Günstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Günstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Günstedt hervorgehoben

Koordinaten: 51° 13′ N, 11° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs­gemeinschaft: Kindelbrück
Höhe: 133 m ü. NHN
Fläche: 12,63 km2
Einwohner: 709 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99631
Vorwahl: 036374
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 022
Adresse der Verbandsverwaltung: Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück
Website: www.vg-kindelbrueck.de
Bürgermeisterin: Claudia Knirsch
Lage der Gemeinde Günstedt im Landkreis Sömmerda
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Über dieses Bild
Kirche St. Petri-Pauli

Günstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück an, die ihren Verwaltungssitz in der Landgemeinde Kindelbrück hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günstedt liegt am Nordrand des Thüringer Beckens. Durch den Ort fließt die Schwarzburgische Helbe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort im Jahr 802 urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Weißensee. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Weißensee im Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.[2]

Während der Zeit des Nationalsozialismus trafen bereits 1939 die ersten 20 Kriegsgefangen aus dem Stalag IV B Mühlberg/Elbe in Günstedt ein, in den nächsten Jahren folgten verschleppte Männer und Frauen aus Polen und der Ukraine. 1943 zählte man 53 Zwangsarbeiter. Im Herbst 1943 trafen italienische Militärinternierte und eine unbekannte Zahl von Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien ein. Die Zwangsarbeiter mussten in der Landwirtschaft arbeiten.

Nach Auseinandersetzungen mit Sturmabteilung-Leuten wurde Karl Krämer (Jg. 1889) im Dezember 1939 vom Oberlandesgericht Kassel wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die 1906 geborene Martha Koch verbüßte vom 1. Juni 1944 bis 1. Februar 1945 eine neunmonatige Gefängnisstrafe wegen „staatsfeindlicher Äußerungen“.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Günstedt setzt sich aus 8 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Claudia Knirsch wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Petri-Pauli, mit 300 Jahre alten Deckengemälden. Die Kirche ist ein Architekturdenkmal und wurde mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stiftung KiBa erneuert.


Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Der Landkreis Weißensee im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 270.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Günstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien