Kloss-Maulwurf

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Kloss-Maulwurf
Systematik
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Maulwürfe (Talpidae)
Unterfamilie: Altweltmaulwürfe (Talpinae)
Tribus: Eigentliche Maulwürfe (Talpini)
Gattung: Südostasiatische Maulwürfe (Euroscaptor)
Art: Kloss-Maulwurf
Wissenschaftlicher Name
Euroscaptor klossi
(Thomas, 1929)

Der Kloss-Maulwurf (Euroscaptor klossi) ist eine der Arten der Südostasiatischen Maulwürfe innerhalb der Maulwürfe (Talpidae). Sie ist im Süden der Provinz Yunnan in der Volksrepublik China, in Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam und Malaysia verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kloss-Maulwurf erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 12,3 bis 13,8 Zentimeter und eine Schwanzlänge von 11 bis 16,5 Zentimeter. Er ist damit deutlich kleiner als der Große Chinesische Maulwurf (Euroscaptor grandis) und etwa gleich groß wie der Langnasen-Maulwurf (Euroscaptor longirostris). Das Fell ist dunkel-schwarzbraun. Der Schwanz ist vergleichsweise lang und erreicht in etwa die gleiche Länge wie der Hinterfuß. In ihrer Erscheinung ähnelt die Art vor allem dem Himalaya-Maulwurf (Euroscaptor micrura), hat jedoch einen längeren Schwanz.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Kloss-Maulwurfs

Der Kloss-Maulwurf lebt im südlichen Teil der Provinz Yunnan in der Volksrepublik China sowie der angrenzenden Staaten.[1] Dabei reicht das Verbreitungsgebiet in den Osten von Myanmar, das Hochland im nördlichen und westlichen Thailand sowie den größten Teil der Hochlandgebiete in Laos und Vietnam.[2] Eine isolierte Population lebt in den Bergen der Halbinsel Malaysia.[2]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Lebensweise des Kloss-Maulwurfs liegen nur sehr wenige Informationen vor, sie dürfte aber mit der der anderen Maulwürfe übereinstimmen. Demnach leben sie größtenteils unter der Erde, wo sie Gangsysteme errichten. Ihre Nahrung besteht aus Regenwürmern, Insekten und anderen Kleintieren.

Die Art lebt in Waldgebieten mit sandigen Böden, vor allem in der Nähe von Flüssen. Die Anpassungsfähigkeit an Lebensraumveränderungen ist unbekannt.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kloss-Maulwurf wird als eine von sechs bis acht Arten der Südostasiatischen Maulwürfe (Euroscaptor) innerhalb der Maulwürfe (Talpidae) zugeordnet. Unterarten sind nicht beschrieben.[3] Die Erstbeschreibung stammt von Oldfield Thomas aus dem Jahr 1929. Benannt wurde die Art nach dem Zoologen Cecil Boden Kloss (1877–1949), Mitarbeiter des Raffles Museum in Singapore.[4] Nach einzelnen Positionen wurde die Art dem Himalaya-Maulwurf (Euroscaptor micrura) zugeordnet.[3]

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wird aufgrund des großen Verbreitungsgebietes und der angenommenen großen Bestandszahlen von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als nicht gefährdet (least concern) gelistet. Konkrete Bedrohungen der Art sind nicht bekannt. Sollte die Art abhängig von Waldgebieten sein, könnten Waldrodungen zur Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen, Plantagen oder Siedlungen eine Bedrohung darstellen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloss-Maulwurf (Euroscaptor klossi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Robert S. Hoffmann, Darrin P. Lunde: Greater Chinese Mole. In: Andrew T. Smith, Yan Xie (Hrsg.): A Guide to the Mammals of China. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2008, ISBN 978-0-691-09984-2, S. 322.
  2. a b c d Euroscaptor klossi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: D. Lunde, 2008. Abgerufen am 24. Februar 2013
  3. a b Euroscaptor klossi. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  4. Bo Beolens, Michael Grayson, Michael Watkins: The Eponym Dictionary of Mammals. Johns Hopkins University Press, 2009; S. 225; ISBN 978-0-8018-9304-9.