Eleonora Maria Rosalia von Liechtenstein

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Eleonora Maria Rosalia von Liechtenstein, nach ihrer Heirat Eleonora Maria Rosalia von Eggenberg (geboren 1647; gestorben am 4. August 1704 in Graz) war von Geburt eine Prinzessin von Liechtenstein sowie Herzogin von Troppau und Jägerndorf.

Sie war die Tochter von Karl Eusebius von Liechtenstein und dessen Frau Johanna Beatrix von Dietrichstein-Nikolsburg. Sie heiratete am 4. Juli 1666 den Fürsten Johann Seyfried von Eggenberg (1644–1713).[1] Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter den ersten Sohn und Nachfolger seines Vaters, Johann Anton II. von Eggenberg (1669–1716).

Unter ihrem Namen als Eleonora Maria Rosalia, Herzogin von Troppau und Jägerndorf, erschien in Wien, gedruckt durch den Druckermeister Leopold Voigt, erstmals 1695 ein Werk mit volksmedizinischen Arzneirezepten, Hausmitteln und Diätvorschriften, welches den Titel „Freiwillig aufgesprungener Granatapfel des christlichen Samaritans“ trug.[2] Diese Sammlung, beruhend auf einem bereits 1686 anonym herausgegebenen Koch- und Artzney-Buch, war sehr erfolgreich und wurde darum mehrfach neu aufgelegt und dabei weiter überarbeitet; 1741 erschien bereits die 12. Auflage in Wien.[3] Auch Nachdrucke aus anderen Städten sind bekannt. In dem Werk waren über 1700 Rezepte enthalten; ein Zusatzbuch in der vierten Auflage enthielt zudem 500 Kochrezepte. Bei dem Verleger Thomas Fritsch in Leipzig erschien 1713 zudem ein vorgeblicher „Zweiter Teil“ des „Granatapfels“, verfasst jedoch von dem dort praktizierenden Arzt Georg Adam Seelig[1] und wurde ebenfalls mehrfach aufgelegt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Sachs: Das sogenannte Arzneibuch der Eleonora Maria Rosalia, Herzogin von Troppau und Jägerndorf: eine unter dem Titel ‚Freywillig-auffgesprungener Granat-Apffel‘ erstmals 1695 erschienene Rezeptsammlung der Fürstin Eleonora Maria Rosalia von Eggenberg (1647–1703) geb. Fürstin von Liechtenstein, Herzogin von Jägerndorf und Troppau. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 14, 1996, S. 45–62.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hanns Bohatta: Fürstin Eleonore von Liechtenstein und ihr Granatapfel. Ein bibliographischer Versuch. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, 1933. Digitalisat
  2. Eleonora Maria Rosalia, Herzogin zu Crummau und Fürstin zu Eckenberg: Freywillig-auffgesprungener Granat-Apffel / Deß Christlichen Samaritans / Oder: Auß Christlicher Lieb deß Nächsten eröffnete Gehaimbnus Viler vortrefflichen / sonders bewährten Mitteln und Wunder-haylsamen Artzneyen wider unterschidliche Zuständ und Ubel deß Menschlichen Leibs und Lebens. [...]. Digitalisat
  3. Digitalisat der 12. Auflage
  4. Georg Adam Seelig: Des freywillig aufgesprungenen Granat-Apffels des Christlichen Samariters Anderer theil: oder Aus Christlicher liebe des nechsten eröffnete Geheimnisse Vieler vortrefflichr bewährter Artzneyen [...]. Leipzig (Thomas Fritsch) 1727.