Franz Adolf Hofmann

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Franz Adolf Hofmann (* 14. Juni 1843 in München; † 26. September 1920 in Gichkröttendorf) war ein deutscher Mediziner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofmann hatte an der Universität München ein Studium der Medizin absolviert und promovierte dort mit dem Thema Die angebliche Neubildung von Milch während des Melkens. Nachdem er dort mehrere Jahre am physikalischen Institut gewirkt hatte, habilitierte er sich dort 1872 für Hygiene. Noch im selben Jahr übertrug man ihm eine außerordentliche Professur an der Universität Leipzig, womit er Vorsteher des Labors für pathologische Chemie wurde.

1878 wurde er ordentlicher Professor für pathologische Chemie sowie für experimentelle Hygiene und Direktor des hygienischen Instituts. Als Vertreter der Leipziger Universität war er 1879/80 Abgeordneter der I. Kammer des Sächsischen Landtags.[1] Der Geheime Medizinalrat und Ministerialdirektor des Reichsgesundheitsamtes hatte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Leipziger Hochschule beteiligt. So war er in den Jahren 1884/85, 1889/90, 1893,94, 1899/1900, 1902/03 und 1911/12 Dekan der Medizinischen Fakultät sowie 1888/89 Rektor der Alma Mater. Seine letzten Lebensjahre hatte er sich ins Privatleben zurückgezogen.

Seit seiner Studienzeit war Hofmann Mitglied des Corps Suevia München.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofmann ist der Begründer der Zeitschrift für Biologie, des Archivs für Hygiene und der Vierteljahresschrift für öffentliche Gesundheit gewesen. Daneben veröffentlichte er einige medizinische Werke.

  • Über den Übergang von freier Säure d. d. alkal. Blut in den Harn.
  • Der Übergang von Nahrungsfett in die Zellen des Tierkörpers. 1871/1872.
  • Ueber die Reaction der Fette und die quantitative Bestimmung von Fettsäuren in Fetten. Leipzig 1874.
  • Üb. Traumat. Konjunktiv. b. Bergarb.
  • Grundwasser und Bodenfeuchtigkeit.
  • Über Ernährung und Nahrungsmittel des Kindes.
  • Über Desinfektionsmaßregeln.
  • Über die hygienischen Anforderungen an Anlage und Benutzung von Friedhöfen.
  • Moderne Desinfektionstechniken.
  • Kühlräume für Fleisch und Nahrungsmittel.
  • Über die Vorkommen von Arsenik in einigen Wasserleitungen.
  • Die Wasserversorgung zu Leipzig. Gutachten dem Rathe der Stadt Leipzig vorgelegt. Leipzig 1877.
  • Die Bedeutung der Fleischnahrung und Fleischkonserven mit Bezug auf Preisverhältnisse. Leipzig 1880.
  • Die Quellen und die Ausbreitung der Volkshygiene. Leipzig 1888.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann A. L. Degner: Wer ist’s? Unsere Zeitgenossen. Zeitgenossenlexikon. 2. Ausgabe. Degner, Leipzig 1906, S. 505.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952. Sächsischer Landtag 2001, S. 43
  2. Kösener Corpslisten 1960, 114, 737