Bremer Häfen

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Seehäfen an der Weser- und Jade-Mündung
Containerschiff am Container-Terminal Bremerhaven

Die Bremischen Häfen umfassen die Hafengruppen Bremerhaven und Bremen. Die Bremischen Häfen sind der zweitgrößte deutsche und der viertgrößte europäische Universalhafen (nach Rotterdam, Hamburg und Antwerpen). Sie werden durch die bremenports GmbH & Co. KG verwaltet.

In den Bremischen Häfen wurden 2016 über 74,2 Mio. t Seegüter umgeschlagen (2015: 73,4 Mio. t; 2014: 78,3 Mio. t; 2013: 78,8 Mio. t; 2012: 84,0 Mio. t), darunter

  • 5,5 Mio. TEU Container (2015: 5,55 TEU; 2014 und 2013: jeweils 5,8 Mio. TEU; 2012: 6,1 Mio. TEU)
  • 2,068 Mio. Pkw (2015: 2,255 Mio.; 2014: 2,3 Mio.; 2013: 2,179 Mio.[1])

Über die Hafengruppe Bremerhaven werden vorrangig Container und Automobile umgeschlagen, der Seegüterumschlag lag 2016 bei 62 Mio. t (2015: 60,7 Mio. t; 2014: 65,4 Mio. t; 2013 66,1 Mio. t).
Die Hafengruppe Bremen (Bremen-Stadt) trug im Jahr 2016 mit 12,2 Mio. t (2015: 12,7 Mio. t; 2014: 12,8 Mio. t; 2013: 12,6 Mio. t) Seegütern zum Umschlagaufkommen bei, besonders Massengütern, darunter Erze und Kohle.[2][3] Der Seehafen Bremerhaven ist einer der größten Umschlagplätze für Automobile.

Die Bremischen Häfen zählen in Europa zur sogenannten „Hamburg-Antwerp-Range“, den Seehäfen an der südlichen Nordsee, und stehen im Wettbewerb mit den anderen Häfen dieses Gebietes, insbesondere mit Rotterdam und Antwerpen. Vorteile im Wettbewerb erreicht die Hafengruppe durch die Kooperation der Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG) mit der Hamburger Eckelmann-Gruppe (Eurokai), die zusammen Eurogate bilden. Über Eurogate bestehen Beteiligungen am größten Containerhafen des Mittelmeeres Gioia Tauro im Süden Italiens.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Versandung der Unterweser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schiffsverkehr zu den Bremer Häfen wurde bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch die Versandung der Weser erschwert. Hochseeschiffe steuerten nicht mehr die in der Stadtmitte gelegenen Häfen Schlachte an, sondern auf der Unterweser wurden die Waren von den Seeschiffen auf Leichter umgeladen, an der Unterweser traditionell Eken genannt. Die Nachbarstaaten Oldenburg und Kurhannover suchten den Verkehr auf ihre eigenen Häfen umzuleiten, etwa die oldenburgischen Brake und Elsfleth. Darum hatte Bremen Mühe, flussabwärts einen geeigneten Vorhafen zu gründen. Der 1622/1623 angelegte Vegesacker Hafen hatte alsbald auch ein zu flaches Fahrwasser und stand außerdem seit dem Frieden von Habenhausen 1666 nur noch bedingt unter Bremer Kontrolle.

Bremerhaven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Abfertigungsgebäude des Norddeutschen Lloyd in Bremerhaven um 1870
Hauptartikel: Häfen in Bremerhaven

Erst 1827 gelang es dem Bremer Senat, dem Königreich Hannover das Gelände der ehemaligen Carlsburg (Lehe) an der Nordseite der Mündung der Geeste in die Außenweser abzukaufen, samt umgebenden Deichvorland. Dort gründete der Stadtstaat den Ort Bremerhaven und legte ein erstes künstliches Hafenbecken an, den Alten Hafen. 1847 wurde Bremerhaven Ausgangspunkt der ersten Dampfschiffslinie von Europa nach Amerika. Durch seine Lage an der Außenweser hat die Seestadt den Vorteil des tieferen Fahrwassers. Über Schleusenanlagen sind tideunabhängige Hafenbereiche (Dockhäfen) geschaffen worden. Im Jahr 1845 gründete das Königreich Hannover an der Südseite der Geestemündung Hafen und Siedlung Geestemünde. Dieser Hafen lag günstiger als das alte Geestendorf und trat in Konkurrenz zu Bremerhaven.

Auswanderer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die Auswanderungen im 19. Jahrhundert wurde Bremerhaven ab 1852 zum größten Auswandererhafen in Europa. 76.000 Menschen verließen 1852 von hier aus Europa. 1832 erließ Bremen Bestimmungen über eine menschenwürdige Behandlung der Auswanderer. 1849/1850 entstand das Auswandererhaus Bremerhaven auf einem Gelände der ehemaligen schwedischen Festungsstadt Carlsburg. Als 1862 die Geestebahn von Bremen nach Geestemünde führte, blieben die Auswanderer in Bremen und erst bei der Abfahrt wurden sie mit Sonderzügen nach Bremerhaven zu ihren Schiffen gebracht.

Weserkorrektion und moderne Hafenbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bremer Freihafen 1918

In Bremen wurde ab 1887 ein flussabwärts des Stadtkerns gelegener Hafen, der Europahafen, gebaut, um den lukrativen Handel und Schiffsverkehr wieder an die Stadt zu holen. Im Folgejahr begann nach jahrelangen Vorarbeiten die Weserkorrektion mit der das Fahrwasser der Unterweser nachhaltig vertieft wurde, so dass der Europahafen von modernen Hochseeschiffen angelaufen werden konnte. Als ebenfalls 1888 die Freie Hansestadt Bremen dem Deutschen Zollverein beitrat, blieb der neue Hafen Zollausland, in dem er zum Freihafen erklärt wurde. Dieser lukrative Freihafen wurde 1891–1900 um den Holz- und Fabrikenhafen erweitert, heute das südlichste dem Hochseeverkehr dienende Hafenbecken Bremens. 1906 kam der Überseehafen hinzu. 1910 wurde nördlich der bisherigen Hafenbecken der Komplex der Industriehäfen eröffnet, im Gegensatz zu den vorigen durch eine Schleuse gesichert. An der Schlachte legten seitdem nur noch Ausflugsschiffe für Fahrten auf der Unter- und Außenweser an.

Wesermünde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1924 wurden die in der Preußischen Provinz Hannover gelegene Städte Geestemünde und Lehe zur kreisfreien Stadt Wesermünde vereinigt. 1939 wurde auch Bremerhaven als Stadtteil in das preußische Wesermünde eingegliedert. Das Hafengebiet Bremerhavens verblieb als Stadtbremisches Überseehafengebiet Bremerhaven bei der Stadt Bremen.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente Bremerhaven als Nachschubhafen ("Port of Embarkation") für die US-Besatzungstruppen in Deutschland. Durch eine Übereinkunft der britischen und US-amerikanischen Besatzungsbehörden wurden 1947 das Stadt- und Landgebiet Bremens sowie der Stadtkreis Wesermünde, einschließlich Bremerhaven, zu „einem als Land zu bezeichnenden Verwaltungsgebiet“ erklärt.

Briefmarke 1973 zu Bremen aus der Serie Fremdenverkehr

Neustädter Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1950er Jahren wuchs der Außenhandel. Die in Bremen auf der rechten Weserseite vorhandenen Umschlagkapazitäten reichten dafür nicht aus. Die Stadt entschloss sich 1960 dazu, ein 1,6 km² großes Gebiet auf der linken Weserseite zu erschließen. 1964 nahm dort der Neustädter Hafen als Freihafen seinen Betrieb auf; 1968 wurde er um ein Containerterminal erweitert, das heute allerdings nur noch unwesentlich zum Umschlag beiträgt.

Containerterminal Bremerhaven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1968 wurde der erste Teil des Container-Terminals Bremerhaven gebaut, 1971 erfolgte die Erweiterung an der Nordostseite der Weser als Container-Terminal I (CT I). Die zunehmende Containerisierung, der größere Tiefgang für größer werdende Schiffe und die Zeitersparnisse führten zu einer Verlagerung des Verkehrs von Bremen nach Bremerhaven. 1975 wurden rund 400.000 Container in den bremischen Häfen umgeschlagen.[5] Im September 2008 wurde schließlich, als letzter Bauabschnitt, das Container-Terminal IV (CT IV) eingeweiht. 2014 ist die Zahl der Container auf 3,43 Mio. gestiegen.

Obere Hafenbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochseeverkehr in die Häfen im eigentlichen Bremen ging parallel dazu in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts deutlich zurück. Übrig geblieben sind Rohstofflieferungen für im Hafengebiet oder nächster Nähe angesiedelte Industriebetriebe.

1998 wurde das Hafenbecken des 1906 eröffneten Überseehafens zugeschüttet, vor Allem mit Baggergut aus der Fahrrinne der Unterweser. Seitdem entsteht hier aus dem Hafengebiet der multifunktionelle Stadtteil Überseestadt.

Einzelstandorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– ohne Sporthäfen und regionale Fahrgastschifffahrt –

Bremer Handelshäfen: Holz- und Fabrikenhafen (2006)
Neustädter Hafen

Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Hemelingen befinden sich die nur von Binnenschiffen angelaufenen Häfen:

  • Fuldahafen
  • Werrahafen
  • Allerhafen

Im Ortsteil Überseestadt, der zum Stadtteil Walle gehört, befinden sich

Im Bremer Stadtteil Häfen befinden sich rechts der Weser

  • hinter der Schleuse Oslebshausen die Industriehäfen mit sieben Hafenbecken, dem Hafenkanal Hafen A, Hafen F, Hafen E, Kalihafen, Kohlehafen (Kraftwerk Hafen), Hüttenhafen und Ölhafen
  • am Stromufer der Stahlwerke Bremen der Mittelsbürener Hafen (Klöcknerhafen)

Links der Weser

Im Stadtteil Blumenthal befinden sich

  • der Seehafen für das Kohlekraftwerk Farge
  • der Tankschiffhafen für das Treibstoffdepot des Bundes
  • die Autoumschlaganlage an der Kaje des früheren Vulkan-Geländes

Bremerhaven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Fischereihafen:

  • der tideunabhängige Fischereihafen

Im stadtbremischen Überseehafengebiet:

Im Stadtteil Weddewarden:

  • das Containerterminal IV

Hafenumschlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein- und ausgehende Fracht,
Schiffe und Passagiere
1990 2000 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Güterverkehr über See in Mio. t 30,2 44,8 64,6 69,1 74,5 63,1 68,9 80,6 84 78,8 78,3 73,4 74,2
davon: Stückgut in Mio. t 19,5 33,8 53,7 58,2 64,9 55,1 59,7 71,1 73,6 68,9 68,9 64,0 64,1
Massengut in Mio. t 10,7 10,9 10,8 10,9 9,5 7,9 9,1 9,5 10,4 9,9 9,4 9,8 10,1
Container in Mio. t 11,4 27,7 44,8 48,7 54,9 48,8 51,9 62,8 65,1 60,9 59,9 55,2 56,8
Container in Mio. Stück 0,77 1,65 2,64 2,92 3,24 2,74 2,91 3,56 3,66 3,47 3,44
Container in Mio. TEU 1,20 2,75 4,44 4,89 5,45 4,58 4,88 5,93 6,13 5,83 5,78 5,57 5,49
Kfz in Mio. Stück 0,71 1,10 1,89 2,07 2,08 1,23 1,63 2,13 2,182 2,179 2,3 2,255 2,068
Seeschiffe, Anzahl 9946 10018 9646 7485 7136 7194 7897 7724 6230 6014
Mittlere Schiffsgröße, (BRZ je Schiff) 17.500 18.900 20.776 23.624 25.566 29.089 31.054 33.069 33.351 31.616
Binnenschiffe, Anzahl 8000 5824 7026 7816 7352 6024 6745 6672 6112 7233 7728 7112[6]
Binnenschiffsfracht in Mio. t 5,18 5,07 5,61 6,43 5,88 5,00 5,71 6,35 6,44 5,29 5,32 5,00[6]
Kreuzfahrtpassagiere in Tausend 37,5 53,5 69,9 74,5 127,2 125,9 57,39 51,37 62,58 66,48 68,94 65,76

Die Umschlagleistung in den Bremischen Häfen ist durch starken Zuwachs in den Jahren zwischen 1990 und 2007 geprägt. Die Umschlagmenge hatte sich verdoppelt, die Anzahl der umgeschlagenen Automobile verdreifacht. Durch die weltweite Finanzkrise kam es 2008 und 2009 zu deutlichen Rückgängen, insbesondere bei Automobilen. Dieser Einbruch bei den Umschlagmengen konnte 2010 weitgehend ausgeglichen werden und 2011 über das Niveau von 2007 gesteigert werden. Weitere Steigerungen, insbesondere beim Containerumschlag, werden sich entsprechend auf den Seehafenhinterlandverkehr auswirken.

Massen- und Stückgut-Umschlag
(ohne Container)
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Gesamt (in Mio. Tonnen) 16,856 19,753 20,366 19,591 14,284 16,920 18,8 17,8
davon:
Erze und Metallabfälle 3,915 5,033 5,268 4,286 3,522 4,488
Eisen, Stahl, NE-Metalle 2,415 2,976 3,401 3,562 2,236 2,721
Fahrzeuge, Maschinen u.ä. 3,594 4,002 4,360 4,764 2,855 3,557
Mineralölerzeugnisse 2,068 2,276 1,524 1,638 1,307 1,379
Kohle, Koks u.ä. 1,216 1,715 1,951 1,647 1,395 1,757
Land- u. forstwirtsch. Erzeugnisse 1,154 1,105 1,156 0,846 0,662 0,734
Andere Nahrungs- u. Futtermittel 0,676 0,658 0,687 0,626 0,867 0,683
übrige Waren 1,818 1,988 2,019 2,222 1,440 1,601
Containerbrücken im Hafen von Bremerhaven

Im Jahr 2010 legten 7136 Seeschiffe mit insgesamt 182 Mio. BRZ in der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven an, davon 3762 Containerschiffe, 1223 Stückgutfrachtschiffe, 1156 Ro-Ro-Schiffe/Fährschiffe und Fahrzeugtransportschiffe und 213 sonstige Schiffe. Die 53 % der Containerschiffe hatten dabei einen Anteil von 76 % am Hafenumschlag über See. In den fünf Jahren zwischen 2005 und 2010 ist die durchschnittliche Schiffsgröße um 50 % von 17.000 auf rund 20.000 BRZ gestiegen. Dieser Trend wird vor allem durch Containerschiffe geprägt und sich weiter fortsetzen, worauf mit einer Vertiefung des Fahrwassers in der Unterweser reagiert wird.

Der Seegüterumschlag stieg von 2009 auf 2010 um 9 %. Der Umschlag von Containern wurde um über 7 % und der von Automobilen um 32 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Der Gesamtumschlag der bremischen Häfen stieg danach von 63 Mio. Tonnen auf 68,9 Mio. Tonnen. Der Containerumschlag stieg von 4,6 Mio. TEU auf 4,9 Mio. TEU. Der nicht containerisierte Umschlag des Stückguts stieg um 22 % besonders stark. 16 % des Zuwachses entfielen auf die Häfen in Bremen-Stadt.[7]

Handelspartner

Bremens wichtigste Handelspartner waren (Zahlen von 2009 in Millionen Tonnen):

  • Import: USA: 3,53 - VR China: 3,51 - Norwegen: 2,9 - Russland: 2,2 - Schweden: 1,85 - Niederlande: 1,81 - Polen: 1,4 - Finnland: 1,3 - Großbritannien: 0,98 - Lettland 0,83 - Kanada: 0,82
  • Export: USA: 4,9 - Russland: 2,5 - VR China: 2,4 - Polen: 1,2 - Italien: 0,99 - Vereinigte Arabische Emirate: 0,95 - Finnland: 0,9 - Hongkong: 0,8 - Norwegen: 0,79 - Indien: 0,75 - Singapur: 0,73

Knapp die Hälfte der Warenumschläge finden zu Staaten in Europa statt.[8]

Containerhäfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme des Container-Terminals in Bremerhaven

Bremerhaven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Container-Terminal Bremerhaven gehört seit Jahren zu den größten Containerhäfen der Welt. 1968 entstand die erste Stromkaje von 700 m Länge. Bis 2008 wurde sie auf 5.000 m verlängert. Die Stellfläche von 3 Mio. m² ist die größte geschlossene Stellfläche der Welt und im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Umgeschlagen wurden 2008 rund 3,24 Mio. Container mit rund 55 Mio. Tonnen Gewicht und bei 5,45 Mio TEU (Einheiten).

Der Umschlagsbereich wird von drei Firmen betrieben:

  • Gemeinschaftsbetrieb BLG / Eurokai KGaA (Eurogate)
  • Gemeinschaftsbetrieb Eurogate/MSC (MSCgate)
  • Gemeinschaftsbetrieb Eurogate/Maersk (NTB)

Im Containerverkehr über See sind in TEU gerechnet die VR China (749.226), USA (662.599), Russische Föderation (390.712), Polen (196.256), Finnland (168.535), Schweden (131.601) und Norwegen (124.562) die führenden Länder, die von der Hafengruppe aus beliefert werden.

Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Containerterminal im Neustädter Hafen wurde ab 1964 geschaffen. Es hat inzwischen für den Containerverkehr nur noch eine untergeordnete Bedeutung.

Hinterlandverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafenhinterlandverkehr durch Containerumschlag

2010 wurden von den 4,9 Mio. TEU durch seeseitigen Feederverkehr rund 3,0 Mio. TEU transportiert.1,9 Mio. TEU gehörten zum Hinterlandtransport. Diese Container-An- und -Abtransporte wurden zu 51 % über die Straße, zu 45 % über die Schiene und nur zu 4 % per Binnenschiff abgewickelt. Der Anteil des Schienenverkehrs hat im Zeitraum 2005 bis 2010 von 37 auf 45 % zugenommen.[9]

Schifffahrtslinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Schifffahrtslinien führen nach Nordamerika, Südamerika, in den mittleren Osten und nach Asien.

Passagierverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich des Passagierverkehrs sind von der Columbuskaje, dem „Kreuzfahrt-Terminal Bremerhaven“, im Jahr 2009 rund 126.000 Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen abgefahren oder angekommen. Früher legten hier die weltbekannten Schiffe mit dem Blauen Band wie die „Bremen“ (1929), die „Europa“ (1928) vom Norddeutschen Lloyds und die „United States“ (1952) von der United States Line an und ab.

Autoumschlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umschlag von Kraftfahrzeugen ist in Bremerhaven – mit gut 2,3 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2015 – sehr bedeutend, für Deutschland ist es der umschlagstärkste vor Emden und Cuxhaven, für Europa nach Zeebrugge der zweitwichtigste.[10]

Autoumschlag gibt es auch an der tideabhängigen Stromkaje in Blumenthal.

Binnenschifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven ist mit einem Güterumschlag von jährlich 5 bis 6,5 Mio. Tonnen, die von 6000–7000 Binnenschiffen transportiert werden, in der Binnenschifffahrt einer der größten Binnenhäfen in Deutschland (Rang 8). Bedingt durch die vielen einzelnen Häfen ist dieser Verkehr sehr dezentral.

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Deutsche Seemannsmission e.V. (DSM German Seaman's Mission), eine christliche Sozialeinrichtung für Seeleute, hat ihren Hauptsitz in Bremen. Sie betreibt Stationen in 16 deutschen Städten und 17 Städten außerhalb Deutschlands. Am Hauptsitz, der in der Straße Jippen im Stephaniviertel in Bremen-Mitte gelegen ist, befindet sich auch das Seemannsheim Bremen. Es wird von der Bremer Seemannsmission e.V. betrieben und ist für die Häfen in der Stadt Bremen zuständig.
  • Für die Häfen in Bremerhaven einschließlich des Stadtbremischen Überseehafengebietes Bremerhaven ist die Deutsche Seemannsmission Bremerhaven zuständig, die als Station Bremerhaven zur Deutschen Seemannsmission Hannover e.V. gehört. Sie betreibt in Bremerhaven ein Seemannsheim sowie einen Seemannsclub.

Hafenbaudirektoren, Oberbaudirektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Hafenbauamt bestand in Bremen im 19. Jahrhundert bis etwa um 1985. Für den Hafenbau bzw. für den Strom war in der Leitungsebene ein Hafenbaudirektor und darüber der Oberbaudirektor zuständig. (Achtung: Die Bezeichnung des Funktionsgrades ist nicht immer übereinstimmen mit der Dienstgradbezeichnung.)

  • Jacobus Johannes van Ronzelen (1800–1865), 1827 Hafenbaudirektor für Bremerhaven, später auch für Bremen
  • Carl Friedrich Hanckes (1829–1891), ab 1872 Hafenbaudirektor
  • Ludwig Franzius (1832–1903), 1875 bis 1903 bis Oberbaudirektor
  • Hermann Bücking (1848–1926), 1903 bis 1915 Oberbaudirektor
  • Eduard Suling (1856–1922), 1913 Hafenbaudirektor, 1915 bis 1922 Oberbaudirektor
  • Heinrich Tillmann (1867–1959), 1920 Hafenbaudirektor, 1922 bis 1933 Oberbaudirektor
  • Anton Hacker (1879–1942), 1922 bis 1942 Hafenbaudirektor
  • Ludwig Plate (1883–1967), 1923 bis 1949 Strombaudirektor, ab 1933 Oberbaudirektor
  • Arnold Agatz (1891–1980), 1930 Hafenbaudirektor, ab 1931 Professor für Grundbau, Wasser- und Hafenbau
  • Ralph Lutz (1915–1993), nach 1945 Hafenbaudirektor, dann bis 1973 Senatsbaudirektor
  • Hans-Günter Rinne, Hafenbaudirektor um 1970er und 1980er Jahre

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Differenziertes Bild in der Umschlagentwicklung. In: Schiff & Hafen, Heft 4/2014, S. 44–47
  2. Frank Binder: Weniger Container in bremischen Häfen · Auch Rückgang beim Fahrzeugumschlag · Aber leichtes Plus bei der Gesamtleistung auf 74,2 Millionen Tonnen. In: Täglicher Hafenbericht vom 23. März 2017
  3. Statistiken von BremenPorts, eingesehen am 21. April 2017
  4. Götz von Rohr: Die Entwicklung der Universalhäfen zwischen Hamburg und Antwerpen. In: Warnsignale aus Nordsee und Wattenmeer, 2002, Verlag Wissenschaftliche Auswertungen
  5. Pressedienst Bremische Hafenvertretung e.V., Januar 1977
  6. a b http://www.bremenports.de/standort/statistiken/binnenschiffsverkehr
  7. Newsletter der Pressestelle des Senats vom 27. Januar 2011
  8. Weser-Kurier: 1. April 2011, S. 18
  9. Bremenports: Zahlen, Daten, Fakten 2010 (PDF)
  10. Eckhard-Herbert Arndt: Emden bleibt Europas Autohub Nummer 3. In: Täglicher Hafenbericht vom 13. Juli 2016, S. 3