Freddie Gibbs

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Freddie Gibbs (links, 2014)
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[1]
Pinata (mit Madlib)
  US 39 05.04.2014 (3 Wo.)
Shadow of a Doubt
  US 76 12.12.2015 (1 Wo.)
You Only Live 2wice
  US 124 22.04.2017 (1 Wo.)
Freddie
  US 142 07.07.2018 (1 Wo.)
Bandana (mit Madlib)
  DE 82 02.08.2019 (… Wo.)
  CH 30 07.07.2019 (… Wo.)
  UK 88 11.07.2019 (… Wo.)
  US 21 13.07.2019 (… Wo.)

Freddie Gibbs (* 14. Juni 1982 in Gary, Indiana; bürgerlich Frederick Tipton) ist ein US-amerikanischer Rapper, dessen Musik dem Gangsta-Rap zugeordnet wird. Bekanntheit erlangte er durch eine Reihe von kostenlos im Internet veröffentlichten Mixtapes. Sein Pseudonym entstammt dem Protagonisten des Blaxploitation-Films Black Caesar.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freddie Gibbs wuchs auf in der durch den weitgehenden Wegfall der Stahlindustrie von einer hohen Arbeitslosigkeit und Kriminalitätsrate betroffenen Stadt Gary. Bereits früh dealte er mit Drogen und machte sich des unerlaubten Schusswaffenbesitzes schuldig; mit dem Rappen begann er dagegen vergleichsweise spät.[3] Sein Football-Stipendium an der Ball State University verlor er wegen schlechter Noten, das Militär musste er später aufgrund von Marihuana-Konsum verlassen.[2] Zeitweise saß er im Gefängnis. 2004 begann Gibbs sich ernsthaft mit Rap zu beschäftigen und veröffentlichte noch im selben Jahr zwei Mixtapes.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 nahm Interscope Records ihn auf Empfehlung eines A&Rs hin unter Vertrag und Gibbs zog vorübergehend nach Los Angeles. Für ein geplantes Debütalbum arbeitete er unter anderem mit den Produzenten Polow da Don und Just Blaze zusammen. Im folgenden Jahr verließ Gibbs’ A&R das Plattenlabel und kurz darauf wurde sein eigener Vertrag gekündigt. Viele der in diesem Zeitraum aufgenommenen Songs waren 2009 auf den hochgelobten[4] Mixtapes The Miseducation of Freddie Gibbs und midwestgangstaboxframecadillacmuzik, benannt nach Alben von Lauryn Hill beziehungsweise OutKast, zu finden. Erwähnung fand Gibbs nach deren Erscheinen unter anderem in der Los Angeles Times und The New Yorker.

Im März 2010 war er als einer der zehn bedeutendsten Rap-Newcomer des Jahres auf der Titelseite des Hip-Hop-Magazins XXL vertreten.[5]

Erst im August 2010 wurde mit der EP Str8 Killa erstmals ein Tonträger des Rappers veröffentlicht. Angekündigt ist sein Debütalbum Baby-Face Killa sowie eine Zusammenarbeit mit dem Produzenten The Alchemist namens Devil’s Palace.[3]

Baby Face Killa wurde 2012 als Mixtape veröffentlicht. Als offizielles Solo-Debütalbum erschien im Juni 2013 ESGN.

Mit dem Produzenten Madlib nahm Freddie Gibbs zwei Kollaborationsalben auf. 2014 erschien Piñata, auf das fünf Jahre später Bandana folgte, bei dem laut Radiosender ByteFM Gibbs und Madlib „das Beste in ihrem Gegenüber zum Vorschein“ bringen.[6][7]

Verhaftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juni 2016 wurde Gibbs im französischen Toulouse verhaftet, nachdem am 31. Mai 2016 ein Europäischer Haftbefehl ausgestellt worden war[8]. Gibbs soll in der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 2015 in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien zwei Frauen vergewaltigt haben. Gibbs habe die Frauen im Backstage-Bereich des Clubs Grelle Forelle in Wien-Alsergrund mit so genannten K.-o.-Tropfen gefügig gemacht. Gibbs soll die zwei fast bewusstlosen Frauen danach in sein Hotel gebracht haben und sich drei Stunden an ihnen vergangen haben[9][10].

Gibbs wurde am 31. Juli 2016 an Österreich ausgeliefert. Ihm wurde daraufhin am Landesgericht für Strafsachen Wien der Prozess gemacht. Aufgrund fehlender eindeutiger Beweise wurde In dubio pro reo entschieden und Gibbs am 30. September 2016 freigesprochen[11].

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beeinflusst wurde Freddie Gibbs vorrangig von Gangsta-Rappern, wie etwa Tupac Shakur, Scarface und der Gruppe Bone Thugs-N-Harmony. Seine Texte basieren häufig auf Erlebnissen in Gary, das zumeist negativ porträtiert wird; im Gegensatz zu vielen anderen Gangsta-Rappern steht er dem Leben in sozialen Brennpunkten kritisch gegenüber.[12] Seit seiner Trennung von Interscope Records thematisiert er häufig seine Abneigung gegenüber größeren Plattenlabels. Oft wechselt er in seinen Raps zwischen verschiedenen Flowtechniken und manche Hooklines singt er ebenfalls selbst.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chartquellen: DE CH UK US
  2. a b Shaheem Reid: Newcomer Freddie Gibbs Is ‘Trying To Put The Midwest On The Map’ auf MTV.com, 28. Januar 2010 (abgerufen am 29. September 2010).
  3. a b Freddie Gibbs Talks Major Label Saga, “Str8 Killa,” Rapping DJs & Rick Ross auf complex.com, 29. Juli 2010 (abgerufen am 27. September 2010).
  4. Tom Breihan: Rezension auf Pitchfork Media, 16. September 2009 (abgerufen am 27. September 2010).
  5. XXL’s 10 Freshmen for ’10 (Memento des Originals vom 31. Oktober 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.xxlmag.com auf XXLmag.com, 1. März 2010 (abgerufen am 29. September 2010).
  6. Kurzkritik zum Album "Pinata" auf Popshot.Over-Blog.de, 4. April 2014 (abgerufen am 8. April 2014).
  7. Freddie Gibbs & Madlib – „Bandana“ (Album der Woche). ByteFM. Abgerufen am 13. August 2019.
  8. Der Standard: US-Rapper soll in Wien zwei Frauen vergewaltigt haben
  9. Krone: US- Rapper soll 2 Frauen in Wien vergewaltigt haben
  10. OÖ Nachrichten: Vergewaltigung: US-Rapper Freddie Gibbs festgenommen
  11. US-Rapper Gibbs „im Zweifel“ freigesprochen
  12. Ndilyo Nimindé: Juice, Ausgabe Januar/Februar 2010, Seite 36.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Freddie Gibbs – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien