Günter Schmahl (Physiker)

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Günter Schmahl (* 26. März 1936 in Wilhelmshaven; † 14. August 2018 in Göttingen)[1][2] war ein deutscher Physiker, Professor an der Universität Göttingen und Pionier der Röntgenmikroskopie.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwerpunkt und die wesentliche Bedeutung von Schmahls Arbeiten lagen in der Entwicklung der Vollfeld-Röntgenmikroskopie mit weichen Röntgenstrahlen. Er erkannte als einer der Ersten das Potential dieser Methode sowie den wegweisenden technologischen Ansatz, Zonenplatten als Linsen in einem solchen Mikroskop zu verwenden.[3][P 1][P 2] Den gewählten Ansatz entwickelten Schmahl und seine Mitarbeiter weiter bis zur Anwendungsreife in der zwei- und dreidimensionalen Bildgebung von biologischen Proben.[4][P 3][P 4][P 5][P 6]

Schmahl gründete das Institut für Röntgenphysik der Universität Göttingen und leitete es bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002.[5] Er war einer der Gründer und der erste ausrichtende Veranstalter der seit 1983 alle drei Jahre, seit 2008 zweijährlich stattfindenden Internationalen Konferenz für Röntgenmikroskopie.[6]

Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. Schmahl, D. Rudolph: Lichtstarke Zonenplatten als abbildende Systeme für weiche Röntgenstrahlen. In: Optik (Jena). Band 29, 1969, S. 577.
  2. B. Niemann, D. Rudolph, G. Schmahl: Soft-x-ray imaging zone plates with large zone numbers for microscopic and spectroscopic applications. In: Optics Communications. Vol. 12, 1974, S. 160–163, doi:10.1016/0030-4018(74)90381-2.
  3. Patent DE3642457: Röntgen-Mikroskop. Angemeldet am 12. Dezember 1986, veröffentlicht am 30. Juni 1988, Anmelder: Carl-Zeiss-Stiftung, Erfinder: G. Schmahl, D. Rudolph.
  4. Patent US4870674: X-ray microscope. Angemeldet am 9. Dezember 1987, veröffentlicht am 26. September 1989, Anmelder: Carl-Zeiss-Stiftung, Erfinder: G. Schmahl, D. Rudolph (auch bei Google Patents).
  5. G. Schmahl, D. Rudolph, P. Guttmann, G. Schneider, J. Thieme, B. Niemann: Phase contrast studies of biological specimens with the x‐ray microscope at BESSY. In: Review of Scientific Instruments. Vol. 66, 1995, S. 1282–1286, doi:10.1063/1.1145955.
  6. D. Weiß, G. Schneider, B. Niemann, P. Guttmann, D. Rudolph, G. Schmahl: Computed tomography of cryogenic biological specimens based on X-ray microscopic images. In: Ultramicroscopy. Vol. 84, 2000, S. 185–197, doi:10.1016/S0304-3991(00)00034-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tim Salditt: Nachruf auf Günter Schmahl 26. März 1936 – 14. August 2018. In: Jahrbuch der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 2019. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2021, S. 127–129 (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Günter Schmahl: Traueranzeige. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. August 2018 (faz.net).
  2. Memorial to Günter Schmahl. In: xrm2018.com. 14th International Conference on X-ray Microscopy, abgerufen am 26. August 2018 (englisch).
  3. a b Röntgenplakette Preisträger-Archiv 1992. Deutsches Röntgen-Museum, abgerufen am 7. November 2014.
  4. Norbert Lossau: Vom Röntgenbild einer Hand zum Blick in lebende Zellen. In: welt.de. 7. November 1995, abgerufen am 19. August 2018.
  5. Institut für Röntgenphysik. Universität Göttingen, archiviert vom Original am 19. August 2018; abgerufen am 19. August 2018 (mit Todesanzeige G. Schmahl).
  6. XRM Conference Series History. In: xrm2018.com. 14th International Conference on X-ray Microscopy, abgerufen am 26. August 2018 (englisch).
  7. Der Niedersächsische Staatspreis. Land Niedersachsen, abgerufen am 9. September 2019 (Beschreibung und Preisträgerliste).
  8. Röntgenpreis 1995 an Günter Schmahl. In: Physikalische Blätter. Vol. 51, Nr. 12, 1995, S. 1149, doi:10.1002/phbl.19950511203.
  9. Prof. Dr. Günter Schmahl. Personendetails. Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, archiviert vom Original am 15. März 2018; abgerufen am 19. August 2018.
  10. Schmahl, Kirz Received Compton Award for Contributions to X-ray Microscopy. Argonne National Laboratory, 2005, archiviert vom Original am 8. Januar 2017; abgerufen am 4. April 2017 (Pressemitteilung).