Ennenda

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Ennenda
Wappen von Ennenda
Staat: Schweiz
Kanton: Glarus (GL)
Bezirk: Keine Bezirkseinteilungw
Politische Gemeinde: Glarusi2
Postleitzahl: 8755
Koordinaten: 724580 / 210505Koordinaten: 47° 2′ 2″ N, 9° 4′ 40″ O; CH1903: 724580 / 210505
Höhe: 478 m ü. M.
Fläche: 22,24 km²
Einwohner: 2726 (01.01.2017)
Einwohnerdichte: 123 Einw. pro km²
Website: Gemeinde Webseite
Karte
Ennenda (Schweiz)
Ennenda
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2011
Ennenda, historisches Luftbild von 1925, aufgenommen aus 200 Metern Höhe von Walter Mittelholzer

Ennenda ist eine ehemalige politische Gemeinde des Kantons Glarus in der Schweiz.

Das Dorf wurde im Rahmen der Glarner Gemeindereform auf den 1. Januar 2011 mit den Gemeinden Glarus, Netstal und Riedern zur neuen Gemeinde Glarus zusammengelegt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sich in der oberen rechten Ecke des Wappens befindende Merkurstab ist ein Zeichen für den Reichtum und den internationalen Handel mit Textilien und Schiefer, den Ennedna in den letzten Jahrhunderten genoss. Er symbolisiert zudem Wohlstand und Gesundheit. Die weisse Wellenlinie die Quer durch das Wappen verläuft ist ein Symbol für die Linth, die Glarus von Ennenda trennt. In der unteren linken Ecke befinden sich schwarze und gelbe Streifen in den Farben des Glarner (Stadt Glarus) Wappens. Das Wappen der Gemeinde Glarus (nach der Gemeindefusion) ist stark vom Ennendaner Wappen beeinflusst.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ennenda reicht vom tiefsten Punkt auf 462 m ü. M., dem Alpenbrückli, bis hinauf zum Hächlenstock auf 2316 m ü. M., dem höchsten Punkt der Gemeinde. Es besteht aus den Dorfteilen Oberdorf, Sturmigen, Ennetbühls und Ennetberge. Die Gemeinde liegt gegenüber von Glarus auf der rechten östlichen Seite der Linth am Fuss des Schilt. Von der Gemeindefläche sind 35,5 % landwirtschaftliche Nutzflächen, 37,7 % Wald, 3,8 % sind Siedlungsfläche und 22,9 % unproduktiv.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1554 204
1763 1'018
1850 2'313
1870 2'783
1900 2'494
1950 2'940
1960 3'076
2000 2'808
2010 2'684
2017 2'726

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SP erreichte bei den Nationalratswahlen 2003 71,1 % der Wählerstimmen, 28,9 % der Stimmen gingen an andere Parteien. Dieses Resultat ist nur beschränkt aussagefähige, da der bisherige SP-Vertreter als Person sehr populär war und die grösste Glarner Partei, die FDP, nicht antrat (im Gegenzug verzichtete die SP auf eine Ständeratskandiadatur.)

Schon aussagekräftiger ist die Zusammensetzung des (nach Majorz gewählten) neunköpfigen Gemeinderats, Stand nach den letzten Wahlen 2006: 4 FDP, 3 SVP, 2 SP (einschliesslich der Gemeindepräsidentin Käthi Meier-Probst). - Seither ist 1 SP- und 1 FDP-Gemeinderat zurückgetreten; im Hinblick auf die baldige Fusion mit Glarus, Riedern und Netstal, die die Auflösung der Gemeinde Ennenda und ihres Gemeinderats bedeutet, werden diese beiden Sitze nicht mehr neu besetzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Mal wurde Ennenda (damals noch: "Obront und Nydern Ennent-A") in den Urbar der Habsburger und Säckinger im 14. Jahrhundert erwähnt. Dies erklärt zugleich auch den Namen der Gemeinde: Ennet-A, also Neben dem Fluss (Ennet em Fluss).

Der älteste Dorfteil, das Oberdorf, wird 1303–1307 als Obront-Ennant-A und das Niederdorf Nydern-Ennant-A erwähnt. Das Dorf war im Jahr 1395 dem Kloster Säckingen abgabepflichtig. Kirchgenössig waren die Einwohner nach Glarus. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. 1774 baute man in Ennenda die reformierte Kirche, ein Jahr später das Pfarrhaus.

Seit 1417 ist die Nutzung der Wasserkraft durch Mühle, Säge, Hanf- und Flachsstampfe bezeugt. Der ebene Talboden konnte nach der Eindämmung der Linth bereits im 16. Jahrhundert genutzt werden.

Jakob Bellersheim aus Hessen begann 1616 Schiefertische herzustellen. Dieses Gewerbe erlebte einen derartigen Aufschwung, dass von Mitte des 17. Jahrhunderts bis Mitte des 18. Jahrhunderts die meisten Haushalte an Herstellung und Export der Schiefertische beteiligt waren. Ennenda entwickelte sich zu einem Handelsdorf und bedeutende Firmen der alten Eidgenossenschaft hatten hier ihren Sitz, so 1750 die Wienerhandlung Jenny-Aebli & Comp., die Deutschländerhandlung der Firma Markus Oertli & Sohn in Riga und die Holländer Handelsgesellschaft Weber-Aebli & Comp. Diese Firmen waren zu der Zeit in ganz Europa aktiv.

Im Jahr 1775 wurde die Reformierte Kirche Ennenda erbaut.

Nach dem Untergang der Handelshäuser hielten Stoffdruckereien und andere Industriezweige Einzug in Ennenda. Das erste Schulhaus des Kantons wurde 1832 eingeweiht. Ennenda war einst die reichste Gemeinde der Schweiz.

1879 wurde in Ennenda im Rahmen der Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Glarus und Linthal ein dreigleisiger Bahnhof, der mittlerweile bis auf ein Gleis reduziert wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ennenda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Glarner Gemeindewappen" aus dem Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus - https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=hvg-001:1941:50#33