Fermoselle

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Gemeinde Fermoselle
Fermoselle – Ortsbild
Fermoselle – Ortsbild
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Fermoselle
Fermoselle (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Zamora
Comarca: Sayago
Koordinaten 41° 19′ N, 6° 24′ WKoordinaten: 41° 19′ N, 6° 24′ W
Höhe: 640 msnm
Fläche: 69,34 km²
Einwohner: 1.277 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 18,42 Einw./km²
Postleitzahl: 49220
Gemeindenummer (INE): 49065 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ayuntamiento de Fermoselle www.fermoselle.es/ Ayuntamiento de Fermoselle

Fermoselle ist eine nordspanische Gemeinde (municipio) in der Provinz Zamora in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Der Ort ist seit 1974 als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico anerkannt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fermoselle liegt auf einem etwa 400 Meter hohen Bergrücken im äußersten Südwesten der Provinz Zamora in einer Höhe von ca. 640 Metern ü. d. M. in der felsigen Landschaft des Naturparks Arribes del Duero nahe der vom Fluss Duero gebildeten Grenze zu Portugal. Das Dorf Tudera befindet sich etwa 25 Kilometer nordöstlich; die Provinzhauptstadt Zamora ist etwa 60 Kilometer (Fahrtstrecke) in nordöstlicher Richtung entfernt. Die portugiesische Gemeinde Bemposta liegt nur 15 Kilometer westlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1950 1960 1970 1981 1991 2000
Einwohner 4.364 3.885 3.196 2.228 1.981 1.646

Im Jahr 1900 hatte der Ort noch über 4.600 Einwohner. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft ist die Bevölkerung seit den 1950er Jahren auf den derzeitigen Tiefststand zurückgegangen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft, vor allem die Anpflanzung von Weinreben, Oliven- und Obstbäumen, spielt traditionell die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Kleinstadt. Im 16. Jahrhundert wird außerdem eine Eisenerzmine in der Umgebung erwähnt. Daneben fungierte der Ort bereits im Mittelalter als Handels-, Handwerks- und Dienstleistungszentrum für die Dörfer und Weiler in der Region. Einnahmen aus dem Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (casas rurales) sind in den letzten Jahrzehnten hinzugekommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funde von Steinbeilen in der Umgebung weisen auf eine lange Besiedlung hin, die auch von den Kelten und Römern fortgeführt wurde – einige Forscher glauben hier den in römischen Quellen genannten Ort Ocellum Durii, Ocella oder Ocila lokalisieren zu können. Nach der Rückeroberung (reconquista) des Nordens der Iberischen Halbinsel aus den Händen der Mauren übergab der leonesische König Alfons IX. im Jahr 1205 den Landstrich mitsamt dem Ort der Grundherrschaft (señorio) des Bischofs von Zamora.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südturm und Atrium der Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción
  • Obwohl bedeutende Sehenswürdigkeiten fehlen, laden die oft verwinkelten Gassen der Altstadt zum Bummeln ein; Seitengassen enden oft in einem Aussichtspunkt (mirador). Der ganze Ort ist als Conjunto histórico-artístico anerkannt.
  • Das während des Comuneros-Aufstands weitgehend zerstörte Castillo de Doña Urraca befindet sich auf der höchsten Stelle des Bergrückens mit Blick über das umliegende Land und das Tal des Flusses Duero. Erhalten sind noch der Bergfried (torre de homenaje) und Teile der Nebengebäude.
  • Die im frühen 13. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche des Ortes (Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción) hat spätromanisch-frühgotische Ursprünge, die vor allem in den beiden leicht angespitzten Archivoltenportalen auf der West- und auf der Südseite sichtbar werden – beide Portale sind mit abstrakt-vegetabilischen Motiven geschmückt. Der Rest der Kirche wurde wiederholt umgebaut und ergänzt – so stammen der auf der Südseite befindliche Glockenturm mit einem daneben befindlichen Atrium aus der Renaissance. Das Innere der Kirche ist einschiffig und endet in einem flachen Chorschluss mit einem geschnitzten und farbig gefassten Altarretabel.
  • Die Fassade des Rathauses (ayuntamiento) wird von einem feinziselierten schmiedeeisernen Glockenaufsatz gekrönt.
  • Etwas außerhalb des Ortes befindet sich ein Franziskanerkloster aus dem 18. Jahrhundert, das heute als Informationszentrum für den Naturpark Arribes del Duero genutzt wird.
ehemaliges Franziskanerkloster

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juan del Encina (1468–1529), Renaissance-Dichter und -Komponist, wurde in Fermoselle geboren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fermoselle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).