Friedrich Karl Hausmann

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Friedrich Karl Hausmann (* 23. September 1825 in Hanau; † 10. März 1886 ebenda) war ein deutscher Maler, Heimatforscher und Direktor an der Zeichenakademie in Hanau.  

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines geschickten Graveurs begann Hausmann bereits im Alter von zwölf Jahren mit seinem Studium an der Hanauer Zeichenakademie, wo er sich von seinem akademischen Lehrer Theodor Pélissier zunächst zum Zeichner und danach zum Maler ausbilden ließ.

Am 2. September 1848 folgte er mit seinem Freund und Mitschüler Georg Cornicelius einem Ruf der Akademie von Antwerpen, wo sie unter Director Wappers Aufnahme fanden. Unterschiedliche Auffassungen zur Antwerpener Schule ließen sie diese bald jedoch wieder verlassen.   In dieser Zeit entwickelte sich seine Freundschaft zu Anselm Feuerbach, mit dem er später auch in Paris zusammenarbeitete[1]. Er wandte sich zunächst den Niederlanden zu, um in Amsterdam und Den Haag Gemälde Rembrandt´s und anderer niederländischer Maler zu studieren, die er auf Skizzenbüchern und Leinwand kopierte. In Scheveningen beeindruckte ihn das Meer und dessen besondere Farbgebung, Erfahrungen, die sich später oftmals in seinen Gemälden wiederfindet. 1851 siedelte er nach Paris über, wo er mit den Brüdern Gustav Spangenberg und Louis Spangenberg, Wilhelm Lindenschmit und Rudolf Hennberg im Atelier Coutures arbeitete und dort seine Studien fortsetzte. Im Jahr 1854 wechselte er nach Italien, wo er in Olevano und Tivoli vor allem luft- und lichtdurchflutete Landschaftsgemälde schuf. Doch schon ein Jahr später kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich zwischen 1855 und 1864 in Frankfurt am Main nieder. Seine auf den Reisen entstandenen Skizzen und Studien nutzte er zur Komposition neuer Gemälde, erstellte aber zur Sicherung seiner Einnahmen auch Zeichnungen und Vorlagen für die lithografische Anstalt von Bernhard Dondorf  (1809–1902) in der Frankfurter Saalgasse. Er war im Jahr 1857 Mitbegründer der Frankfurter Künstlergesellschaft.

Als nach dem Tod von Pélissier die „Akademieinspectorstelle“ in Hanau vakant wurde, bewarb er sich als dessen Nachfolger und wurde 1864 an die Hanauer Zeichenakademie berufen. 1870 zum Direktor ernannt, dauerte es doch noch fünfzehn Jahre, bevor er den Professorentitel erhielt. Da ihm der Lehrbetrieb in Hanau wenig Zeit ließ, stammen aus diesen Jahren nur noch wenige Gemälde von seiner Hand, unter denen wohl vor allem die neue Plafondmalerei im Schloss Philippsruhe aus dem Jahr 1880 hervorzuheben wäre. Er bildete in Hanau eine große Zahl tüchtiger Schüler aus, welche später teilweise selbst herausragende Künstler wurden. Unter seiner Leitung entstand der damalige und noch heute genutzte Neubau der Zeichenakademie an der Akademiestraße. Es war ihm eine besondere Ehre, im Jahre 1867 im Auftrag der Preußischen Regierung auf der Weltausstellung in Paris eine Studie über die Entwicklung der deutschen im Vergleich zur französischen Kunst zu erstellen. Seine Gemälde finden sich unter anderem in der Hamburger Kunsthalle, dem Städel in Frankfurt und dem Historischen Museum Hanau.

Im Jahr 1871 trat er dem Hanauer Geschichtsverein bei und förderte als Konservator systematische Ausgrabungen, Restaurierung und grafische Dokumentationen der Fundstücke aus zahlreichen Grabungen des Vereins im Hanauer Raum. Herausragend wurden seine Zeichnungen fränkischer Grabfunde bei Hanau-Mittelbuchen und römischer Grabfunde in Hanau und Erlensee-Rückingen.

Er wurde zeitlebens als Künstler unterschätzt und erst zwei Jahrzehnte nach seinem Tod auf der Jahrhundertausstellung deutscher Kunst in der Nationalgalerie von Berlin einem breiteren Publikum bekannt. Da seine Malweise erst ein halbes Jahrhundert später im Trend der Zeit lag, wurde der Künstler nun über Gebühr verherrlicht und man sah in seinem Werdegang beinahe schon eine Künstlertragödie.[2][3] In Hanau ist eine Straße nach Hausmann benannt.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annabelle Hosie: Hausmann, Friedrich Karl In: Savoy, Bénédicte und Nerlich, France (Hrsg.): Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Band 2: 1844–1870. Berlin/Boston 2015.
  • Wilhelm Kaulen, Freud und Leid im Leben deutscher Künstler. Frankfurt a. M. 1878, S. 369-373.
  • Adolf Friedrich Seubert, Allgemeines Künstlerlexikon (2. Aufl.), Frankfurt 1882, Bd. II, S. 181f.
  • H. Becker, Deutsche Maler. Leipzig 1888, S. 213-215 u. 305.
  • Hans Wolfgang Singer und Hermann Alexander Müller, Allgemeines Künstlerlexikon (3. Aufl.), Frankfurt 1896, Bd. II, 140.
  • Emil Schaeffer, Friedrich Karl Hausmann, Ein deutsches Künstlerschicksal. Berlin 1907.
  • Karl Siebert, Monatshefte für kunstwissenschaftliche Literatur, herausgegeben von E. Jaffé und K. Sachs. Berlin 1906, 2. Jg. Heft 10, S. 181f.
  • Karl Siebert: Hanauer Biographien aus drei Jahrhunderten. Hanauer Geschichtsverein, Hanau 1919 (= Hanauer Geschichtsblätter NF 3/4), S. 79–81.
  • Dr. Lotz. Cornicelius und Hausmann, Zwei Hanauer Maler des neunzehnten Jahrhunderts. In: Hanauisches Magazin 4. Jg, 1925, Nr. 12 S. 113 – 144.
  • Karl Ludwig Krauskopf, 150 Jahre Hanauer Geschichtsverein. Hanauer Geschichtsblätter 33, 1994, passim; bes. 306f.
  • Anton Merk, Hausmann, Friedrich Karl. Kunstbegegnungen Frankfurt – Hanau; Wechselbeziehungen in der Malerei zweier Mainstädte. Frankfurt 1995, 104.

 

Lexikoneinträge

 

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedrich Karl Hausmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julius Allgeyer, Anselm Feuerbach (2. Aufl.) Berlin/Stuttgart 1904, Bd. I, 170f.
  2. Emil Schaeffer, Friedrich Karl Hausmann, Ein deutsches Künstlerschicksal. Berlin 1907
  3. Karl Siebert: Hausmann, Friedrich Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 55, Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 773–776.