Schloßvippach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schloßvippach
Schloßvippach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schloßvippach hervorgehoben

Koordinaten: 51° 6′ N, 11° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs­gemeinschaft: Gramme-Vippach
Höhe: 175 m ü. NHN
Fläche: 20,97 km2
Einwohner: 1370 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99195
Vorwahl: 036371
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 048
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Erfurter Str. 11
99195 Schloßvippach
Website: www.schlossvippach.de
Bürgermeister: Uwe Köhler (CDU)
Lage der Gemeinde Schloßvippach im Landkreis Sömmerda
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Schloßvippach ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gramme-Vippach, der weitere elf Gemeinden zugegliedert sind. Der Name des Ortes geht auf ein Schloss Vippach zurück, das zur Zeit der SBZ 1948 abgerissen wurde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloßvippach befindet sich im fruchtbaren Thüringer Becken östlich der Bundesautobahn 71 und an den Landesstraße 1054 und 1056. Ein östlich gelegener Ortsteil ist Dielsdorf. Die Vippach ist ein Bach, der südlich des Ortes verläuft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Ortes und seiner Umgebung war schon in der Jungsteinzeit 2.000 Jahre vor Chr. durch Schnurkeramiker besiedelt. In Jahr 1875 hat der Jenaer Archäologe Friedrich Klopfleisch ein Zentralgrab entdeckt. Neben menschlichen Gräbern und Gebrauchsgegenständen hat man bei der Ausgrabung auch Pferdegräber gefunden, dies ist ein Hinweis auf die Bedeutung der Pferdezucht in dieser Region. Seit 2008 wird die bereits bekannte bronzezeitliche Siedlung Schloßvippach von Archäologen für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena weiter ausgegraben, da sie ein einzigartiges Ensemble an Befunden mit unterschiedlichen Hausbauten, Brunnen, befestigtem Weg und einem dazugehörigen Gräberfeld bietet. Viele weitere Funde wurden aus der Eisenzeit, der Periode des Thüringer Reichs und der Franken gemacht. In deren Zeit gehörte die Region zum Ostergau.

8. bis 11. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Mal wurde der Ort 793 urkundlich erwähnt. Das Kloster Fulda besaß sehr großen Einfluss in Thüringen als Bildungsmittelpunkt. In den Besitzverzeichnissen des 8. Jahrhunderts von dem Kloster im Erfurter Land wird das Dorf zweimal erwähnt. Diese Schriften sind nicht wirklich datiert, gehören aber genau in den Zeitraum 780 – 802. Schloßvippach ist aus zwei Siedlungen entstanden, aus dem Unterdorf und aus dem Oberdorf. Das Gräberfeld Obermarbach weist eine germanisch-slawische Mischbevölkerung auf.

11. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert wurde Schloßvippach erstmals erwähnt. Der Ort wurde von Herren von Vippach erwähnt. Die Burganlage ist wohl auf die Zeit um 1050 zurückführen. Im Oberdorf wurde die St.-Petri-Kirche ungefähr um das Jahr 1100 gebaut, vielleicht eine Gründung vom Peterskloster in Erfurt. Der Turm der Kirche stammt aus dem Jahr 1261, das heißt, es könnte sein, dass die Kirche da fertig erbaut wurde. Mitte des 12. Jahrhunderts kam es zu einer Befestigung des Dorfes mit Mauern, Gräben und dichtem Buschwerk. Landgraf Friedrich I. der Gebissene zerstörte das Dorf und die Burg etwa um das Jahr 1309, aber beides wurde wiederaufgebaut. Die Burg sowie die Petrikirche wurde dann nochmal im Thüringer Grafenkrieg um 1343 wieder vernichtet. Aus Geldsorgen verkaufte Otto von Vippach an den Rat zu Erfurt die wiederaufgebaute Burg und ein Drittel des Dorfes Vippach. Dies geschah circa 1387. Seit 1387 an ging es über 400jahre lang, wo die mehrfach umgebaute Burg den Schutz für Erfurter Gebiete gegen den Nordosten sicherte. Der Schlosshauptmann war gleichzeitig Gutsherr, Gerichtsherr, Kirchen- und Schulpatron für das Dorf. 1483 kam Erfurt noch die Dörfer Berlstedt und Kleinbrembach. Aus diesen Dörfern wurde das Amt Vippach gebildet, mit einem auf der Burg waltenden Amtmann. Unter anderem zählte zu seinen Aufgaben die Schlichtung von territorialen Streitigkeiten zwischen den folgenden Nachbarorten: Schloßvippach, Dielsdorf und Sprötau. In der Nähe von Schloßvippach wurde neben den üblichen Feldfrüchten auch Wein und Hopfen angebaut. Die Region wurde auch als „Thüringer Kräutergarten“ bezeichnet. Außer den vielen Landwirten gab es eigne Handwerker (64) um das Jahr 1500. Die Lehren von Martin Luther wurde in der Bevölkerung gut aufgenommen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schloßvippach mehrmals verwüstet: 1622/23 durch Herzog Friedrich von Altenburg und 1628 durch kroatische Truppen. Erfurt und Schloßvippach hatten von Mitte der 1630er Jahre bis 1650 eine ziemlich ruhig, weil die Schweden den Norden von Deutschland erobert haben. Zwischen 1660 und 1670 lebten im Dorf 477 Einwohner. Diese Verteilten sich auf 97 bewohnte und noch 131 verwüstete Wohnhäuser daneben gab es noch sieben öffentlichen Gebäuden, die Ställe und Scheunen.

Das Erfurter Gebiet wurde mit Schloßvippach 1664 kurmainzisch (gehörte zu Mainz). Die Einwohner mussten dem neuen Herrn 1667 auf dem Schlosshof unterwerfen. Das Jahr 1683 brachte die Pestseuche, welche Hunderte von Opfern forderte. Das Jahrmarktrecht erhielt man 1699. Ein Teil des Gutes wurde 1701 unter 30 von den Untertanen erbrechtlich aufgeteilt, die Gemeinschaft hat sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehalten. Der Ort schrieb eine Einwohnerzahl von 782 in 194 Wohnhäusern. Danach (1802) wurde Schloßvippach preußisch.

Nachdem die Schlacht um Jena und Auerstedt beendet war, kam es 1806 zu Plünderungen im Dorf und im Schloss durch die französischen Soldaten. Von 1806 bis 1813 war Schloßvippach wie Erfurt Teil von Napoleons (Fürstentum Erfurt) eroberten Gebieten. In einen Überraschungsangriff am 17. Oktober 1813 nahm der preußische Major Friedrich Hellwig mit 55 Husaren 70 polnische Ulanen gefangen, die zu Napoleons Verbündeten gehörten. Schloßvippach hatte 28 Männer die danach bei den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 geholfen haben.

19. Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ende der französischen Fremdherrschaft kamen die Orte des Amts Vippach im Jahr 1815 zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Diese Orte wurden das Amt Großrudestedt eingegliedert und damit endete der Exklavenstatus des Orts. Mit der Eingliederung in das endete der Exklavenstatus des Orts. 1843 hatte Schloßvippach 1143 Einwohner zu verbuchen. Bis zum Ersten Weltkrieg kam es zu fortdauerndem Aufschwung, begleitet von reger Bautätigkeit und vielen Vereinsgründungen. 1871 machte die Gemeinde ein Friedensfest, es wurden 42 Teilnehmer des Deutsch-Französischen Krieg aus Weimar wieder nach Schloßvippach geholt. Nur ein Vippacher Soldat ist verstorben. Ein Kindergarten wurde 1897 eingerichtet. Die Elektrifizierung begann 1906 mit einer Licht- und Kraftleitung von dem Kraftwerk aus Gispersleben. 1909 Gründung der Poststelle mit Telegraphendienst. Zwei der drei Glocken der Veitskirche wurden eingeschmolzen wegen des Ersten Weltkriegs.

1920 wurde Schloßvippach zum damaligen Freistaat Thüringen hinzugefügt. 1921 wurden eigene Notgeldscheine herausgegeben. 1931 lebten 1230 Menschen im Ort.

Während des Nationalsozialismus kam es am 8. März 1945 zu einem Lynchmord. Der 25-jährige kanadische Pilot Thomas M. Draper stürzte mit seinem Flugzeug in der Nähe des Sportplatzes ab und wurde bei seinem Abtransport erschossen. Seine Leiche soll Ende der 40er Jahre exhumiert und nach Kanada überführt worden sein. Ermittlungen gegen die Täter fanden nie statt.

In Schloßvippach waren während der Kriegszeit 73 polnische, 23 russische und ein jugoslawischer Zwangsarbeiter gemeldet. In Dielsdorf (Schloßvippach) waren es 21 Personen aus Polen. Sie waren überwiegend in Höfen untergebracht, wo sie arbeiten mussten. Außerdem waren Kriegsgefangene im Einsatz, welche sich in der damaligen Gaststätte "Zum Löwen", Karl-Buchholz-Str. 213 (heute Nr. 20a) befanden. Das erste Kommando bestand aus 28 französischen Kriegsgefangenen, welche abends eingeschlossen und von einem Soldaten bewacht wurden. Später wurden sie in den Gemeindesaal in Dielsdorf (Schloßvippach) verlegt. Ab Herbst 1943 wurden noch 35 italienische Militärinternierte registriert.

Bei einem Todesmarsch des KZ- Außenlagers Niederorschel zum KZ Buchenwald wurde ein unbekannter KZ-Häftling von der SS ermordet. Die Häftlinge machten zwischen dem 6. und 8. April 1945 in Schloßvippach Halt und wurden in einer Feldscheune untergebracht. Seit dem 2. Oktober 1984 erinnert eine Gedenkstele an diesen Todesmarsch.[2]

Im Zweiten Weltkrieg sind 67 Soldaten aus Schloßvippach gefallen oder wurden vermisst. Die Einwohnerzahl stieg auf 1900 an, weil man 1946 600 Heimatvertriebene dazu bekam. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort zur sowjetischen Besatzungszone hinzugefügt und machte dabei die entsprechende gesellschaftliche Veränderung durch, zusätzlich wurde eine Bodenreform durchgeführt.

Die Burg Schloss Vippach, in bestem Bauzustand, war bis 1945 im Besitz der Familie Collenbusch. Sie wurde auf Grundlage des Befehls 209 der Sowjetischen Militäradministration im Jahre 1948 zerstört.

Jede Familie im Dorf wurde bei Strafandrohung verpflichtet, ein Mitglied zu den Abrissarbeiten zu schicken. Von 1945 bis 1949 wechselten sich sechs Bürgermeister ab. 1953 wurde die erste LPG gegründet, 1960 erreichte man unter erheblichem Druck die „Vollgenossenschaftlichkeit“. 1989 bildeten sich auch in Schloßvippach eine SPD und der Demokratische Aufbruch. Bei den Kommunalwahlen im Mai 1990 gewannen die CDU 6, die SPD 3, die FDP 1, die PDS 1 und andere Gruppierungen zusammen 7 Mandate. Am 3. Oktober 1990, dem offiziellen Tag der Wiedervereinigung, pflanzte der Bürgermeister auf dem Kirchvorplatz eine Eiche.

Einwohnerentwicklung (zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 – 1.506
  • 1995 – 1.550
  • 1996 – 1.586
  • 1997 – 1.611
  • 1998 – 1.613
  • 1999 – 1.591
  • 2000 – 1.581
  • 2001 – 1.565
  • 2002 – 1.542
  • 2003 – 1.500
  • 2004 – 1.499
  • 2005 – 1.475
  • 2006 – 1.449
  • 2007 – 1.421
  • 2008 – 1.414
  • 2009 – 1.391
  • 2010 – 1.367
  • 2011 – 1.410
  • 2012 – 1.393
  • 2013 – 1.398
  • 2014 – 1.404
  • 2015 – 1.408
  • 2016 – 1.403
  • 2017 – 1.394
  • 2018 – 1.377
  • 2019 – 1.370

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Schloßvippach setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen:

CDU – offene Liste: 4 Sitze
Freiwillige Wählergemeinschaft Schloßvippach: 3 Sitze
Freie Wählergemeinschaft Dielsdorf: 3 Sitze
Bürgerliche Demokratische Wählergemeinschaft: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2018)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Uwe Köhler wurde am 5. Juni 2016 gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten und zweimal geteilt von Rot und Silber.“

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Pfarrkirche St. Vitus mit Ausstattung, im Westen des Ortes, im „Unterdorf“. Die Kirche muss bereits 1261 bestanden haben, der Turm stammt wahrscheinlich noch aus dieser Zeit. Das Kirchenschiff wurde in spätgotischem Stil um 1500 errichtet. An der Nord- und Südseite befinden sich Freitreppen. Erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts ist St. Vitus die Haupt-Pfarrkirche des Dorfes. Der Friedhof existiert seit 1843.
  • Das Schloss Vippach, ein Wasserschloss und Stammsitz der erstmals im 11. Jahrhundert erwähnten Herren von Vippach, wurde etwa 1050 im Osten des Ortes erbaut. Die ältesten Teile dieses zur Zeit der SBZ 1948 abgerissenen, stattlichen Baues waren der Bergfried aus dem 14. Jahrhundert und das Torgebäude von 1650. Als „Ersatzmaßnahme“ zum benachbarten Autobahnbau A 71 wurde 2004 der verschlammte Schlossgraben renaturiert, die Naturstein-Brücke rekonstruiert und die verwahrloste Insel beräumt.
  • Etwas südlich der ehemaligen Burg befindet sich die kleine (ehemals viel größere) St.-Petri-Kirche, zusammen mit Bodenfunden Hinweis auf einen zweiten mittelalterlichen Siedlungskern im Osten des heutigen Dorfes. Sie wurde um 1100 erbaut, ist also älter als St. Vitus und war bis Mitte des 15. Jahrhunderts die Hauptpfarrkirche von Schloßvippach. Die Peterskirche wurde 1309 und 1343 zerstört und 1350 wiederaufgebaut. Dietrich von Vippach stiftete damals die Bronzeglocke, die damit eine der ältesten Glocken Thüringens ist. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche als Steinbruch für die Verstärkung der Zugbrücke der nahegelegenen Burg verwendet. Nur der östliche Teil, die ehemalige Sakristei blieb stehen. 1708/10 wurde der noch erhaltene Rest zur Kapelle umgebaut und erhielt den Dachreiter mit Schweifkuppel. Der Petri-Kirchhof wurde ab 1843 nicht mehr benutzt. 1916 pflanzte man eine Luther-Eiche vor der Kirche.
  • Stattliche Gebäude im Ort sind der Ratskeller (der auch das Rathaus ist, erbaut 1841 und umgebaut vor 1900) und das benachbarte frühere Gasthaus „Zur Sonne“ mit Hoftor. Sowohl zur DDR-Zeit als auch danach gingen Gebäude des ehemals wohlhabenden Ortes verloren.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vor der St.-Vitus-Kirche befindet sich der Hellwig-Stein, ein 1913 errichtetes Denkmal zur Erinnerung an ein erfolgreiches Gefecht eines preußischen Freikorps unter Führung des Majors Friedrich Hellwig gegen mit Napoleon verbündete polnische Ulanen in Schloßvippach.
  • Auf dem Friedhof sind trotz weitgehender Beräumung zur DDR-Zeit noch historische Denkmäler für die Gefallenen der beiden Weltkriege und Familiengräber bemerkenswert.
  • Auf dem Friedhof befindet sich auch das Grabdenkmal für einen KZ-Häftling, der im April 1945 bei einem Todesmarsch des KZ-Außenkommandos Niederorschel von SS-Männern ermordet wurde. Seit 1984 erinnert eine Gedenk-Stele in der Erfurter Straße an dieses Geschehen.
  • Gedenkstein am Sportplatz für den kanadischen Flieger Thomas Maynard Draper, der am 8. März 1945 einem der sog. Fliegermorde zum Opfer fiel. Der Stein wurde am 8. März 2019 feierlich geweiht.[3]
  • Langensteinsches Gericht nordöstlich von Schloßvippach an der Straßen-Gabelung Sprötau und Orlishausen. Hier wurde über Jahrhunderte – bis 1830 – Gericht vor allem bei territorialen Streitigkeiten zwischen den benachbarten Gemeinden gehalten.
  • Hügelgrab Katzenhügel nördlich von Schloßvippach

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. März 1945 kam es in der Nähe des Sportplatzes zu einem der sog. Fliegermorde an dem kanadischen Piloten Thomas Maynard Draper, der den Abschuss seines Flugzeugs überlebt hatte. Der Kriegsgefangene sollte nach Weimar überstellt werden, wurde aber vor dem Transport vom hinzugeeilten Landrat des Landkreises Weimar, Franz Hofmann, erschossen.[4] Während des Zweiten Weltkrieges mussten 28 Kriegsgefangene aus Frankreich, 35 Militärinternierte aus Italien sowie 97 Frauen und Männer aus Polen, Russland und Jugoslawien in der Landwirtschaft von Schloßvippach Zwangsarbeit verrichten. Nach Dielsdorf kamen 21 Polen.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Thüringen. Band 8. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 274–275.
  3. Anette Kletzke: Stilles Gedenken an Thomas Maynard Draper. Die Interessengemeinschaft „Liberty Convoy“ und die Gemeinde Schloßvippach weihen Gedenkstein am Sportplatz ein. In: Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Sömmerda vom 9. März 2019, Nr. 58, S. 15.
  4. Anette Kletzke: Gedenkstein für den kanadischen Piloten. In Thüringer Allgemeine, Lokalausgabe Sömmerda vom 6. März 2019, Nr. 55, S. 13
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 274 f.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Schiller, Klaus Weise: 1200 Jahre Schloßvippach. Festschrift. 793–1993. Männergesangsverein „Liedertafel“ und Gemeinde Schloßvippach, Schlossvippach 1993.
  • Thomas Bienert: „Die einst prächtige Burg von Schloßvippach“. In: Thüringer Allgemeine, 2006, (Aus der Serie: Das Schicksal geschundener und ausgelöschter Adelssitze.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schloßvippach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien