Fröhstockheim

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Fröhstockheim
Gemeinde Rödelsee
Wappen von Fröhstockheim
Koordinaten: 49° 43′ 53″ N, 10° 13′ 53″ O
Höhe: 230 m
Fläche: 3,82 km²[1][2]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 97348
Vorwahl: 09323
Bild von Fröhstockheim

Fröhstockheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Rödelsee im unterfränkischen Landkreis Kitzingen (Bayern). Die ehemals selbständige Gemeinde Fröhstockheim wurde am 1. Mai 1978 in die Nachbargemeinde Rödelsee eingemeindet.[3] Der Ort liegt zirka einen Kilometer westlich von Rödelsee.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fröhstockheim liegt im Westen des Rödelseer Gemeindegebiets. Nördlich beginnt die Gemarkung des Marktes Großlangheim, während im Osten Rödelsee selbst zu finden ist. Im Südosten fängt das Gemeindegebiet von Iphofen an, die Stadt selbst liegt Fröhstockheim am nächsten. Der Süden wird von Mainbernheim eingenommen. Das Stadtgebiet von Kitzingen beginnt weiter westlich. Mit dem Stadtteil Hoheim ist Fröhstockheim über die Kreisstraße KT 13 verbunden.

Naturräumlich liegt Fröhstockheim im Steigerwaldvorland und hat Anteil an der sogenannten Mainbernheimer Ebene, die sich durch flachwellige Bachtäler und übersandete Lettenkeuperböden auszeichnet. Sie bildet die Übergangszone zwischen dem Kitzinger Maintal und dem Schwanbergvorland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1412 hieß der Ort, der erstmals 1220 urkundlich überliefert ist, Stockhiem. „Stock“ ist der Hinweis auf Rodungsland. Er bekam danach den Namen Froschstockheim. „Frosch“ diente wohl zur Unterscheidung von ähnlichen Ortsbezeichnungen oder war Hinweis auf sumpfiges Land mit vielen Tieren dieser Art. Schließlich bildete sich die heutige Bezeichnung Fröhstockheim heraus.

Im 13. Jahrhundert hatte im Ort ein niederes Adelsgeschlecht seinen Sitz, das im Jahre 1220 mit Albrecht Fuchs von Stockheim bezeugt ist. Seit 1531 sind die Herren von Crailsheim in Fröhstockheim ansässig. Das Schloss wurde im 16./17. Jahrhundert als vierflügeliges Wasserschloss ausgebaut. 1806 kam der Ort durch die Mediatisierung an Bayern. Mit dem Crailsheimschen Schloss, dem großen Gutshof und dem Schlosspark vermittelt Fröhstockheim noch heute einem Eindruck von einem früheren Rittergut in Franken.

Die frühere Gemeinde hatte eine Fläche von 3,82 km².[1]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Froehstockheim.png
Blasonierung: „Gespalten von Schwarz und Gold; vorne über goldenem Boden ein goldener Frosch, hinten ein bewurzelter schwarzer Baumstock.“[4]
Wappenbegründung: Das Wappen ist einem Gerichtssiegel von 1651 entnommen. Beide Figuren weisen auf den Ortsnamen hin, wobei das Präfix Fröh- durch den Frosch symbolisiert wird. Die Tingierung verweist auf das Wappen der Herren von Crailsheim, die seit dem 17. Jahrhundert die Dorfherrschaft innehatten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische St. Laurentius-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Fröhstockheim

Vom ersten Kirchengebäude ist wenig bekannt. Als 1330 Fröhstockheim eine eigene Pfarrei wurde, dürfte es jedoch schon ein Gotteshaus gegeben haben. Man entdeckte im Chorraum Fresken aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. Wahrscheinlich wurden sie im Zuge der Reformation weiß übermalt mit dem Wort aus 1. Kor. 2.2: „Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus den Gekreuzigten.“ Auch dieses Bibelzitat war wiederum mit weißer Farbe überstrichen worden. Bedeutendstes Kunstwerk ist das Grabmal des 1596 im Alter von 70 Jahren verstorbenen Ernst von Crailsheim und seiner drei Ehefrauen.

Eine große Kirchenrenovierung gab es 1875. Der Bericht davon dokumentiert weitere Gestaltungseinzelheiten: Während des Renovierens im Kirchenraum, wurde der Turm durch einen schweren Sturm so beschädigt, dass das obere Stockwerk des Turmes, bisher Fachwerk, nun massiv gebaut wurde.[5]

Schloss der Freiherren von Crailsheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da 1220 schon Fuchs von Stockheim erwähnt wurde, mag es auch eine zeitgemäße Wohnanlage bereits gegeben haben. Wann das Wasserschloss errichtet wurde ist nicht bekannt. Im Bauernkrieg wurde es zerstört und Wolff von Crailsheim baute es 1531 wieder auf. Der um einen Innenhof rechteckig angelegte Bau mit den Ecktürmen macht einen wehrhaften und imposanten Eindruck.

Gedenkstein für die Gefallenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Kirche, auf der Westseite, steht der Gedenkstein für die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege. Die Inschrift auf der Vorderseite lautet: „Unseren getreuen Söhnen / die ihr Leben opferten / für’s schwer bedrängte Vaterland / sei Ehr und Dank! Gemeinde Fröhstockheim / 1914–1918 / 1939–1945.“ Auf der Rückseite stehen die Namen der im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten.

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Hoheim und Fröhstockheim befand sich einst ein Wald, der Fröhstockheimer Holz genannt wurde. Unmittelbar neben der Gemarkungsgrenze stand die sogenannte Hui-Eiche. Sie war uralt, allerdings von recht geringer Höhe. Ursprünglich soll dort der Galgen für die Schwerverbrecher angebracht worden sein. Die Nutzung als Richtstätte führte dazu, dass man sich in Fröhstockheim viele Geschichten über den Baum erzählte.

So soll man des Nachts in der Nähe des Baumes einen Reiter ohne Kopf gesehen haben. Manche berichteten auch von einem Mann ohne Kopf, der von einem Hund, ebenfalls ohne Kopf, begleitet wurde. Der Sage nach handelte es sich bei dem Kopflosen um einen Richter, der einen Unschuldigen hatte hinrichten lassen. Bis ins 19. Jahrhundert stieß man dort auch die des Dorfes Verwiesenen über die Grenze nach Hoheim.[6]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchweih am oder nach dem 10. August, dem Laurentiustag
  • Steckerlfischessen am Samstag nach dem ersten Sonntag im September

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Geschichte von Rödelsee und Fröhstockheim. In: Rödelsee …die gastliche Winzergemeinde im fränkischen Weinland, hrsgg. von der Gemeinde Rödelsee, Rödelsee 2009.
  • Friedrich Amberger, Fritz Ortner: Gemeinde Rödelsee: Rödelsee Fröhstockheim Schloss Schwanberg einst und heute in Wort und Bild. Hrsg.: Gemeinde Rödelsee. Druckhaus Goldammer, Scheinfeld 1987.
  • Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.
  • Johann Ludwig Klarmann: Der Steigerwald in der Vergangenheit. Ein Beitrag zur fränkischen Landeskunde. Gerolzhofen2 1909.
  • Johann Ludwig Klarmann, Karl Spiegel: Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. Nachdruck der Ausgabe 1912. Neustadt an der Aisch 1982.
  • Peter Schneider, Zwischen Main und Steigerwald, Würzburg 1950, S. 107

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fröhstockheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950 (= Statistik der Bundesrepublik Deutschland. Band 33). W. Kohlhammer, Stuttgart/Köln 1952, S. 174 (Digitalisat [PDF; 27,1 MB]).
  2. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 361 (Digitalisat).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 748.
  4. Bauer, Hans: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. S. 65.
  5. Friedrich Amberger, Fritz Ortner: Gemeinde Rödelsee: Rödelsee Fröhstockheim Schloss Schwanberg einst und heute in Wort und Bild. 1987, S. 28.
  6. Klarmann, Johann Ludwig (u. a.): Sagen und Skizzen aus dem Steigerwald. S. 245 f.
  7. Klarmann, Johann Ludwig: Der Steigerwald in der Vergangenheit. S. 194.