Günter Singer

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Günter Singer (2011)

Günter Singer (* 7. Juni 1967 in Mürzzuschlag, Steiermark als Günter Bayer) ist ein österreichisch-amerikanischer Filmemacher, privater Sicherheits- und Militärunternehmer, und ehemaliger professioneller Kickboxer und K1-Kämpfer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singer wuchs in Veitsch, Steiermark und auf dem Bergbauernhof seines Onkels im benachbarten Krieglach auf, und besuchte Volks- und Hauptschule in Veitsch. Nach dem Besuch des BORG in Kindberg absolvierte er eine Lehre als Elektriker bei den Veitscher Magnesitwerken. Als Schüler hatte er sich dem Speerwurf und dem Krafttraining verschrieben.[1]

Kickboxen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der 1980er Jahre begann Günter Singer mit dem Kickboxen. Er wurde als Amateur österreichischer Staatsmeister, Europameister und Vizeweltmeister im Halbschwergewicht. 1990 wurde er Profi und gewann knapp ein Jahr später in seinem 10. Kampf den Weltmeistertitel im Cruisergewicht nach Version der IMF (International Muay Thai Federation). Danach wanderte er in die USA aus und stieg ins Schwergewicht auf. In Los Angeles fand Singer nach anfänglichen Schwierigkeiten ausgezeichnete Möglichkeiten und erhielt seinen boxerischen Feinschliff durch Freddie Roach. Roach verwendete ihn auch als Sparringspartner von Boxgrössen wie James Toney und Michael Moorer. Singers Hauptaugenmerk blieb jedoch beim Kickboxen und sein Markenzeichen im Ring waren neben seiner Schlagkraft seine harten Lowkicks mit denen er viele seiner Kämpfe vorzeitig gewann. Nach 39 Siegen (32 davon durch KO) und 2 Niederlagen beendete Günter Singer seine Profikarriere beim K1-World Grand Prix 2001 in Las Vegas.[2]

Singer als Profi-Weltmeister im Kickboxen (1991)

Sicherheitsgeschäft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einigen Jahren als Personenschützer in der Filmindustrie fand Singer im Jahre 2004 Anschluss an das Sicherheitsgeschäft in Konfliktzonen wie Afghanistan und Irak sowie in mehreren afrikanischen Ländern und konnte sich dabei einen Namen machen. Im Irak und in Afghanistan war er für die US-Firma Blackwater[3] unter anderem auch mit der persönlichen Sicherheit des Oberbefehlshabers des United States Special Operations Command, Admiral Bill McRaven beauftragt.[4][5] McRaven war der Verantwortliche für die Organisation und Durchführung der Operation Neptune’s Spear,[6][7] der Aktion, die zum Tod von Osama bin Laden führte.

2010 gründete Singer das Sicherheitsunternehmen Triton Armor Group, welches sich auf Personen-, Konvoi- und Objektschutz in Afrika[8] spezialisiert, sowie auf Anti-Poaching, der Bekämpfung der professionellen Wilderei[9][10]. Singers Unternehmen errichtete Anti-Poaching Programme in Südafrika, Namibia, Tanzania und im Kongo und zählt sowohl die Vereinten Nationen, sowie das US-Außenministerium zu seinen Auftraggebern.[11]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singers Filmkarriere begann 2007 als Schauspieler mit einer Hauptrolle neben Derek Jacobi, John Kani und Alice Krige in dem US-Spielfilm Jail Caesar. Gedreht wurde über mehrere Jahre in den Gefängnissen von Drumheller, Kanada, sowie Cardiff, Wales und Pollsmoor in Kapstadt, Südafrika, in welchem auch Nelson Mandela für sechs Jahre inhaftiert war. Die Dreharbeiten fanden, zwecks Authentizität, jeweils inmitten hunderter Häftlinge statt, was den Darstellern sehr viel abverlangte. Jail Caesar gewann bei den Berliner Filmfestspielen 2013.[12]

Dreharbeiten zu Jail Caesar im Gefängnis von Pollsmoor, Südafrika.

Danach spielte er, wiederum neben Alice Krige, in dem auf einer wahren Geschichte basierenden Film Shingetsu, zu dem er auch das Drehbuch schrieb und als Produzent fungierte. Seine Darstellung eines von seinen traumatisierenden Kriegserlebnissen im Balkan geplagten Soldaten der französischen Fremdenlegion machte angeblich bei Kritikern Eindruck.[13][14]

Traumatisierte Soldaten und deren Suche nach Heilung sind auch das Thema des Dokumentarfilms Resolve: A Guide To Post Traumatic Growth[15], bei dem Singer ebenfalls als Drehbuchautor, Produzent und Darsteller mitwirkte.[16]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singer lebt mit seiner Familie in Beaverton, Oregon, sowie auf seiner Ranch am Yellowstone-Nationalpark in Montana.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.meinbezirk.at/bruck-an-der-mur/leute/momentaufnahmen-eines-lebens-am-limit-d635358.html
  2. K1USA - International Kickboxing Federation
  3. Jeremy Scahill: Blackwater. The rise of the world’s most powerful mercenary army. Nation Books, New York 2007, ISBN 978-1-56025-979-4, S 348, 352.
  4. P. W. Singer: Corporate Warriors. The Rise of the Privatized Military Industry. Cornell University Press, Ithaca/London 2003, ISBN 0-8014-8915-6 S.148-152
  5. Commander of bin Laden raid blasts Senate for disrespecting military leaders, Washington Post, 25. April 2016
  6. „Der Mann, der Osama Bin Laden jagte“, Der Spiegel online vom 5. Mai 2011, abgerufen am 11. Juni 2016
  7. Richard Spencer: Osama bin Laden dead: Hamas condemns killing of bin Laden. Hamas, the militant group which has just signed a deal to join the Palestinian government, on Monday condemned the killing of Osama bin Laden. In: Telegraph. 2. Mai 2011, abgerufen am 26. August 2014 (englisch).
  8. P. W. Singer (2003a): Peacekeepers, Inc.. In: Policy Review, Nr. 119, Juni/Juli 2003 (online).
  9. [1]Steckbrief Gunter Singer bei Oneprotest, Inc
  10. [2]
  11. a b Momentaufnahmen eines Lebens am Limit - Privater Sicherheits- und Militärunternehmer - Mein Bezirk am 31. Juli 2013
  12. Jail Caesar, Gewinner beim Berlin Independent Film Festival 2013
  13. British Film Council: Shingetsu
  14. Shingetsu Interview mit Regisseur Paul Schoolman, Hastings Online Times am 24. August 2016
  15. Resolve: A Guide To Post Traumatic Stress in der Internet Movie Database (englisch)
  16. [3] Website - Resolve: A Guide To Post Traumatic Growth