Ella Briggs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ella Briggs (* 5. März 1880 in Wien; † 20. Juni 1977 in London; gebürtig Ella Baumfeld) war eine österreichische Architektin.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Ella Baumfeld war die Tochter eines Advokaten aus Wien. Da ein Architekturstudium für Frauen in der Monarchie noch nicht möglich war, studierte sie Malerei in der Malschule des Wiener Frauenerwerbsvereines bei Adalbert Seligmann und später an der Wiener Kunstgewerbeschule bei verschiedenen Lehrern. 1907 heiratete sie in New York den Juristen Walter J. Briggs, der als Brix in Wien geboren war; sie wurden 1912 geschieden. Von 1916 bis 1918 war sie außerordentliche Gasthörerin beim Zeichenunterricht an der Technischen Bauschule. 1919 schloss sie das Fach Hochbau an der Staatsgewerbeschule in Salzburg ab. Anschließend folgten zwei Jahre Studium bei Theodor Fischer an der Technischen Hochschule München.

Der Pestalozzi-Hof.

1920 ging sie in die USA, wo sie in New York und Philadelphia arbeitete. Sie publizierte dort auch in verschiedenen Fachzeitschriften. Die amerikanischen Entwürfe wurden auch im Wiener Künstlerhaus ausgestellt. Ab 1921 war sie als erste Frau Mitglied des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins. Außerdem war sie die erste befugte Architektin Österreichs. Nach ihrer Rückkehr nach Wien errichtete sie als ihr einziges Bauwerk hier, den Pestalozzihof sowie das anschließende Ledigenheim. Sie war eine von zwei Frauen (neben Margarete Schütte-Lihotzky), die in der Zwischenkriegszeit Gemeindebauten für die Gemeinde Wien ausführten.

Von 1930 bis 1933 lebte sie in Berlin, wo sie einige Siedlungen und Wohnbauten errichten konnte. Als Jüdin musste sie vor den Nazis vorläufig zurück nach Wien fliehen. 1936 wanderte sie nach England aus, bekam dort aber zunächst keine Arbeitserlaubnis. Bald darauf entstanden Entwürfe für eine Wohnbaugenossenschaft in Enfield. 1947 erhielt sie die britische Staatsbürgerschaft. In London eröffnete sie ein Büro, in dem sie bis zu ihrem Tod arbeitete.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kerstin Dörhöfer: Pionierinnen in der Architektur. Eine Baugeschichte der Moderne. Wasmuth Verlag, Tübingen 2004, ISBN 3 8030 0639 2
  • Katrin Stingl: Ella Briggs (-Baumfeld). Diplomarbeit Universität Wien, Wien 2008 (Online-Version)

Weblinks[Bearbeiten]