Großlangheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Großlangheim
Großlangheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Großlangheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 45′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Verwaltungs­gemeinschaft: Großlangheim
Höhe: 224 m ü. NHN
Fläche: 14,77 km²
Einwohner: 1606 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97320
Vorwahl: 09325
Kfz-Kennzeichen: KT
Gemeindeschlüssel: 09 6 75 131
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schwarzacher Str. 4
97320 Großlangheim
Webpräsenz: www.grosslangheim.de
Bürgermeister: Karl Höchner (CSU/Freie Bürger)
Lage des Marktes Großlangheim im Landkreis Kitzingen
Landkreis Bamberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Würzburg Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Wiesenbronn Segnitz Rüdenhausen Rödelsee Obernbreit Martinsheim Marktsteft Markt Einersheim Marktbreit Mainstockheim Mainbernheim Kleinlangheim Kitzingen Geiselwind Castell (Unterfranken) Buchbrunn Albertshofen Abtswind Willanzheim Wiesentheid Volkach Sulzfeld am Main Sommerach Seinsheim Schwarzach am Main Prichsenstadt Nordheim am Main Iphofen Großlangheim Dettelbach Biebelried Landkreis HaßbergeKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Großlangheim ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Großlangheim in Bayern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großlangheim liegt in der Region Würzburg (Bayerische Planungsregion 2), am Fuße des Schwanbergs.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Großlangheim mit St. Jakobus (von Rödelsee kommend)

Großlangheim gliedert sich in zwei Ortsteile:[2]

Es gibt nur die Gemarkung Großlangheim.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Kleinlangheim, Wiesenbronn, Rödelsee, Kitzingen und Schwarzach am Main.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinerne Brücke über den Wehrgraben zur Wasserburg

Funde von Mikrolithen bezeugen erste Siedlungen auf Großlangheimer Gemarkung schon vor rund 12.000 Jahren.

Urkundlich erscheint Großlangheim das erste Mal als Lanchheim allerdings erst im Jahre 816 n. Chr. in der Gründungsurkunde des Klosters Megigaudeshausen (auch Megingaudshausen). Als erste Ministerialen[3]:16werden die Langheims genannt. Sie waren wohl zunächst Dienstmannen des Frauenklosters Kitzingen. 1189 erfahren wir von Helmericus von Lamheim, später Langheim oder Lankheim. 1270[4]:80, geht der Hof in „maiori Lanchheim“ an Eberhard Fuchs von Scheinfeld. Letzterer schenkte ihn 1276[4]:80 der Zisterzienserabtei in Ebrach.

1315[3]:18 erhielt Graf Friedrich von Castell vom Hochstift Würzburg[5]:10 Vogtei und Zehnt in Großlangheim als Lehen. Ab dem 14. Jh. [4]:80 schließlich unterstand der größte Teil des Ortes den Grafen von Castell. König Sigismund gestattete am 21. Juli 1414[5]:12 dem Grafen Linhart von Castell den Ort zu befestigen und Wochen– sowie zwei Jahrmärkte abzuhalten. Der Wochenmarkt fand jeweils am Montag statt, ein Jahrmarkt an St. Georg (23. April) und einer an St. Jakob (25. Juli). Über dreihundert Jahre später, 1708, erhielt der Ort die Erlaubnis für vier Jahrmärkte.[5]:5 Für die Sicherheit der Untertanen sorgte Graf Linhart durch die Befestigung mit Mauern und Gräben. Die Chronik[5]:5 berichtet von fünf Türmen sowie vier Toren mit drei Torhäusern und vier Torwächtern. Das Torhaus in Richtung Kitzingen fiel im Schwedenkrieg zusammen mit vielen Dokumenten den Flammen zum Opfer und wurde schließlich 1676 durch einen Blitz restlos zerstört. Durch Versteigerung konnten Ortsbewohner 1818 Teile des Grabens erwerben. Der Casteller Torturm in Richtung Kleinlangheim verschwand 1875, das Schwarzacher Tor 1892 und das Brückentor in Richtung Rödelsee 1893. Fragmente dieser Mauern sind noch um den ursprünglichen Altort zu beobachten.

Für 10 000 Gulden ging der Marktflecken 1447[4]:81 von dem Casteller Grafen Wilhelm in den Besitz der Grafen von Henneberg-Römhild und die Truchseß von Wetzhausen über. In deren Herrschaftszeit gelangten wahrscheinlich die Riemenschneider bzw. seiner Werkstatt zugeschriebenen Kunstwerke zwischen 1510 und 1515[6]:46 in die Kapelle und die Kirche. Graf Heinz Truchseß zu Langheim war nämlich ein Freund des Würzburger Fürstbischofs Lorenz von Bibra, welcher Riemenschneider förderte. Heintz und Erhard Truchseß von Wetzhausen und Philipp Truchseß von Wetzhausen veräußerten 1517 „ihre beiden Hälften an Schloß und Markt Langheim ganz ...“[5]:15 an das Hochstift Würzburg. Als Teil des Hochstiftes Würzburg wurde Großlangheim zugunsten Bayerns im Jahr 1803 säkularisiert und kam 1805 (Frieden von Preßburg) an Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg, mit dem es 1814 an das Königreich Bayern zurückfiel.

Im Jahre 1830 hatten die Großlangheimer Juden die Erlaubnis zum Errichten einer Synagoge[3]:182-187 und einer Schule erhalten. Beim Novemberpogrom 1938 blieben diese Gebäude vom Feuer verschont. Der Grund war die Angst vor einer Ausweitung des Brandes. Die Einrichtung der Synagoge und die Schule der jüdischen Gemeinde am Schloßhof wurden jedoch durch SA-Männer verwüstet.[7] Während des Krieges waren in der Synagoge Kriegsgefangene untergebracht und am Schluss beherbergte sie ein Lazarett. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten es die Großlangheimer als Feuerwehrhaus. Als dieses in einen Neubau umzog, wurde das Gebäude grundlegend renoviert und ist heute Kulturhaus. Dort finden Vorträge, Theater und Kabaretts sowie Kinovorführungen statt. Weiterhin ist es Vereinsheim des Männergesangvereins Sängerlust Großlangheim.

Eine kupferne Gedenktafel erinnert an den Pogrom und die ehemalige jüdische Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in Großlangheim eine katholische Kirche, die regelmäßig für Gottesdienste genutzt wird. Im Pfarrhaus lebt der katholische Pfarrer der Gemeinden Großlangheim, Kleinlangheim, Wiesenbronn, Mainbernheim und Rödelsee.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 1341
  • 1987: 1293
  • 2000: 1580

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Karl Höchner (CSU/Freie Bürger).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 653.000 Euro, davon waren umgerechnet 169.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto). Großlangheim ist eine der wenigen Gemeinden in Bayern, die völlig schuldenfrei sind und trotz Dorferneuerung schon seit Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können.

Politische Parteien und Gruppierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großlangheim sind folgende Gruppierungen im Rahmen von Kommunalwahlen aktiv:

Seit der Kommunalwahl 2008 sind SPD und Großlangheimer Liste eine Listenverbindung eingegangen.

Sitze im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CSU/Freie Bürger (5 Sitze)
  • Freie Wähler (3 Sitze)
  • Junge Liste (2 Sitze)
  • SPD/GL (2 Sitze)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rot der wachsende, silbern gekleidete und golden nimbierte Heilige Jacobus mit einer goldenen Muschel in der Rechten und einem goldenen Wanderstab in der Linken

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1414 erhielt Großlangheim die Marktrechte. Von 1547 ist der Abdruck eines Siegels mit dem heiligen Jakobus bekannt, dem die Pfarrkirche geweiht ist. Die Darstellung des Heiligen geht auf ein Siegel von 1633 zurück, auf dem er eine Muschel und einen Pilgerstab trägt. Die Farben Silber und Rot stammen aus dem Wappen der Grafen von Castell, aber auch des Würzburger Staates. Den Grafen gehörte um 1447 fast der gesamte Markt, der sie 1399 die Antoniuskapelle stifteten. Ab 1517 war der Markt im Besitz von Würzburg. Das Innenministerium bestätigte am 9. Mai 1961 das Wappen in der Darstellung von 1633.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste der ehemaligen Wasserburg mit Graben

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie der Besucher aus der an der Brücke angebrachten Infotafel erfährt, wird die Wasserburg Großlangheim im 14. Jh. zum ersten Mal urkundlich erwähnt als Eigentum der Grafen von Castell. Von diesen ging es an die Truchseß von Wetzhausen. Danach kam es schließlich in den Besitz des Hochstifts Würzburg. Die Zerstörungswut im Bauernkrieg 1525 machte vor dem Schloss nicht Halt. Am 5. Mai[5]:33 plünderten die Bauern zusammen mit Ortsansässigen das Schloss und zündeten es an. Nach Kriegsende bezahlten einige Ortsbewohner dies mit dem Leben, andere mussten beim Aufbau Unterstützung leisten. Ab 1660[5]:25 konnte es nicht mehr als Wohnung genutzt werden und die Räume standen leer. Von 1694[5]:25 an zerfiel es und diente der Bevölkerung als „Steinbruch“.

Nur noch Reste der Grundmauern, die steinerne Brücke und der Wehrgraben, welcher zum Teil mit Wasser gefüllt ist, lassen die ursprüngliche Größe dieser Anlage erahnen.

St.-Antonius-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St. Antoniuskapelle wurde von den Grafen von Castell in der Mitte des 14. Jahrhunderts gestiftet und bis ins Jahr 1399 errichtet. In der Spätgotik erhielt das Kirchlein einige der wertvollsten Ausstattungsgegenstände, die der Riemenschneider-Werkstatt zugerechnet werden. Nach der Säkularisation wurde der Abriss der Kapelle diskutiert, nach einer umfassenden Renovierung am Ende des 19. Jahrhunderts konnte dies jedoch verhindert werden.

Eine Besonderheit der Kapelle ist die gotische Türbekrönung mit den Figuren des heiligen Georg, des Patrons Antonius und der heiligen Muttergottes. Daneben existiert im Inneren ein Freskenzyklus der das Leben des heiligen Antonius behandelt. Er gilt als der besterhaltene seiner Art in Deutschland. Einige spätgotische Reliefs des 16. Jahrhunderts wurden in den neugotischen Hochaltar eingefügt.

Katholische Pfarrkirche St. Jakobus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Jakobus in Großlangheim

Die Kirche St. Jakobus ist an der heutigen Stelle erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts überliefert. Zuvor war der Gottesdienst in einer anderen Pfarrkirche im Ort gefeiert worden, die bereits als frühchristliche Taufkirche im 10. Jahrhundert überliefert worden war. Im 19. Jahrhundert folgte ein Umbau, bei dem man zwei Rotunden an das spätgotische Kirchenschiff anbaute.

Im Inneren des Gotteshaus existieren bis heute eine Vielzahl an Ausstattungsgegenständen der unterschiedlichsten Epochen. Insbesondere der Umbau in den Jahren 1820/1821 brachte neugotische Elemente ins Kircheninnere. Besondere Schätze aber, sind die Holzplastiken, die aus der Schule des Schnitzermeisters Tilman Riemenschneider stammen. Es handelt sich um ein Vesperbild, mehrere Heiligenskulpturen und ein Relief, auf dem Maria von zwei weiteren Heiligen umringt wird.

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich umgab der Gottesacker[5]:50 die Kirche. Ein Beinhaus war vorhanden. 1622 fand im Zusammenhang mit dem Kirchenneubau eine Erweiterung statt. Lutheraner und Fremde wurden in dem Fremden–Friedhof vor dem Schwarzacher Tor bestattet. Ab 1732 beerdigte man nur noch im Fremden–Friedhof.

Marterlesweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großlangheim und seiner umgebenden Flur sind zahlreiche Bildstöcke zu finden. Sie können auf einem Rundgang, dem „Großlangheimer Marterlesweg“, erwandert werden.

Der älteste Bildstock von 1501[4]:82 schmückt den Kirchplatz. Engel fangen das Blut Christi auf.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fest im Jahreskreis ist die alljährliche Wallfahrt nach Gößweinstein integriert. Insgesamt fünf Tage, vom Samstag vor Pfingsten bis zum Mittwoch danach, dauert dieses traditionelle Ereignis. Zwei Tage Fußmarsch benötigt die gut 110 km lange Strecke mit Zwischenhalt in Pommersfelden. Pfingstmontag ist Ruhetag, der zum Beten und Gedenken an die Opfer einer Pestepidemie im Mittelalter, die Auslöser für diese Wallfahrt war, genutzt wird.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Männergesangverein[8] „Sängerlust“ wurde am 6. Juli 1912 gegründet. Er trat 1926 dem deutschen Sängerbund bei. Im November 2000 schlossen sich die „Langemer Nesthäkchen“ dem MGV an. Im Jahre 2011 erhielt der Chor erfreuliche Verstärkung durch die noch aktiven Sänger des aufgelösten Etwashäuser Männerchores. Sein Repertoire umfasst Lieder aus 300 Jahren.

1999 gründete Petra Sterk den Großlangheimer Kinderchor, die „Langemer Nesthäkchen“.[8] Seit dem Jahre 2000 gehören sie dem Männergesangsverein Großlangheim (MGV) an. Jeden Freitag proben über 40 Kinder in zwei Gruppen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frühjahrswiesn findet seit 2010 Ende März als eine zweitägige Zeltveranstaltung auf der Multifunktionsfläche in Großlangheim statt. Sie besteht aus einem klassischen Beatabend mit Coverband und einem traditionellen Fest mit Blaskapelle und Bieranstich durch den Bürgermeister. Die Frühjahrswiesn spricht alle Altersgruppen an und wird vom Jugendverein Neuer-Keller e. V. in Eigenregie veranstaltet.

Das Maibaumaufstellen startet am 30. April. Die männliche Dorfjugend fällt jedes Jahr eine Birke im Wald, die von Mädchen geschmückt wird. Gegen Abend wird der Maibaum am Marktplatz aufgerichtet und bis zum Tagesanbruch am 1. Mai bei Lagerfeuer und Geselligkeit bewacht.

Auf dem Krackenmarkt bieten im Mai Ortsansässige und Auswärtige ihre Waren an. Der Name rührt daher, dass die Großlangheimer in der Umgebung meist Kracken genannt werden.

Das Seefest des MGV Großlangheim findet im Juni statt.

Ein Beach- und Rasenhandballturnier findet Ende Juni auf dem Sportgelände des Turnvereins Großlangheim jeweils von Freitag bis Sonntag statt. Zunächst messen sich die Erwachsenen und eine Woche später die Jugendlichen. Der TVG war der erste Verein in Bayern, der sich Mitte der 1990er Jahre einen Beachhandballplatz anlegte. Ein zweiter Platz folgte. In den Anfängen war der TVG auch Ausrichter eines Beachhandballmasters, dessen Gewinn zur Teilnahme an der deutschen Beachhandballmeisterschaft berechtigte.

Das Jugendpfingstturnier des FC Großlangheim wird an Pfingsten ausgerichtet. Am Samstag ermitteln Großlangheimer Vereine und Gruppierungen auf Kleinfeld den Fußball-Dorfmeister.

Eine Großveranstaltung ist das Großlangheimer Weinfest am dritten Wochenende im Juli. Zahlreiche Besucher finden sich alljährlich auf dem Marktplatz und dem Gelände um das Winzerbrünnle zum Feiern ein. Eine Gemeinschaft verschiedener Großlangheimer Vereine und die Gemeinde arbeiten dafür eng zusammen. Das Festgeschehen beginnt mit der Abholung der örtlichen Weinprinzessin durch Vereine, Ehrengäste und Gemeinde.

Die Panik-Party ist wohl die herausragendste Veranstaltung im Jahreslauf am Samstag des vierten Juli-Wochenendes. Das größte Open-Air-Konzert Unterfrankens in einem Regenauffangbecken der Großlangheimer Weinberge ist weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Die ganze Veranstaltung wird vom örtlichen Jugendverein Offener Jugendtreff Neuer Keller e. V. in Eigenregie organisiert und getragen. Ihm fließt auch der gesamte Gewinn zu, der direkt für die Jugendarbeit des Ortes verwendet wird.

Die Kerm wird seit einigen Jahren Anfang Oktober von der Jungen Liste wiederbelebt. Seitdem findet auch eine Kerwapredigt statt. Um 1600 fand das Kirchweihfest[5]:47 am Sonntag nach St. Jakobi statt, seit 1822 am Sonntag nach Michaeli.

Auf dem Adventsbasar am ersten Adventssonntag werden zeitlose und weihnachtlich-winterliche Waren angeboten.

Der sogenannte Holzstrich, eine Versteigerung von Brennholz, wird traditionell zwischen Weihnachten und Silvester direkt im Großlangheimer Wald abgehalten. Üblicherweise kommen Ster und Kuppen (Baumkronen) von Fichte, Kiefer, Birke, Eiche, Erle und Buche zum Verkauf.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 zählte die amtliche Statistik im produzierenden Gewerbe 39 und im Bereich Handel und Verkehr 10 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 43 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 540. Im verarbeitenden Gewerbe wurde ein Betrieb, im Bauhauptgewerbe ebenfalls ein Betrieb aufgeführt. Im Jahr 1999 bestanden 74 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 821 Hektar, davon waren 732 Ackerfläche und 40 Dauergrünfläche. Wein wird am Schwanberg in der Lage Kiliansberg angebaut.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großlangheim ist gut über die Autobahn A3 (Anschlussstelle Kitzingen/Schwarzach) und die Bundesstraßen B 8, B 22 und B 286 zu erreichen. Sie alle verlaufen in weniger als sechs Kilometer Entfernung.
Der Bahnhof Großlangheim liegt an der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt. Diese wird jedoch sehr selten befahren.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • 75 Kindergartenplätze mit 72 Kindern
  • Grundschule: 1., 2. und 3. Klasse mit Kindern aus den Gemeinden Großlangheim, Kleinlangheim und Wiesenbronn.
  • Die Mittelschule wird von den Großlangheimer Schülern zunächst in Kleinlangheim, und anschließend in Wiesentheid besucht.

Weiterführende Schulen befinden sich in unmittelbarer Nähe des Marktes.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großlangheim befinden sich vier Weinverkaufsstellen, drei Gastwirtschaften, zwei Bäckereien, zwei Banken, eine Häckerwirtschaft und eine Fahrschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großlangheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Großlangheim. In: Ortsdatenbank. Bayerische Landesbibliothek Online, abgerufen am 22. September 2014.
  3. a b c Anton Käsbauer: Markt Großlangheim. Hrsg.: Markt Großlangheim. HartDruck GmbH, Volkach 1986.
  4. a b c d e Jesko Graf zu Dohna: Auf den Spuren der Grafen zu Castell. Vier Türme GmbH, Benedict Press, Münsterschwarzach 2004.
  5. a b c d e f g h i j Sebastian Zeißner mit Unterstützung von Georg Spath: Geschichte von Großlangheim. Bonitas–Bauer, Würzburg 1933.
  6. Petro Müller: Die Antoniuskapelle zu Großlangheim. τelar verlag, Schweinfurt 1997, ISBN 3-930285-70-3.
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 144
  8. a b Thomas Sterk: Männergesangverein Sängerlust 1912 Großlangheim e.V. Abgerufen am 31. Januar 2013.