Flying Lesbians

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Flying Lesbians
LP-Cover von 1975 mit Amazonenaxt
LP-Cover von 1975 mit Amazonenaxt
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1974
Auflösung 1976
Website www.flying-lesbians.de
Gründungsmitglieder
Gitarre, Bass, Gesang
Danielle de Baat
Schlagzeug, Percussion
Monika Jaeckel († 2009)
Schlagzeug
Christa „Gigi“ Lansch († 2002)
Percussion, Gesang
Monika Mengel
Klavier, Synthesizer,
Harmonika, Gesang
Cäcilia „Cillie“ Rentmeister
Gitarre, Percussion
Christel Wachowski

Die Flying Lesbians (frei übersetzt „Fliegende Lesben“) waren die erste reine Frauenrockband in Deutschland und auf dem europäischen Festland.[1] Die Gruppe ging aus der „Ersten deutschen Frauenband“ hervor, die anlässlich des ersten Frauenfestes in Deutschland Rockfete im Rock am 11. Mai 1974 gegründet wurde. Im Gegensatz zu anderen Rockbands dieser Zeit ließen die Mitglieder der Flying Lesbians keinerlei männlichen Einfluss zu. Das Anliegen der Band war Rockmusik „von Frauen für Frauen“ anzubieten. Die Gruppe spielte ausschließlich vor weiblichem Publikum und ihre 1975 erschienene LP wurde ausschließlich in Frauenbuchläden verkauft.[2]

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Das Logo der Flying Lesbians, das auch die LP von 1975 ziert, ist eine doppelseitige silberne Axt auf grauen Hintergrund mit breitem roten Rahmen. Die sog. Amazonenaxt sollte sinnbildlich für das kämpferische Image der Gruppe stehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flying Lesbians wurden am 11. Mai 1974 anlässlich des ersten öffentlichen Frauenfestes in der Mensa der TU Berlin als erste deutsche Frauenband gegründet. Mehrere der Mitglieder hatten schon im Vorfeld versucht, eine Frauenrockband zu gründen, fanden aber lange Zeit keine Schlagzeugerin, weil das Schlagzeug als Instrument in der Zeit der 1960er- und 1970er-Jahre als typisch männlich galt.[3] Erst durch die Absage der für das Rockfete im Rock gebuchten Band konnte über eine Telefonaktion der Organisatorinnen eine Berliner Schlagzeugerin gefunden werden, die den Auftritt ermöglichte. Die Flying Lesbians brachten 1975 eine LP heraus, die 2007 als CD neu aufgelegt wurde. Sie spielten bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1976 auf vielen verschiedenen Frauenfesten in ganz Europa, unter anderem in Kopenhagen, Brüssel und Berlin. Ihr Bühnenrevival gaben die Flying Lesbians im Herbst 2007. Das Erbe der Flying Lesbians trat die Berliner Frauenrockband Lysistrata an.

1976, zur Zeit der Auftritte der Flying Lesbians, widmeten Monique Wittig und Sande Zeig der Band einen Artikel in ihrem Buch Lesbische Völker. Ein Wörterbuch:

„Die Flying Lesbians kommen aus Germanien. Als Sängerinnen und Musikantinnen verdanken sie ihren Ruhm der Tatsache, dass sie in der Raserei, die die Gloriose Zeit einläutete, erste Gruppe von fahrenden Lesben waren.“

Monique Wittig, Sande Zeig: Lesbische Völker. Ein Wörterbuch. Paris 1976, New York 1979, München 1981

Der Musikwissenschaftler Joachim Strieben ordnet die Flying Lesbians innerhalb der Berliner Bands in die Reihe der Politrock-Gruppen Ton Steine Scherben und Lokomotive Kreuzberg ein.[4] Den historischen Zusammenhang zwischen Frauenbewegung, Frauenmusik und Frauenrock in der Bundesrepublik stellt Birgitt Schuster 1983 so dar: "Durch die Frauenbewegung sensibilisiert entstand bei Frauen das Bedürfnis nach eigener Musik mit frauenspezifischen Texten und bei einigen der Unwille, weiterhin nach sexistischer Rockmusik von Männern zu tanzen (z.B. 'Under my thumb' von den 'Rolling Stones'). 1973 entstanden die Flying Lesbians, eine radikal-lesbische Gruppe, die entsprechende Texte mit Hardrock verbanden. Ihr Ziel war es, für Frauenfeste eigene Musik zum Tanzen zu schaffen. Im Mai 1974 gab es das erste Frauenfest 'Rockfestival im Rock' mit 2000 Frauen. Anschließend, gerade auch durch dieses Fest ermutigt, entschieden sich Frauen in verschiedenen Städten der BRD, mit anderen Frauen Musik zu machen. Anfänglich wurden jedoch hauptsächlich Lieder der französischen und italienischen Bewegung nachgespielt und gesungen. Im Sommer 1975 fand die zweite Frauenrockfete statt. Die 'Flying Lesbians' machten in diesem Jahr ihre erste Langspielplatte. Diese Entwicklungen standen deshalb auf gutem Boden, weil die Zahl der Feministinnen 1976 auf 20.000 bis 30.000 in der BRD geschätzt wurde."[5]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975: Flying Lesbians (Album, Frauen Offensive; 2007 Wiederveröffentlichung durch Bear Family Records)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Die Chronik der Neuen Frauenbewegung - 1974"
  2. Joachim Strieben: Live-Rock in Berlin, in: Tibor Kneif (Hg.): Rock in den 70ern, Reinbek 1980, S.176-177
  3. Cristina Perincioli: Ein kleines Wunder wird vorgestellt SFB: Juli 1976
  4. Joachim Strieben: Live-Rock in Berlin, in: Tibor Kneif (Hg.): Rock in den 70ern, Reinbek 1980, S.176-177
  5. Birgitt Schuster: Frauen in der Rockgeschichte. Ein Überblick, in: Rita v.d. Grün (Hgin.): Venus Weltklang. Musikfrauen - Frauenmusik, Berlin 1983, S. 77-78.