner Zünften und Gewerbebetrieben dienen musste. Auch dies ist einzigartig. Vor dieser Zeit versickerte er in den Schottern nahe der Stufe der niederrheinischen Mittelterrasse zwischen Kalscheuren und dem Militärring, wie dies Ablagerungen (Kolluvien) dort und fehlende Kolluvien an der rezenten Bachtrasse beweisen.[3]

Name des Bachs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bach hatte in früherer Zeit unterschiedliche Namen. In Köln hieß er wie der Gleueler Bach, nur die Bach. Der Straßenzug, der den Bach in Köln begleitete, heißt als Ganzes die Kölner Bäche. Vor Köln hieß er meist Hürther Bach. Der Name Duffesbach ist in seiner Bedeutung unklar. Die Deutungsversuche nach Tuff-Mühle oder Duffes/Taubenhaus geben keinen rechten Sinn, können aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hürther Bäche um 1800

Die Quellen des Baches liegen in der Ville bei Knapsack. Drei Quellbäche, aus der Kranzmaar sowie nordwestlich (Hürther Bach) und südöstlich von Knapsack kommend (Knapsacker Bach), vereinigten sich oberhalb der Hürther Talmühle. Dieser Quellhorizont ist durch den Braunkohleabbau in der Ville weitgehend verändert und trocken gefallen und zum größten Teil auch durch die Knapsacker Industrie überformt. Der Bach beginnt heute unterhalb der Kläranlage des Chemieparks in der Nähe des ehemaligen Haltepunktes der dort ehemals verlaufenden Trasse der Schwarzen Bahn. Der größte Teil des Bachwassers fließt heute aus Rohren, die die Gelände des Chemieparks entwässern. Weitere Quellen (Sprünge) und kleinere Gerinne (22) aus den vielen -broichs des Hürther Tales werden in einer Urkunde aus dem Jahre 1773 aufgelistet.[4] Sie wurden früher zur Verbesserung der Wasserführung gefasst und in den Bach eingeleitet. Trotz des kurzen Laufs waren die Villebäche relativ ergiebig, weil das Grundwasser sich über dem liegenden Ton staute, die darüber gelagerte Braunkohle Wasser speicherte und die Kölner und die Ville-Scholle nach Nordosten gekippt sind.

Bachlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Hürther Tal austretend, wird der Bach rechtwinklig nach Westen in Richtung der alten Burg Hermülheim verschwenkt und quer über den flach auslaufenden Riedel der Theresienhöhe geführt, früher in einem gemauerten offenen Bett durch die Kirch-/Severinusstraße, heute verrohrt. Bei Unwettern ergoss er sich oft wieder über die Luxemburger Straße. Immer wieder musste das Bett dort ausgebessert werden. Von der Burg fließt er gradlinig und offen parallel zum ehemaligen Aquädukt durch Efferen (in der Bachstraße verrohrt) auf Köln zu. Unterhalb Efferens nahm er früher den Stotzheimer Bach (Oberlauf: Bornbach auch Burbacher Bach) als einzigen Nebenbach auf, der heute in den Kölner Randkanal geleitet wird. Auch vom Duffesbach wird Wasser bei Starkregen oder bei größerer Wasserführung in den Randkanal abgeleitet. Er erreicht Köln an der Autobahn. Im Stadtbezirk Lindenthal fließt er kanalisiert unter der Luxemburger Straße. Beim Weißhaus füllte er früher den Weiher des Herrenhauses. Der Eintritt ins mittelalterliche Stadtgebiet war am Bachtor. Von dort fließt er, im Mittelalter offen, heute kanalisiert, vorbei an der alten Römermauer mit dem römischen Südtor Hohe Pforte über den Filzengraben (im Mittelalter noch mehrfach verzweigt) in den Rhein.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alleine auf jetzigem Hürther Gebiet gab es früher sieben Mühlen, in Köln kurz vor der Mündung dann noch die Malzmühle. Dabei waren keine eigentlichen Mühlenteiche angelegt. Teilweise wurde das Wasser kurz im Mühlenbach selbst angestaut. Alle Mühlen konnten nur mahlen, wenn die oberen Mühlen das Wasser nicht anstauten. Außer der Malzmühle hatte der Schleifkotten bei Efferen eine besondere Nutzungsart. Vor dem Schleifen wurde die Lowenmühle zur Bearbeitung von Gerberlohe genutzt. Die Mühlen leben heute nur noch in Straßennamen weiter. Die Burgherren und Gutsbesitzer am Bachlauf nutzten das Bachwasser zum Befüllen der Burgweiher. Dies durften sie nach Verträgen mit der Stadt Köln nur am Sonntag, wenn das Wasser nicht für das Kölner Gewerbe gebraucht wurde. Dieses Gewerbe schlägt sich heute noch in den Namen der Straßen im Verlauf des Straßenzuges Kölner Bäche nieder.

Eine zeitgemäße Nutzung des Duffesbaches ist durch die Ausweisung der heute noch offenen Uferzonen als Grünzug möglich geworden. Eine Renaturierung wie etwa beim Pulheimer Bach erscheint fragwürdig, da der Bach ab Hermülheim nie ein natürliches Flussbett hatte. Eine Renaturierung des Oberlaufs ist durch die Nutzung des engen Tales als Bahntrasse der Schwarzen Bahn nur schwer möglich.

Zur Erhaltung des Bachlaufs und dessen Ufer und zur Beseitigung von Verunreinigungen wurde 2012 der Duffesbachverband gegründet, in dem neben der Stadt Hürth auch Industriebetriebe wie YNCORIS (ehemals InfraServ Knapsack), RWE Power und die Häfen und Güterverkehr Köln AG beteiligt sind. Deren Vorläufer waren die Reinhaltungs- und Entwässerungsgenossenschaft für den Duffesbach und die Duffesbachgenossenschaft.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Messung anhand Deutscher Grundkarte 1:5000
  2. a b Gewässerverzeichnis des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW 2010 (XLS; 4,67 MB)(Hinweise)
  3. Jakob Baumann: Neues über den Duffesbach. In Hürther Heimat. 51/52 (1984) S. 71 ff.
  4. zitiert in Clemens Klug: Hürth, wie es war, wie es wurde. Köln o. J. (1962) S. 94 ff.
  5. Satzung des Wasserverbandes für das Einzugsgebiet des Duffesbaches im Rhein-Erft-Kreis vom 5. Dezember 2012. (PDF; 63 kB) In: Amtsblatt Nr. 39. Stadt Hürth, 11. Dezember 2012, archiviert vom Original am 7. September 2014; abgerufen am 31. Januar 2019.