Franeker

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Franeker
Flagge des Ortes Franeker
Flagge
Wappen des Ortes Franeker
Wappen
Provinz Friesland Friesland
Gemeinde Flagge der Gemeinde Waadhoeke Waadhoeke
Fläche
 – Land
 – Wasser
17,7 km2
16,95 km2
0,75 km2
Einwohner 12.755 (1. Jan. 2017[1])
Koordinaten 53° 11′ N, 5° 33′ OKoordinaten: 53° 11′ N, 5° 33′ O
Bedeutender Verkehrsweg A31 N384
Vorwahl 0517
Postleitzahlen 8801–8802
Website Homepage von Franeker

Franeker (westfriesisch Frjentsjer) ist eine Stadt in der niederländischen Provinz Friesland. Als Hauptort der Gemeinde Waadhoeke zählt sie 12.755 Einwohner (Stand: 1. Januar 2017) (Einwohnerzahl 2014: 12.781).[1][2]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am Van Harinxmakanal, zwischen Harlingen im Westen und Leeuwarden im Osten, und besitzt einen Bahnhof.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt gibt es eine Schiffswerft, eine Fabrik für Büromöbel und noch einige kleinere Industrieunternehmen.

Abbildung der Stadt in Civitates orbis terrarum (1581) von Georg Braun

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im 11. Jahrhundert gegründete Stadt mit Grachten, den künstlichen Wasserwegen, war im Mittelalter weitgehend unabhängig. Ende des 15. Jahrhunderts geriet Friesland unter die Herrschaft der Habsburger. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kamen Sturmfluten über das Land und zerstörten die Felder, was Armut und Hungersnöte auslöste. Ab 1520 schlossen sich etliche Personen der Reformation und den verfolgten Täufer an. Nach 1535 besetzten 300 Täufer das nahegelegene Kloster Bloemkamp, das nachher durch die Truppen des Statthalters erstürmt wurde. Der Aufstand der Protestanten gegen die habsburgische Herrschaft 1566 verlief dagegen weitgehend friedlich. Nach dem Unabhängigkeitskrieg von 1579 bildete Friesland ab 1581 mit sechs anderen Provinzen die Republik der Vereinigten Niederlande, in der die reformierte Konfession dominierend war. Das katholische Kloster wurde 1585 zur Universität umfunktioniert, die bis 1811 bestand. Sie wurde im 17. Jahrhundert zu einem Zentrum reformierter Theologie, das vor allem deutsche und ungarische Studenten anzog.[3] Zwischen 1591 und 1594 wurde das Rathaus im Renaissancestil errichtet, 1760 erhielt das Gebäude einen westlichen Anbau.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in Franeker einige deutsche Marineeinheiten stationiert.[4]

Bis 1983 war Franeker eine selbständige Gemeinde. Am 1. Januar 1984 wurde sie mit der sie fast vollständig umgebenden Gemeinde Franekeradeel vereinigt und wurde deren Verwaltungssitz. Am 1. Januar 2018 wurde Franekeradeel Teil der neugebildeten Gemeinde Waadhoeke.

2017 wurde Franeker der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[3]

Bauwerke, Wasser- und Grünanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blickfänge des historischen Stadtkerns sind die Martinikirche (1420–1425) und das Rathaus (1591–1594) im Renaissancestil. Das Königliche Eise-Eisinga-Planetarium (1774–1781) gilt als ältestes Planetarium der Welt. Zahlreiche weitere gut erhaltene und renovierte Gebäude und Grachten sowie zwei Museen (das Martena und das Kaatsmuseum) bestimmen ebenfalls das Stadtbild.

Eine detailgetreue Kopie des Rathauses wurde 1893 anlässlich der World’s Columbian Exposition in Chicago angefertigt und steht nun als The Dutch House in Brookline, Massachusetts.

Veranstaltungen und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hendrik Algra: Franeker. Stad met historie. Wever, Franeker 1983, ISBN 90-6135-318-1 (niederländisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Franeker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kerncijfers wijken en buurten 2017 Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 22. Juni 2018 (niederländisch)
  2. Aantal inwoners per buurt/dorp (Memento vom 5. März 2017 im Internet Archive). In: ranekeradeel.nl, abgerufen am 4. Januar 2018 (Stand: 1. Januar 2014).
  3. a b Stadtporträt zu Franeker: Friedliche Friesen. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 10. Oktober 2017 (zur Reformationsgeschichte Franekers).
  4. Siehe Artillerieträger der deutschen Kriegsmarine.