Friedrich Ludwig von Hannover

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Friedrich Ludwig von Hannover, Prince of Wales

Friedrich Ludwig, englisch Frederick Louis oder Frederick Lewis, (* 31. Januar 1707 in Hannover; † 20. Märzjul./ 31. März 1751greg. in St James’s Palace) war der älteste Sohn Georgs II. von Großbritannien und seiner Ehefrau Caroline von Brandenburg-Ansbach.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Ludwig von Hannover
Wappen von Friedrich Ludwig als Prince of Wales

Friedrich Ludwigs Großvater Georg I. hatte durch seine Thronbesteigung das Haus Hannover begründet, welches von 1714 bis 1837 das Königreich Großbritannien und das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) in Personalunion regierte. Friedrich Ludwigs Eltern zogen ebenfalls nach England. Friedrich Ludwig blieb unter der Obhut seines Onkels Ernst August II. von Hannover. und repräsentierte in der Abwesenheit das Kurfürstentum Hannover.

1727 wurde sein Vater als Georg II. König. Friedrich Ludwig rückte an die erste Stelle der britischen und hannoverschen Thronfolge. 1728 holte ihn sein Vater als neuen Fürsten von Wales (Prince of Wales) nach London. In der Folge kam es zwischen ihm und seinen Eltern zu erheblichen Differenzen. Die gegenseitige Abneigung nahm bis zu Friedrich Ludwigs Tod ständig zu und schädigte den Ruf der ganzen königlichen Familie. Auch in politischen Fragen opponierte der Prinz gegen seinen Vater und dessen Regierung.

Der Prinz war in seiner Jugend jahrelang mit Wilhelmine von Preußen verlobt gewesen. Die Verlobung wurde aber aufgehoben, da beide Väter andere politische Interessen verfolgten. Eine heimliche Ehe mit der reichen Diana Spencer, Duchess of Bedford (1710-1735), die angeblich von deren Großmutter Sarah Churchill, Duchess of Marlborough ohne das Wissen des Königs arrangiert worden war und dem verschuldeten Kronprinzen eine Mitgift von 100.000 £ einbringen sollte, wurde vom Premierminister Robert Walpole verhindert.[1]

1736 heiratete Friedrich die 16-jährige Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg. Als sie ihr erstes Kind erwartete, brachte er sie kurz vor der Entbindung aus dem Hampton Court Palace zum St James’s Palace, damit seine Eltern nicht, wie es die Tradition vorsahen, als Zeugen bei der Geburt anwesend sein konnten. Friedrich Ludwig wurde aus der königlichen Residenz verbannt und bezog ein privates Haus am Leicester Square. Meist lebte er mit seiner Familie auf seinem Landsitz in Kew. Er soll ein vorzüglicher Vater gewesen sein, gutmütig, impulsiv und freigiebig, der es möglichst allen recht machen wollte. Jedes seiner Kinder wurde dazu erzogen, selbst ein kleines Stück Garten zu pflegen sowie sich viel bei Spiel und Sport im Freien aufzuhalten. Er war stolz darauf, der erste „echte“ Engländer aus dem Hause Hannover zu sein, und in der Familie musste ausschließlich Englisch gesprochen werden.[2]

Friedrich Ludwig war musikalisch und betätigte sich Kunstmäzen. Er war Kanzler der Universität Dublin.

Friedrich Ludwig starb 1751, neun Jahre vor seinem Vater. Die Todesursache ist nicht genau bekannt. In manchen Berichten heißt, er sei an einer Lungenentzündung, ausgelöst durch übermäßige Erhitzung bei einem Tennisturnier, gestorben. Andererseits heißt es, dass er an einem Abszess gestorben sei, welcher sich genau dort befand, wo ihn Wochen zuvor beim Cricket ein Ball getroffen habe.[3] Thronfolger wurde sein Sohn Georg III. In Großbritannien blieb „Prince Frederick“ als Förderer der Künste in Erinnerung.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie von Friedrich Ludwig von Hannover. Auf dem nach seinem Tod angefertigten Bild ist Friedrich Ludwig durch ein Gemälde repräsentiert.

Am 8. Mai 1736 heiratete er Augusta von Sachsen-Gotha (1719–1772). Das Paar hatte folgende Kinder:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedrich Ludwig von Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. William Connely: The true Chesterfield: manners, women, education. Cassell, 1939.
  2. Thea Leitner: Skandal bei Hof. Ueberreuter, 1993, ISBN 3-8000-3492-1.
  3. Thea Leitner: Skandal bei Hof. Ueberreuter, 1993, ISBN 3-8000-3492-1.
VorgängerAmtNachfolger
Titel neu geschaffenDuke of Edinburgh
1726–1751
Prinz Georg, Duke of Edinburgh