Friedrich Hennemann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Hennemann (* 17. April 1936 in Worpswede) ist ein deutscher Manager. Er war Bremer Senatsdirektor und von 1987 bis 1995 Chef des Bremer Vulkan.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennemanns Vater war Flugzeugmonteur; Friedrich ist der älteste von vier Brüdern. Die Schule verließ er mit der mittleren Reife und absolvierte anschließend bei einer Bremer Seehafenspedition eine Lehre als Verkehrskaufmann. Ab 1956 war Hennemann kaufmännischer Angestellter beim Norddeutschen Lloyd in Bremen. Berufsbegleitend besuchte er ab 1958 das Abendgymnasium und holte so im Februar 1961 sein Abitur nach. Anschließend absolvierte er in der Bremer Schiller-Apotheke ein pharmazeutisches Praktikum und begann 1963 das Studium der Pharmazie an der TH Karlsruhe. Er wurde Mitglied der SPD. Ab 1966 studierte er in Karlsruhe mit einem Stipendium der VolkswagenStiftung Wirtschaftswissenschaften. Mit einer Dissertation über „Organisationsstruktur und Produktion im Ausland“ wurde er 1971 zum Dr. rer. pol. promoviert. Anschließend war er in der chemischen Industrie tätig.

Senatsdirektor in Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er Jahren wurde Hennemann Mitarbeiter im Staatsdienst des Landes Bremen. Er war von 1973 bis 1976 als Senatsdirektor Stellvertreter von Gesundheitssenator Herbert Brückner (SPD). 1976 schlug er die Ernennung von Aribert Galla (SPD) zum Verwaltungs-Direktor des Zentralkrankenhauses St.-Jürgen-Straße vor, der zuvor keine Erfahrung in der Krankenhausverwaltung hatte.[1] Von 1976 bis 1987 war er Stellvertreter des Senators für Wirtschaft und Außenhandel Dieter Tiedemann (SPD), ab 1979 unter Karl Willms (SPD) und von 1983 bis 1987 unter Werner Lenz (SPD). In seine Amtszeit fiel 1983 der Zusammenbruch der AG Weser, einer Tochterfirma der Friedrich Krupp AG. Der Konkurs resultierte aus weltweiten Überkapazitäten im Schiffbau.

Vorstandsvorsitzender der Bremer Vulkan AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987 wurde Hennemann an die Spitze des Bremer Vulkan berufen. Das Unternehmen musste 1996 Insolvenz anmelden. Das Verfahren gegen Hennemann wegen des Verdachts des Subventionsbetruges wurde 2010 eingestellt.[2] Hintergrund des Strafverfahrens waren Subventionsgelder, die Hennemann (Vulkan) für den Erwerb von Ostwerften in Stralsund, Rostock und Wismar erhalten hatte. Das Geld floss (legal) in ein Finanzmanagement-System. Durch die Insolvenz der Vulkan-Werft wurden allerdings auch die Subventionsgelder als Rücklagen vernichtet. Die Staatsanwaltschaft erkannte darin den Tatbestand der Untreue verwirklicht, denn Hennemann konnte eine unmittelbare Zurverfügungstellung der Subventionsgelder für die Ostwerften nicht mehr gewährleisten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weser-Kurier vom 26. Juni 1996, Seite 1: „Trifft Hennemann Galla in Oslebshausen?“, abgerufen aus dem digitalen Zeitungsarchiv am 1. März 2016
  2. Varinia Bernau: „Beweise verloren, Ehre gewonnen“ – SZ vom 29. Jan. 2010

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Schmeh: Die 55 größten Flops der Wirtschaftsgeschichte Frankfurt/Wien, Redline Wirtschaft, Ueberreuter, ISBN 3-8323-0864-4