Ministry of Sound

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„Bar“ im Ministry of Sound
„Box“ im Ministry of Sound
„Box“ im Ministry of Sound
Ministry of Sound Beach Club in Hurghada, Ägypten

Das Ministry of Sound (MoS) gehört zu den berühmtesten und größten Nachtclubs der Welt. Es liegt in Süd-London (U-Bahn Bakerloo-Linie oder Northern-Line bis Haltestelle Elephant & Castle) und war in den frühen 1990er Jahren mit ausschlaggebend für die Entwicklung der House-Musik in Großbritannien. Gegründet wurde es von Jamie Palumbo, zum größten Teil ist es noch heute in seinem Besitz. Ministry of Sound Clubs gibt es mittlerweile auch in anderen Ländern wie z. B. in Ägypten.

Mittlerweile ist Ministry of Sound (ähnlich wie Kontor Records) vor allem durch diverse Sampler und Clubsound-Veröffentlichungen (The Annual, La Nuit, Clubbers Guide, Love Parade) bekannt.

Ministry of Sound London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Club verfügt über vier Tanzflächen, diese Räume werden wie folgt genannt: „103“, die „Baby Box“, das „Loft“ und die „Box“. In der „Box“ liegt der Fokus auf dem Klang. Justin Berkmann, DJ und Mitbegründer:[1] „Mein Konzept für Ministry of Sound lautete folgendermaßen: 100 % Soundanlage an erster Stelle, Lightshow an zweiter, Design an dritter; die Umkehrung der Relevanzen anderer Clubs.“[2] Der Spitzenwert des Soundsystems beträgt 150 dB(A). Hierzu wurde ein eigens für diesen Zweck konstruiertes Dach eingebaut, das den Klang absorbiert. Des Weiteren wurde ein sogenannter Schwingboden eingesetzt, der das Tanzen für längere Zeit ohne Ermüdung der Beine ermöglicht. Dem Club wurde zudem die erste 24-Stunden-Tanz-Genehmigung des Vereinigten Königreichs ausgestellt.

Seit April 2008 werden die Freitage von The Gallery veranstaltet, hierbei treten weltbekannte Trance-DJs wie W&W, Richard Durand, Markus Schulz, Ferry Corsten, Aly & Fila und Cosmic Gate auf.[3]

An den Samstagen spielen weltbekannte DJs, vorwiegend aus dem Bereich House, Elektro und Techno. Als Beispiele sind Richie Hawtin, Roger Sanchez und Benny Benassi zu nennen.[3]

Label[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Label Ministry Of Sound gibt es bereits seit mehr als 15 Jahren. Ministry of Sound Germany GmbH ist eine Berliner Plattenfirma, welche im Spätsommer 2001 gegründet wurde. Sie ist eng mit dem Londoner Mutter-Label verbunden, das wiederum zur MSHK Group gehört, aber dennoch als eigenständiges Unternehmen zu sehen ist. 2006 übernahm Ministry of Sound das Label Hed Kandi. Seit Anfang September 2010 firmiert die Ministry of Sound Germany GmbH unter dem Namen Embassy of Music GmbH. Mit der Umbenennung soll die stilistische Öffnung des ursprünglich auf Dance spezialisierten Independentlabels auf Künstler wie Carla Bruni, Moby, Oceana oder Nena verdeutlicht und ein Signal für die Unabhängigkeit von der einstigen britischen Mutterfirma Ministry of Sound London, die bis 2007 an der deutschen Dependance beteiligt war, erreicht werden.[4]

Schon seit den 1990er Jahren veröffentlicht Ministry of Sound verschiedene Kompilation-Projekte. In Deutschland werden diese von der Embassy of Music betrieben; während die englischen von Ministry of Sound London betrieben werden; auf fast jeder Reihe (mit Ausnahme der von 2011 bis 2014 betriebenen Euphoria-Reihe) ist auch das Ministry of Sound-Logo zu finden.

Zu den Kompilation-Serien gehören:

  • The Annual: beinhaltet die beliebtesten Club-Hits des Jahres (vergleichbar mit der Kontor Top of the Clubs). Bis 2012 hatten auch Deutschland, Australien und Portugal je eine eigene Version, die sich vom englischen Original mit (regional bedingt) teilweise anderen Titeln unterschied. Zudem gab es auch viel Jahre lange eine Ausgabe für den Frühling oder Sommer (von der Embass of Music bzw. Embassy One) sowie bis einschließlich 2013 eine für Ibiza (von Ministry of Sound London).
  • Club Files: beinhaltet zwei CDs mit den neuesten Club-Hits plus eine DVD mit Musikvideos.
  • Clubbers Guide: größtenteils in Zusammenarbeit mit Embassy One veröffentlicht und erscheint in regelmäßigeren Abständen als die Annual-Ausgaben, enthält allerdings lediglich zwei CDs und weniger Titel, um immer die Extended-Versionen zu spielen, was in der Annual nur gelegentlich der Fall ist. Zudem erschienen mehrere Spezialausgaben, die an ein bestimmtes Land (wie z. B. Deutschland) gerichtet waren, sowie 2011, 2012 und 2017 eine Clubbers Guide to Festivals-Ausgabe.
  • Anthems: beinhaltet die bekanntesten Lieder einer bestimmten Musikrichtung, wie z. B. Trance oder R&B. Nahezu jede Ausgabe beinhaltet zudem ein Booklet mit Informationen (und der Geschichte) über die jeweilige Musikrichtung.
  • Throwback: 2015 und 2016 erschienen mehrere Ausgaben zu einer bestimmten Rubrik, wie „Grooves“, „Ibiza“ oder „Slowjamz“.
  • I Love: eine neuere, seit 2015 erscheinende Reihe, die als inoffizieller Nachfolger der Anthems-Reihe betrachtet werden kann; das Prinzip ist allerdings eher vergleichbar mit der Throwback-Reihe.
  • Grooves bzw. Jams: beinhaltet die bekanntesten von Contemporary R&B beeinflussten Titel einer bestimmten Dekade.

Abseits der Compilation-Projekte hat Ministry of Sound Germany auch Künstler direkt unter Vertrag, so z. B. Shaggy, Carla Bruni, Simply Red, Robyn oder auch Calvin Harris. Hinzu kommen die Veröffentlichungen von DJs wie Eric Prydz, Fedde Le Grand, Laurent Wolf, Plastik Funk und Bob Sinclar. Zu den bekannteren Hits des Labels zählen Love Generation von Bob Sinclar, Feel The Rush von Shaggy, Call On Me von Eric Prydz und Let Me Think About It von Ida Corr vs. Fedde Le Grand. Im Jahr 2009 stießen Newcomer wie Oceana, The Dø und Mikroboy zum Labelrepertoire hinzu.

Ministry of Sound Germany agiert zudem als Medien-Agentur für Xavier Naidoo und Söhne Mannheims, beriet die FIFA bei der Fußball-WM 2006, die UEFA bei der Fußball-EM 2008 und wickelte das Musikconsulting für die 50-teilige Anthologie Süddeutsche Zeitung Diskothek ab.

Aktuelle Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2017 eröffnete Ministry of Sound zudem ein eigenes Fitness-Studio.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. billboard.com vom 14. Dezember 2017, Ministry of Sound's Justin Berkmann on ..., abgerufen am 28. Oktober 2019.
  2. B. Brewster, F. Broughton: The Manual. The who, the where, the why of clubland. Headline Book Publishing, 1998, S. 95 ff.
  3. a b Club / DJs. In: MinistryOfSound.com. Archiviert vom Original am 10. Februar 2011; abgerufen am 18. September 2018 (Liste der DJs).
  4. Abmahnung Embassy of Music GmbH – Rechtsanwälte Kornmeier & PartnerUmfirmierung. In: Urheberrecht.justlaw.de. Abgerufen am 18. September 2018.
  5. Sam La More. In: MinistryOfSound.com.au. Archiviert vom Original am 29. Oktober 2009; abgerufen im Juni 2012.
  6. Tonite Only. In: discogs.com. Abgerufen am 18. September 2018.

Koordinaten: 51° 29′ 52″ N, 0° 5′ 57″ W