Francis Buchholz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Francis Buchholz bei einem Auftritt beim Kavarna Rock Fest 2012

Francis Buchholz (* 19. Februar 1950 in Hannover[1]) ist ein deutscher Rockbassist.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten Auftritt als Bass-Gitarrist mit seiner Schülerband „Blue Carps“ hatte er an seinem Gymnasium im Alter von 15 Jahren. In den folgenden Jahren spielte er in verschiedenen Rock-, Blues- und Jazz-Bands und machte sein Abitur.

Während seines Maschinenbau-Studiums an der Universität Hannover besuchte er auch Jazz-Kurse an der Musikhochschule Hannover. Nach seiner Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer absolvierte er seinen Zivildienst in der Sozialarbeit einer Kirchengemeinde.

1973 verschmolz seine Band Dawn Road, bestehend aus Francis Buchholz (Bass), Uli Jon Roth (Gitarre), Jürgen Rosenthal (Schlagzeug) und Achim Kirschning (Keyboards), mit den Scorpions, damals noch bestehend aus Klaus Meine (Gesang) und Rudolf Schenker (Rhythmus-Gitarre). Damit war der Grundstein für die weltweite Karriere der Scorpions gelegt. Noch im selben Jahr wurde das Album Fly To The Rainbow aufgenommen.

Von 1974 bis 1991 nahm Buchholz mit den Scorpions weitere Alben auf: In Trance, Virgin Killer, Taken by Force, Tokyo Tapes, Lovedrive, Animal Magnetism, Blackout, Love At First Sting, World Wide Live, Savage Amusement und Crazy World.

Im Jahr 1978 gründete er die Firma Rocksound, die in den achtziger und neunziger Jahren zu einer wichtigen Beschallungsfirma wurde. Rocksound lieferte die Tontechnik für große Festivals in Deutschland und für Tourneen nationaler und internationaler Künstler.

Als Bassist der Scorpions feierte Buchholz weltweite Erfolge. Insgesamt hat er mit der Band über 30 Millionen Tonträger verkauft und über 50 Gold- bzw. Platin-Auszeichnungen erhalten, insbesondere in den USA und Kanada, aber auch in vielen anderen Ländern der Welt. Außerdem erhielt er den deutschen Echo, den deutschen Bravo Otto, den World Music Award und andere Auszeichnungen.

Michail Gorbatschow empfing Francis Buchholz und seine Bandkollegen von den Scorpions im Kreml in Moskau 1991.

Im Jahr 1992 trennten sich die Wege von Buchholz und den Scorpions.[2] Er zog sich ins Privatleben zurück und schrieb das Lehrbuch Bass Magic.[3]

In den 90er und frühen 2000er Jahren wirkte er als Künstler-Berater, Artist-Manager und Musikverleger.

Ein Comeback für Buchholz auf der Bühne fand 2005 statt, als er wieder gemeinsam mit Uli Jon Roth, dem ehemaligen Dawn-Road- und Scorpions-Lead-Gitarristen, auf Tournee durch Europa und die USA ging.

2008 produzierte er gemeinsam mit der Band Dreamtide das Album Dream and deliver, auf dem Buchholz den Bass spielt.

2012 ging Buchholz mit dem früheren Scorpions-Lead-Gitarristen Michael Schenker und dem Ex-Scorpions-Schlagzeuger Herman Rarebell, dem Ex-Rainbow-Sänger Doogie White und dem Keyboarder/Gitarristen Wayne Findley auf Tournee (die Temple-Of-Rock- / Lovedrive-Reunion-Tour) durch Europa. Es fand auch ein Konzert auf der Weltausstellung in Yeosu, Süd-Korea, statt.[4]

Im Frühjahr 2013 startete die zweite Europa-Tournee in der gleichen Besetzung durch Russland, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Skandinavien, Benelux. Sodann ging es auf Tournee nach Amerika mit Konzerten in Mexiko, Chile, Brasilien. Die Band nannte sich nun „Michael Schenker's Temple of Rock“. Im November 2013 wurde neues Studioalbum (Bridge the Gap), veröffentlicht und 2015 das Album Spirit On A Mission. Es folgten 2015/16 ausgedehnte Tourneen durch die USA, Kanada, Japan und Europa.

Im Mai 2016 erschien das Album "Phantom 5", einer neu gegründeten Band gleichen Namens mit Francis Buchholz am Bass, die aus bekannten deutschen Rockmusikern besteht, u.a. dem Rocksänger Claus Lessmann.

Francis Buchholz ist verheiratet und hat einen Sohn und Zwillingstöchter.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit den Scorpions[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974: Fly to the Rainbow
  • 1975: In Trance
  • 1976: Virgin Killer
  • 1977: Taken by Force
  • 1978: Tokyo Tapes (live)
  • 1979: Lovedrive
  • 1980: Animal Magnetism
  • 1982: Blackout
  • 1984: Love at First Sting
  • 1985: World Wide Live (live)
  • 1988: Savage Amusement
  • 1990: Crazy World

mit Dreamtide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Dream and Deliver[5]

mit Michael Schenker's Temple Of Rock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: Temple Of Rock – Live in Europe (DVD, Blu-Ray und Doppel-CD)
  • 2013: Temple of Rock: Bridge the Gap
  • 2015: Temple of Rock: Spirit On A Mission
  • 2016: Temple of Rock: On A Mission - Live In Madrid (DVD, Blu-Ray und CD)

mit Phantom 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Phantom 5 (CD)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Blazek: Das niedersächsische Bandkompendium 1963–2003 – Daten und Fakten von 100 Rockgruppen aus Niedersachsen. Celle 2006, S. 8–9 ISBN 978-3-00-018947-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview auf Hardrock.com, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  2. Scorpions Biografietext auf www.musicline.de, abgerufen 12. Dezember 2010.
  3. Interview auf Getreadytoroll.com, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  4. Tour-Informationen auf michaelschenkerhimself.com, abgerufen am 19. Juli 2012.
  5. Webpräsenz von Dreamtide, abgerufen am 25. Dezember 2010.