Foraus – Forum Aussenpolitik – Forum de politique étrangère

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foraus – Forum Aussenpolitik – Forum de politique étrangère
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Zweck Denkfabrik zur Schweizer Aussenpolitik
Vorsitz: Anna Stünzi[1]
Gründungsdatum: Oktober 2009
Sitz: Bern
Website: www.foraus.ch

foraus – Forum Aussenpolitik – Forum de politique étrangère ist eine Denkfabrik zur Schweizer Aussenpolitik. Der Verein mit Sitz in Bern ist nach dem Graswurzel-Prinzip organisiert und stützt sich auf den freiwilligen Einsatz seiner Mitglieder. Diese Mitglieder sind Akademiker, Studenten sowie junge Berufstätige, welche in einem landesweiten Netzwerk aus Nachwuchswissenschaftlern und Aussenpolitik-Begeisterten aktiv sind.[2] Sie entwickeln in ehrenamtlicher Arbeit wissenschaftlich fundierte Forschungsarbeiten, die als Handlungsempfehlungen für aussenpolitische Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit dienen.[3] Der Think-Tank organisiert und koordiniert zudem diverse Veranstaltungen. Die Finanzierung wird gewährleistet durch Mitgliederbeiträge und unabhängige Zuwendungen, die vor allem von Stiftungen und privaten Spendern stammen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde im Herbst 2009 von Studierenden aus Zürich, Genf und Bern gegründet.[5][6] Die Idee stammte von den Gründungsmitgliedern Pablo Padrutt und Nicola Forster.[7][8] foraus ist zudem in Universitätsstädten in der ganzen Schweiz vertreten.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltlich ist der Verein in elf Themenbereiche unterteilt, denen jeweils mindestens ein Programmleiter vorsteht (Programme: Entwicklungspolitik; Europa; Finanzplatz; Frieden und Sicherheit; Diplomatie und internationale Akteure; Science und Tech; Migration; Gender; Umwelt, Verkehr und Energie; Völkerrecht und Asien). Zusätzlich gibt es foraus-Regiogruppen in Universitätsstädten in der ganzen Schweiz, welche die Mitglieder lokal bei der Arbeit unterstützen (Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Zürich). In zwei Geschäftsstellen in Zürich und Genf koordinieren heute mehr als zehn Angestellte die Aktivitäten von foraus. Präsidentin des Vereins ist seit November 2019 Anna Stünzi. Bei über 1000 Vereinsmitgliedern und einem Jahresbudget von 1,4 Millionen Franken hat Foraus «heute eine feste Funktion in der aussenpolitischen Debatte» schreibt die Weltwoche. Und: Schon «etliche ehemalige Foraus-Forscher haben in die Verwaltung gewechselt.»[9]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein will alle Aspekte der Schweizer Aussenpolitik durch die Bereitstellung einer soliden Entscheidungsgrundlage fördern und bereichern und einen konstruktiven, offenen Dialog auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung anregen.[10][11] Des Weiteren soll damit jungen Menschen ein Zugang zur aussenpolitischen Debatte geboten werden, ausserhalb des traditionellen und oftmals restriktiven Rahmen von Parteipolitik und Wissenschaft.

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Aktivitäten gehören die Veröffentlichung von Diskussionspapieren zu allen Aspekten der Schweizerischen Aussenpolitik und die Organisation von Veranstaltungen sowie die Kommunikation mit Medien, der Öffentlichkeit und dem Gesetzgeber.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein organisiert regelmässig Seminare, Referate, Podiumsdiskussionen und Treffen mit Vertretern aus Politik, Diplomatie und Think-Tanks. Gäste wie alt-Bundesrat Pascal Couchepin, alt-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga und Eveline Widmer-Schlumpf, Melissa Hathaway, US-Botschafter Donald Beyer, EDA-Staatssekretär Yves Rossier und Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz nahmen bereits an foraus-Veranstaltungen teil.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrmals jährlich werden wissenschaftliche Beiträge von den ehrenamtlichen Mitgliedern von foraus verfasst und über die Plattformen des Vereins publiziert, wobei die Autoren ihre Themen eigenständig wählen und bearbeiten. Diese Diskussionspapiere, Kurzanalysen und Blogs nehmen jeweils Bezug auf ein aktuelles und oft kontroverses Thema wie die Ausschaffungsinitiative der SVP im Jahr 2010,[12] die Aktivitäten der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA),[13][14] oder die Reaktion des Bundes auf internationale Ereignisse, wie die Aufwertung Palästinas zum UN-Beobachterstaat.[15]

Policy Kitchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Policy Kitchen[16] ist eine von foraus entwickelte Innovationsplattform für aussenpolitische Handlungsempfehlungen. Die Plattform schafft einen niederschwelligen, ortsunabhängigen Mitwirkungsprozess und ermöglicht so einem vielfältigen Netzwerk von DenkerInnen, kreative Lösungen für dringende internationale Herausforderungen zu finden. Die so entwickelten Handlungsempfehlungen werden anschliessend an EntscheidungsträgerInnen und Medien kommuniziert.[17] Mit Hilfe von Policy Kitchen und in Zusammenarbeit mit dem Open Think Tank Network[18] wurden wissenschaftlich fundierte Papiere geschrieben.[19][20][21] Policy Kitchen stellt die entwickelte Open-Source-Software weiteren Akteuren zur Verfügung und bietet Unterstützung bezüglich der Umsetzung von partizipativen Prozessen. Policy Kitchen wird vom Migros-Pionierfonds unterstützt.

Open Think Tank Network[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Open Think Tank Network[22] besteht aus verschiedenen Grassroots-Think Tanks, die sich mit aktuellen Themen im Bereich Aussenpolitik und internationale Politik auseinandersetzen. Die Mitglieder des Netzwerkes wollen gemäss Eigendeklaration, konstruktive, kohärente und zukunftsorientierte politische Lösungen zu entwickeln, mit dem Ziel eine offene und inklusive Diskussionskultur zu fördern.[23][24] Das Ziel des Netzwerkes ist es, Think Tankers aus der ganzen Welt zu vernetzen, und mit Hilfe von neuen, digitalen Mitteln, wie etwa der Crowdsourcing-Software Policy Kitchen, das Think Tank Geschäft partizipativer, integrativer und innovativer zu machen.[25][26] Das Netzwerk besteht derzeit aus Polis180[27] in Deutschland, Argo[28] in Frankreich, Agora[29] in England, Ponto[30] in Österreich und foraus in der Schweiz.

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit April 2018 führt Lukas Hupfer als Direktor die zwei Geschäftsstellen in Genf und Zürich. Er hat weitreichende Erfahrung in der Aussenpolitik, sowohl akademisch wie auch professionell. Nach seinem Studium an der SciencesPo Paris, der Sorbonne-Paris IV und der Universität Bern arbeitete er während 5 Jahren für das Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten in Bern und Hebron.[31]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.foraus.ch/wp-content/uploads/2019/11/20191109_Pressemitteilung_DE.pdf Pressemitteilung foraus. 2019-11-09, abgerufen am 2. Dezember 2019
  2. Ehrenamtliche Forschung, News UZH, 19. Juli 2011
  3. Die jungen Wilden der Aussenpolitik Berner Zeitung vom 11. Oktober 2013
  4. Über uns – Foraus. Abgerufen am 1. Oktober 2019 (deutsch).
  5. https://www.foraus.ch/ueber-uns/
  6. TEDx Nicola Forster – says Switzerland needs more brainpower, Youtube, 29. Oktober 2010
  7. Er will wissen, nicht glauben, die Zeit, 10. Februar 2011
  8. «Entscheidend war, klügere Köpfe ins Boot zu holen». 9. Juli 2016, abgerufen am 1. Oktober 2019 (deutsch).
  9. Operation Bern. Florian Schwab in der Weltwoche vom 29. August 2019, abgerufen auf nicolaforster.ch am 5. September 2019.
  10. Politexperte Nicola Forster: „Politik ist sexy!“, srf, 19. September 2011
  11. Die Polit-Denkfabrik, NZZ Campus, 26. November 2012
  12. Thinktank Foraus lehnt Volksinitiative der Auns ab, NZZ, 16. März 2012
  13. Erfolgreiche Entwicklungshilfe führt oft zu mehr Zuwanderung, Tages-Anzeiger, 12. Juli 2012
  14. Entwicklungshilfe kann Migration nicht steuern, Tages-Anzeiger, 13. Juli 2012
  15. Die Palästinafrage stellt sich neu, NZZ, 8. Oktober 2012
  16. Policy Kitchen. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  17. Policy Kitchen – Foraus. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  18. Open Think Tank Network – A network of grassroot think tanks. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  19. Policy Kitchen - Crowdsourcing Policy Recipes | Policy Kitchen. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  20. Lukas Leuzinger: E-Voting: Online-Tools machen Basisdemokratie im Quartier möglich. In: Neue Zürcher Zeitung. (nzz.ch [abgerufen am 19. Dezember 2019]).
  21. Nicola Forster. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  22. Open Think Tank Network – A network of grassroot think tanks. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  23. foraus global: The Tinder for foreign policy enthusiasts. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  24. Open Think Tank Network. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  25. Grassroots goes international! – Foraus. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  26. Grassroots – Think Tanks stellen sich globalen Herausforderungen. Abgerufen am 19. Dezember 2019.
  27. Polis180. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (deutsch).
  28. Argo Thinktank - Paris. In: Argoo Thinktank. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (fr-FR).
  29. Agora. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (britisches Englisch).
  30. Ponto: pontothinktank.org. Abgerufen am 19. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  31. Lukas Hupfer – Foraus. Abgerufen am 1. Oktober 2019 (deutsch).