Florian Ross

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Florian Ross 2018 im Subway

Florian Ross (* 1. August 1972 in Pforzheim) ist ein deutscher Komponist, Jazz-Pianist und -Bandleader.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florian Ross absolvierte zunächst ein Studium in Jazz-Kompositionslehre und Klavier an der Musikhochschule Köln bei Joachim Ullrich und Bill Dobbins. Postgraduiert ging er 1995 bis 1996 nach London an die Guildhall School of Music and Drama. Bei Lehrern wie Django Bates setzte er sich mit Werken britischer Komponisten des 20. Jahrhunderts auseinander, namentlich Benjamin Britten, Peter Warlock und Edward Elgar. Ein weiteres Jahr schloss Ross in New York City an, wo er bei Don Friedman und Jim McNeely studierte und Mitglied im „BMI Jazz Composer's Workshop“ wurde.

Im Jahr 1998 erschien mit Seasons & Places sein erstes Album unter eigenem Namen. In klassischer Trio-Besetzung bot es „lässig swingenden Modern-Mainstream“ mit Tuchfühlung zu zeitgenössischer komponierter Musik.[1]

Mit wachsendem Renommee bekam Ross zugleich vermehrt Aufträge, Arrangements und Kompositionen zu schreiben, zum Beispiel für das Brussels Jazz Orchestra und die NDR Bigband. Das Brüsseler Werk erschien 1999 unter dem Titel „The September Sessions“ beim Verlag „De Werf“. Die „Jazz Week Dublin“ orderte bei Ross ein Orchesterstück, das 2005 mit Joe Lovano und Jim McNeely in der irischen Hauptstadt uraufgeführt wurde.[1]

Zu seinen Auftraggebern als Komponist für Orchester und andere große Klangkörper gehörten das Metropole Orkest, Vancouver Jazz Orchestra, „Oktoposse“, „BMI Jazz Orchestra“, Joe Lovano and RTÉ Dublin, das Brussels Jazz Orchestra, das „Cologne Contemporary Jazz Orchestra“, das Subway Jazz Orchestra und der Deutschlandfunk.

Nebenbei bekam er Lehraufträge an den Musikhochschulen von Hannover, Leipzig, Weimar, Dresden, Mainz und Köln. Ebenso wichtig war ihm stets auch die Praxis als freier Dozent bei Workshops. Mit Konzertreisen des Goethe-Instituts kam er als Kulturexport nach China, Indien, Sri Lanka, Südafrika, Bangladesch, Mexiko, Chile, Philippinen, Australien und Neuseeland.

Nach Auskunft seiner Homepage arbeitete Ross bisher unter anderem mit Vince Mendoza, Bob Brookmeyer, der Big Band der Bamberger Symphoniker, Peter Bolte, Joachim Schönecker, Tommy Smith, dem Scottish National Jazz Orchestra, George Duke, John Scofield, Ron McClure, Eric Vloeimans, Nils Wogram, John Hollenbeck, Paul Heller, Michael Buckley und Ronan Guilfoyle.

Durch eine Besetzung von fünf Saxofonisten erweiterte Ross sein Trio zum Oktett Florian Ross 8Ball. Die ungewöhnliche Konstellation brachte so spannende Musik zuwege, dass Ross als einziger Musiker 2006 und ebenfalls 2008 zur Leistungsschau der zeitgenössischen Jazzer beim Bremer German Jazz Meeting eingeladen wurde.[2] Die elf Stücke der CD Eight Ball & White Horse wurden im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks aufgenommen.[3]

Zu seinem Quintett gehörten bei Aufnahme des Albums Swallows and Swans (2018) Matthew Halpin (sax), Dietmar Fuhr (b), Kristin Berardi (voc), Florian Ross (p, comp) und Hans Dekker (dr), und damit erstmals eine Gesangsstimme.[4]

Florian Ross lebt in Köln.

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 wurde Florian Ross mit dem WDR-Jazzpreis für Komposition ausgezeichnet. Bereits 2000 erhielt er den ersten Preis des „Thad Jones Wettbewerbs“ der „Danish Radio Big Band“. Er war 1999/00 Mitglied im „BMI Jazz Composer's Workshop“

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Eines der umwerfendsten musikalischen Erlebnisse für mich war es, die Musik von John Taylor und Kenny Wheeler zu entdecken.“[5]
  • „Komposition ist eigentlich nur eine verlangsamte Improvisation, bei der man mehr Zeit hat, um über die nächste Note, die nächste Minute oder die nächste Stunde nachzudenken.“[5]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florian Ross 2018
  • Florian Ross Quintett: Swallows and Swans (2018)
  • Florian Ross Trio: Pigs & Fairies (Toy Piano Records 2017)
  • Florian Ross Quintett: Lines & Crosscurrents (Toy Piano Records 2015)
  • Florian Ross Big Company: Ties & Lose Ends CD (Fuhrwerk 2013; Jazz Orchestra/Big Band)
  • Florian Ross: Front Room Songs CD (Fuhrwerk 2012; Duets for Piano & Hammond Organ)
  • Florian Ross Elektrio: Wheels & Wires CD (Fuhrwerk 2011; Hammond Organ Trio)
  • Florian Ross: Mechanism CD (Pirouet 2010; Piano solo)
  • Florian Ross 8Ball: Eight Ball & White Horse CD (Intuition 2007)
  • Florian Ross Trio: Big Fish Small Pond CD (Intuition 2006)
  • Florian Ross Quintet: Home and some other Place CD (Intuition 2005)
  • Florian Ross Brass Project: Liliacs and Laughter CD (Naxos-Jazz 2000)
  • Florian Ross: Suite for Soprano Sax und String Orchestra CD (Naxos-Jazz 1999)
  • Florian Ross Quintet: Seasons & Places Debüt-Album CD (Naxos-Jazz 1998)

Publizierte Kompositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fünf Kompositionen in: „The European Real Book: The Best in Contemporary Jazz from Europe“. Sher Music Co, Petaluma 2005[6]
  • Die Piraten und der Windmacher Hörspiel für Kinder. NDR Bigband. Text: Bernhard Lassahn; Musik: Florian Ross. Regie: Hans Helge Ott. Jumbo, Hamburg 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Florian Ross (musician) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Goetheinstitut vom März 2006: Bandporträt Florian Ross Trio 2006 (Memento vom 18. Mai 2007 im Internet Archive)
  2. Goetheinstitut vom März 2008: Bandporträt Florian Ross 8Ball 2008 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. Jazzdimensions.de vom 1. November 2007: CD-Rezension zu „Eight Ball & White Horse“ (Memento vom 11. November 2007 im Internet Archive)
  4. „Swallows and Swans“ Träume vom Fliegen, deutschlandfunk.de vom 3. Januar 2019, abgerufen 14. Januar 2019
  5. a b Jazzdimensions.de vom 26. Mai 2004: Interview mit Florian Ross (Memento vom 28. Oktober 2007 im Internet Archive)
  6. Ausführliche Angaben des Verlags