Evangelische Kirche Albungen

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Albungen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis - Die evangelische Kirche.jpg

Die evangelische Kirche ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Albungen, einem Stadtteil von Eschwege im Werra-Meißner-Kreis (Hessen).

Der Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine spätromanische Saalbau entstand vermutlich um das Jahr 1075, wie das Mauerwerk mit zwei zugemauerten Rundbogenfenstern andeutet. Wie aus der Jahreszahl 1621 HK an der nördlichen Empore zu schließen ist, wurde die Kirche im 17. Jahrhundert erweitert. 1890 und 1912 wurde sie renoviert. Sie ist mit einem barocken Dachreiter versehen. Die Emporen stammen von 1621 und 1695. Die Brüstungen sind bemalt und zeigen u. A. das Wappen der Adelsfamilie Diede. Bemerkenswert ist eine frühromanische Bronzeglocke.[1]

Im August 2016 wurde die Albunger Kirche offiziell zur Radwegekirche erklärt. Sie ist so tagsüber vom Karfreitag bis zum Reformationstag auch außerhalb der Gottesdienstzeiten für Besucher zugänglich. Am Werratal-Radweg ist sie die 6. Radfahrerkirche.[2]

Grabsteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Epitaph eines Diede an der Kirche

An der westlichen Außenwand sind zwei Grabsteine befestigt, Erinnerungen an die Familie Diede bzw. Diede zum Fürstenstein, die die Burg Fürstenstein oberhalb Albungens von 1436 bis zu ihrem Aussterben im Dezember 1807 in ihrem Besitz hatte. Das rechte Epitaph ist eine von den Diedes für ihren langjährigen Verwalter Elias Thon gestiftete Grabplatte. Das linke Epitaph zeigt eine in Stein gehauene überlebensgroße Figur, die einen Diede darstellt, im Ritterkostüm seiner Zeit mit spanischem Kragen und hochgezwirbeltem Schnurrbart. Zu seinen Füßen ist sein Wappen zu sehen.[3]

Kirchenfenster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Albunger Kirchenfenster

Über die Geschichte des Fensters ist nichts bekannt. Unterlagen zur Herkunft und zum Einbau fehlen. Es wird vermutet, dass das dreiteilige Fenster-Ensemble bei der umfangreichen Renovierung von 1890 eingesetzt worden ist. Es entstand wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der neoklassizistischen Phase der Glasmalereikunst und zeigt eine Mischung aus figürlichen und ornamentalen Abbildungen. Die figürlichen Motive sind die die biblischen Symbole: Weinstock mit den Reben, Weizenähren und das siegreiche Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dehio, Georg, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, 2008 ISBN 978-3-422-03092-3
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen. Deutscher Kunstverlag, München 1966
  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. - Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis 2, Stadt Eschwege. Susanne Jacob in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand, Braunschweig; Wiesbaden: Vieweg. 1992. ISBN 3-528-06241-X. Seiten 344 und 345

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Dehio; Bearbeitet von Magnus Backes: Hessen. In: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Erster Band. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 1966, S. 2.
  2. Werra-Rundschau vom 15.08.16 - "Albungen hat jetzt eine Radwegekirche"; abgerufen am 30. März 2018.
  3. Dehio, Georg, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, 2008 ISBN 978-3-422-03092-3 Seite 4

Koordinaten: 51° 13′ 51″ N, 9° 59′ 49″ O

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Evangelische Kirche Albungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien