Ernst Gisel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadtwerke und Museum Judengasse in Frankfurt a.M.; 1990
Stadtwerke in Frankfurt a.M. – Ansicht vom Main Tower, 1990
Reformierte Kirche in Effretikon
Parktheater in Grenchen, eingestuft als Kulturgut von regionaler Bedeutung in der Schweiz

Ernst Gisel (* 8. Juni 1922 in Adliswil, Schweiz) ist ein Zürcher Architekt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisel war der Sohn eines Sattlermeisters in Zürich Wollishofen.[1] Nach der Sekundarschule und einer Lehre als Bauzeichner bei Hans Vogelsanger studierte Gisel von 1940 bis 1942 an der Kunstgewerbeschule Zürich, wo er sich endgültig für die Architektur entschied. Nach Mitarbeit bei Alfred Roth ab 1944 gründete er 1945 sein eigenes Atelier in Zürich – zunächst noch zusammen mit Ernst Schaer – und war bald mit ersten Wettbewerbssiegen erfolgreich.

Bekannt wurde er mit dem 1955 fertiggestellten Parktheater Grenchen. In den 1950ern und 1960ern realisierte er zahlreiche Kirchen, beispielsweise in Effretikon (1959–1961) und Reinach (1961–1963), das Theater am Hechtplatz in Zürich sowie verschiedene Schul- und Kommunalbauten.

Zwischen 1960 und 1985 wurde er mehrfach mit der „Prämierung guter Bauten“ in Zürich geehrt. 1966 wurde er Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten BDA, und 1967 erhielt er in Stuttgart den Paul-Bonatz-Preis. In Deutschland realisierte Gisel 1966 bis 1971 im Märkischen Viertel in Berlin einen Wohnkomplex für 1.800 Menschen. 1982 bis 1986 wurde das Rathaus in Fellbach nach seinen Entwürfen gebaut. Das Bauwerk wurde 1987 mit dem Deutschen Architekturpreis sowie dem Deutschen Naturwerkstein-Preis ausgezeichnet, 1988 folgte der Hugo-Häring-Preis, die höchste Auszeichnung der baden-württembergischen Architekten.

Internationale Beachtung fand das 1984 durchgeführte Internationale Architektur Symposium „Mensch und Raum“ an der TU Wien, an dem beispielsweise Bruno Zevi, Dennis Sharp, Pierre Vago, Jorge Glusberg, Justus Dahinden, Frei Otto, Paolo Soleri, Otto Kapfinger, Ionel Schein u.a. teilnahmen.

Gisel lehrte 1968/1969 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und von 1969 bis 1971 an der Technischen Universität Karlsruhe. Gisel hat seine Entwürfe und Kunstwerke in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, beispielsweise 1973 auf der Mailänder Triennale von Aldo Rossi. In seinem Büro in Zürich haben zahlreiche Architekten wie Arno Lederer, Arthur Rüegg und Silvia Gmür-Maglia in jungen Jahren gearbeitet.

Ernst Gisel war von 1968 bis 1979 ausserordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin (West), Sektion Baukunst, anschliessend dort Mitglied, seit 1993 in der vereinigten Akademie der Künste in Berlin, Sektion Baukunst. 1999 hat er sein Zürcher Atelierhaus der ETH Zürich geschenkt; 2004 wurde Ernst Gisel von der ETH Zürich die Ehrendoktorwürde für sein Lebenswerk als Architekt verliehen.

Seit 2010 ist Gisel mit der Schweizer Tänzerin, Schauspielerin und Kabarettistin Margrit Läubli zusammen.[2]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Gisel ist es gelungen, ein Neuerer zu sein, ohne polemisch zu werden, modern, aber nie modisch zu bauen“ (Jörg Häntzschel in der Süddeutschen Zeitung)

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reference[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urs Steiner:Kunst ist für mich kein Begriff Der Zürcher Architekt, Kunstsammler und Maler Ernst Gisel über Kunst und Bauen, in Neue Zürcher Zeitung vom 13. November 2010, abgerufen am 24 Oktober 2015
  2. Margrit Läubli wird 85 abgerufen am 24. Oktober 2015
  3. http://www.kosteljakob.cz/?act=mnu&mid=133

Monografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Maurer, Werner Oechslin (Hg.) in Zusammenarbeit mit Almut Grunewald: Ernst Gisel Architekt, 2., überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage, 2010, 22,5 × 30 cm, Leinen mit Schutzumschlag, 456 Seiten, 1046 Abbildungen, davon 35 Duplex und 42 farbig, 3 Falttafeln, ISBN 978-3-85676-254-4

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Gisel: Ausgewählte Aquarelle, Farbstiftzeichnungen und Federzeichnungen. Scheidegger & Spiess, ISBN 3858810657.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Marquart, Thomas Dix: Ernst Gisel, Rathaus Fellbach (= Opus. Bd. 19). Edition Axel Menges, Stuttgart 1997, ISBN 3-930698-19-6.
  • Bruno Maurer, Werner Oechslin (Hrsg.): Ernst Gisel Architekt. 2., überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage. gta-Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-85676-254-4.
  • Isabelle Rucki, Dorothea Huber: Architektenlexikon der Schweiz 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel u. a. 1998, ISBN 3-7643-5261-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]