Eskilstuna

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Dieser Artikel behandelt den Ort Eskilstuna; für die schwedische Gemeinde Eskilstuna siehe Eskilstuna (Gemeinde).
Eskilstuna
Wappen von Eskilstuna
Sweden Södermanland location map.svg
Eskilstuna
Eskilstuna
Lokalisierung von Södermanland in Schweden
Staat: Schweden
Provinz (län): Södermanlands län
Historische Provinz (landskap): Södermanland
Gemeinde (kommun): Eskilstuna
Koordinaten: 59° 22′ N, 16° 31′ OKoordinaten: 59° 22′ N, 16° 31′ O
SCB-Code: 0740
Status: Tätort
Einwohner: 67.359 (31. Dezember 2015)[1]
Fläche: 29,8 km²[1]
Bevölkerungsdichte: 2260 Einwohner/km²
Liste der Tätorter in Södermanlands län

Eskilstuna [ˈɛskilstʉːna] ist die größte Stadt der schwedischen Provinz Södermanlands län, im Nordwesten der historischen Provinz Södermanland. Eskilstuna ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eskilstuna (Gamla Stad) mit Eskilstunaån

Eskilstuna liegt an einem kleinen Fluss zwischen den Seen Hjälmaren und Mälaren. Der Name des Flusses leitet sich vom Namen der Stadt ab und lautet Eskilstunaån.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuna war ein alter, hier früher gelegener Handelsplatz. Der heilige Eskil, ein englischer Missionar, wurde an seinem Bischofssitz Tuna um das Jahr 1080 begraben. Er gab der späteren Stadt ihren Namen. Der Bischofssitz wurde noch vor 1120 nach Strängnäs verlagert. Das Johanniterkloster von Tuna gehörte mit der Siedlung zur Stadt Torshälla. Auch die Johanniter gingen 1170 von Tuna nach Strängnäs.

Karl Gustavs stad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmiedehäuser der Carl Gustafs stad
Carl Gustafs stads gevärsfaktori

Im 17. Jahrhundert begann bei Eskilstuna die Verarbeitung von Metall. 1654 gründete Reinhold Rademacher aus Riga (Schwedisch-Livland) eine Metallmanufaktur und Schmiede am Eskilstunaån. Am 25. Oktober 1659 erhielt die aufstrebende Siedlung bei dieser Manufaktur den Namen Karl Gustavs stad und die Stadtrechte. König Karl X. Gustav verlieh ihr umfangreiche Privilegien und ein Wappen. In den 1740er Jahren wurde die Neustadt abgetrennt und mit der alten Siedlung Tuna zu Eskilstuna vereinigt.

Karl Gustavs stad entwickelte sich seitdem westlich des Flusses und wurde 1771 als Carl Gustafs stad mit den Rechten einer Freistadt ausgestattet. Die Privilegien enthielten die Befreiung von Kronsteuer, Zoll und Accisen. Zahlreiche Betriebe waren kleinbäuerlich geprägt, aber jeder Hof unterhielt eine Werkstatt um in den Genuss der Steuervorteile zu kommen. Seitdem wuchs die Stadt und wurde für ihre Kleineisenindustrie und Rüstungsindustrie bekannt. Die Gewehrfabrik Carl Gustafs stads gevärsfaktori wurde 1812 vom Staat gekauft und produzierte von 1813 bis 1969 in neuen Gebäuden auf dem Faktorieholm. 1906 wurde die Museumsschmiede Rademachersmedjorna eingerichtet.[2]

Stadt Eskilstuna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosters Kirche in Eskilstuna, 1929 erbaut

Am 17. September 1660 wurde Tuna von Torshälla abgetrennt und die Stadtrechte von Karl Gustavs stad auf Tuna erweitert (heute Gamla stad). Seit dem Zuwachs durch die Neustadt führte die Stadt den Namen Eskilstuna. Am 2. März 1833 wurde Eskilstuna mit Carl Gustafs stad zur Stadt Eskilstuna vereinigt. 1881 hatte die Stadt 8286 Einwohner. 1907 wurden Fors, Nyfors und Kloster eingemeindet.

Gemeinde Eskilstuna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 ging Eskilstuna in der heutigen Großgemeinde Eskilstuna mit über 100.000 Einwohnern auf. Torshälla ist als ehemals älteste Stadt der Gemeinde eine Titularstadt mit beschränkter Selbstverwaltung und etwa 7600 Einwohnern (Dez. 2010). Eine Spaltung der Gemeinde mit Eskilstuna bzw. Torshälla als Hauptorten wurde mit Bürgerentscheid 2006 abgelehnt.

Hauptartikel: Eskilstuna (Gemeinde)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders sehenswert ist die Museumsschmiede Rademachersmedjorna. Hier kann man den Schmieden und Handwerkern bei der Arbeit zusehen, die sie noch auf traditionelle Weise betreiben. Der alte Handelshof Tingsgården beherbergt eine Glas- und Keramikgalerie. Das Stadtmuseum befindet sich im repräsentativen Bau, der 1813 für die Gewehrfabrik errichtet wurde. Die größte Kirche der Stadt wurde 1929 im Stadtteil Kloster fertiggestellt. Außerdem befindet sich in Eskilstuna der beliebte Freizeitpark Parken Zoo.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eskilstuna ist eine Industriestadt, die insbesondere für die Produktion von Werkzeug und Waffen bekannt ist. Die Carl Gustafs stads gevärsfaktori produzierte bis 2012 und wurde durch die Produktion von Maschinenpistolen und Panzerfäusten international bekannt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eskilstuna ist Heimatort des Fußballvereins AFC Eskilstuna, der in der Fotbollsallsvenskan, der höchsten schwedischen Spielklasse, antritt. Der IF Guif spielt in der ersten Handballliga Handbollsligan.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eskilstuna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eskilstuna, en vapensmedja: Carl Gustaf stads gevärsfaktori 1813-2000. Eskilstuna 2008. ISBN 978-91-633-3496-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistiska centralbyrån: Landareal per tätort, folkmängd och invånare per kvadratkilometer. Vart femte år 1960 - 2015 (Datenbankabfrage)
  2. runeberg.org: Eskilstuna. In: Sveriges statskalender 1925. Sp. 1002