Enfluran

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Strukturformel
Strukturformel von Enfluran
Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie
1:1-Gemisch von (S)-Form und (R)-Form
Allgemeines
Freiname Enfluran
Andere Namen

(RS)-2-Chlor-1-difluormethoxy-1,1,2-trifluorethan

Summenformel C3H2ClF5O
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit mildem, süßlichen Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13838-16-9
EG-Nummer 237-553-4
ECHA-InfoCard 100.034.126
PubChem 3226
DrugBank DB00228
Wikidata Q416740
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N01AB04

Wirkstoffklasse

Inhalationsanästhetikum

Eigenschaften
Molare Masse 184,49 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,5167 g·cm−3 (25 °C)[1]

Siedepunkt

56,5 °C[1]

Dampfdruck

233 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

wenig löslich in Wasser (5,62 g·l−1 bei 25 °C)[1]

Brechungsindex

1,3025 (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: ?
MAK

150 mg·m−3 [1]

Treibhauspotential

705 (bezogen auf 100 Jahre)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Enfluran ist ein dem Halothan ähnliches volatiles Anästhetikum aus der Gruppe der Flurane. Es hat eine gute hypnotische und muskelrelaxierende, jedoch nur schwache analgetische Wirkung. Es wird, unter anderem wegen seiner geringen kardiovaskulären[4] Sicherheitsbreite, weltweit nicht mehr verwendet.

Chemie und Pharmakologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Blut-Gas-Verteilungskoeffizient von Enfluran ist 1,9, das heißt bei einer Konzentration von 1 Volumenprozent (Vol.-%) in den Lungenbläschen beträgt die Konzentration im Blut 1,9 Vol.-%. Daraus resultiert eine mittelschnelle Einschlaf- und Aufwachphase. Die minimale alveoläre Konzentration ist 1,68 %, Enfluran ist damit etwa so potent wie Isofluran. Enfluran ist nur wenig schleimhautreizend.

Die Metabolisierungsrate von Enfluran beträgt 2–3 %, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Leberschädigung gering ist. Die Bedeutung der dabei entstehenden Fluoridverbindungen ist noch nicht geklärt. Enfluran erhöht die Krampfbereitschaft, Muskelzuckungen bis Myoklonien sowie epileptiforme Anfälle, insbesondere im Zusammenhang mit einer Hyperventilation, sind beschrieben. Die blutdrucksenkende Wirkung von Enfluran ist im Vergleich zu den anderen Inhalationsanästhetika stärker ausgeprägt. Wie die anderen Inhalationsanästhetika erhöht Enfluran den Hirndruck und ist Trigger einer malignen Hyperthermie sowie der Porphyrie.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Enfluran in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-228.
  3. G. Myhre, D. Shindell et al.: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Working Group I contribution to the IPCC Fifth Assessment Report. Hrsg.: Intergovernmental Panel on Climate Change. 2013, Chapter 8: Anthropogenic and Natural Radiative Forcing, S. 24–39; Table 8.SM.16 (PDF).
  4. Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin/ Heidelberg/ New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 6–8.
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