Naomi Watts

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Naomi Watts (2015)

Naomi Ellen Watts (* 28. September 1968 in Shoreham, Sevenoaks District, Kent, England) ist eine britisch-australische Schauspielerin und Filmproduzentin.

Früheres Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naomi Watts ist die Tochter von Myfanwy (Miv) Edwards (geborene Roberts), einer ehemaligen Antiquitätenhändlerin, und von Peter Watts, der als Toningenieur bei der Rockgruppe Pink Floyd arbeitete. Ihre ursprünglich in England geborene Mutter hatte in ihrer frühen Kindheit mehrere Jahre in Australien gelebt. Watts Großvater mütterlicherseits stammte aus Wales und ihre Großmutter war gebürtige Australierin.[1]

Watts' Eltern ließen sich scheiden, als sie gerade vier Jahre alt war. Nach der Scheidung blieben Watts und ihr älterer Bruder Benjamin (Ben) bei der Mutter und lebten mit ihr an verschiedenen Orten in South West England. Ihr Vater verließ Pink Floyd 1974 und verstarb zwei Jahre später durch eine Überdosis Heroin in seiner Wohnung in Notting Hill.[2]

Nach dem Tod des Vaters, der sich zuvor mit Watts Mutter wieder ausgesöhnt hatte, zog die Familie zu den Großeltern ins nordwalisische Llanfair PG.[3] In dieser Zeit besuchte Watts eine Schule, in der sie die walisische Sprache erlernte.[4] 1982 folgte schließlich ein weiterer Umzug mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und dem mittlerweile angeheirateten Stiefvater nach Australien, der Heimat ihrer Großmutter. Die Familie ließ sich dort in Sydney (New South Wales) nieder. Ihre Mutter war zuvor während einer Australienreise zu der Überzeugung, dass dies „das Land der Chancen“ sei und fand dort nach der Emigration verschiedene Anstellungen beim Fernsehen. Die Tatsache, dass die Großmutter gebürtige Australierin war, erleichterte der Familie den Erwerb der australischen Staatsbürgerschaft – Naomi Watts selbst behielt zusätzlich jedoch auch die britische Staatsangehörigkeit.[5]

Zeitgleich begann Watts' Mutter ihrer Tochter, die bereits seit längerer Zeit Schauspielerin werden wollte, Unterricht in diesem Bereich zu geben. Bald darauf trat Watts in ersten Werbespots auf, wobei sie auch ihre langjährige Freundin Nicole Kidman kennen lernte. Nach dem gescheiterten Schulabschluss entschloss sich die zu dem Zeitpunkt achtzehnjährige Watts dazu, sich als Model zu versuchen. 1986 erhielt sie zudem auch eine erste kleine Nebenrolle als Schauspielerin in einer australischen Filmproduktion.

Im selben Jahr ging sie zunächst nach Japan, um dort ihre gewünschte Karriere als Model voranzutreiben. Da der Erfolg ausblieb, kehrte sie nach Australien zurück und arbeitete zeitweise in einem Kaufhaus in Sydney, später bei einem Modemagazin. Mit der Schauspielerei kam sie wieder in Kontakt, als ein Arbeitskollege sie einlud, in einem kleinen Theaterstück mitzuspielen. Die Leidenschaft für die darstellenden Künste war wieder geweckt. So kündigte sie ihren damaligen Job und widmete sich nun komplett der Schauspielkarriere.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1989 hatte Watts den Regisseur John Duigan auf der Premiere des Films Todesstille kennen gelernt, in welchem Nicole Kidman eine der Hauptrollen spielte. Duigan engagierte Watts daraufhin für seinen neuen Film Flirting – Spiel mit der Liebe (1991), in dem sie nach fünfjähriger Filmpause an der Seite von Kidman und Thandie Newton auftrat. Der Film wurde auch von der Kritik gut aufgenommen. Im selben Jahr trat Watts zudem in neunzehn Episoden der australischen Fernsehserie Home and Away als junge Frau mit Handicap auf.

Watts auf der Premiere von Tödliche Versprechen (2007)

Danach nahm sich Watts eine Auszeit von der Schauspielerei, um ein Jahr lang zu reisen. In Los Angeles wurde sie von Nicole Kidman, die mittlerweile in Hollywood als Schauspielerin eine erfolgreiche Karriere machte, an passende Agenten vermittelt. Davon ermutigt, entschloss sich Watts dazu, ebenfalls in die Vereinigten Staaten zu ziehen, um dort ihre Karriere voranzutreiben.

1993 bekam sie eine kleine Nebenrolle in dem John Goodman-Film Matinée. Im selben Jahr bekam Watts auch ihre erste Hauptrolle in dem Filmdrama Verführt – Schuldig oder nicht schuldig?, für den sie kurzfristig in ihre alte Heimat Australien zurückgekehrt war. Anschließend stellte sich eine knapp zweijährige Zwangspause in Watts Filmkarriere ein, da sie in Hollywood Schwierigkeiten hatte, neue Agenten und Rollenangebote zu finden. Während dieser Periode geriet sie auch in finanzielle Engpässe und konnte zeitweilig ihre Miete nicht mehr bezahlen.

Erst 1995 konnte sie wieder eine kleine Nebenrolle in der Filmkomödie Tank Girl bekommen, welcher jedoch ein finanzieller Misserfolg wurde. 1996 erhielt sie in dem Horrorfilm Kinder des Zorns IV – Mörderischer Kult die weibliche Hauptrolle, wobei der Film bei den Kritikern nicht allzu gut ankam. In den nächsten Jahren konnte Watts meistens nur Nebenrollen in verschiedenen Filmen und Fernsehserien bekommen oder wurde des Öfteren für Filmrollen in Betracht gezogen (unter anderem für Postman), welche sie dann aber doch nicht bekam. Dies frustrierte sie so sehr, dass sie teilweise sogar daran dachte, das Schauspielern aufzugeben. Erst im Jahr 2001 konnte sie ihre Karriere wieder stabilisieren, als sie die Hauptrolle in David Lynchs Thriller Mulholland Drive – Straße der Finsternis spielte. Der Film wurde von den Kritikern förmlich in den Himmel gelobt und bedeutete für Watts den endgültigen Durchbruch.

Ein Jahr später wurde Watts von Regisseur Gore Verbinski angeworben und spielte in seinem Horrorfilm The Ring die Hauptrolle. Ihre Darstellung der jungen Journalistin Rachel Keller, welcher per Anruf ihr Tod in den nächsten sieben Tagen angekündigt wird, wurde von der Kritik sehr gelobt. 2003 übernahm sie eine Rolle in dem biografischen Film Gesetzlos – Die Geschichte des Ned Kelly, bei dessen Produktion sie zuvor auch ihren Landsmann und Schauspielerkollegen Heath Ledger kennengelernt hatte, mit dem sie zeitweilig eine Beziehung führte.

Im selben Jahr spielte sie auch eine Hauptrolle in der Filmkomödie Eine Affäre in Paris an der Seite von Kate Hudson, wobei der Film bei der Kritik eher durchfiel. An der Seite von Sean Penn war sie gleich zweimal in der weiblichen Hauptrolle zu sehen gewesen, einmal in dem Filmdrama 21 Grams von 2003 und im folgenden Jahr in Attentat auf Richard Nixon.

2005 verkörperte Watts in der Filmkomödie Ellie Parker eine australische Schauspielerin, die in Hollywood Karriere zu machen versucht und konnte mit ihrer Darstellung die Kritiker überzeugen. Die Filme The Ring 2 und Stay, in denen Watts im selben Jahr jeweils die weibliche Hauptrolle verkörperte, kamen dagegen weniger gut bei der Kritik an, wobei The Ring 2 jedoch an den Kinokassen ein kleiner Erfolg wurde. Im Dezember 2005 erschien die Neuverfilmung des Filmklassikers King Kong und die weiße Frau unter der Regie von Peter Jackson, in der Watts die Hauptrolle der (im Original von Fay Wray verkörperten) arbeitslosen Schauspielerin Ann Darrow spielte, in welche sich später der Riesengorilla King Kong verliebt. Der Film wurde in drei Kategorien mit dem Oscar ausgezeichnet und ist bis heute Watts' kommerziell erfolgreichstes Filmprojekt geblieben.

2006 spielte Watts in dem Filmdrama Der bunte Schleier, welches allgemein gute Kritiken erntete, die Ehefrau von Edward Norton. 2007 spielte sie in David Cronenbergs Thriller Tödliche Versprechen – Eastern Promises an der Seite von Viggo Mortensen die Rolle einer Krankenschwester, welche in Angelegenheiten der russischen Mafia verwickelt wird. Im selben Jahr verkörperte sie auch in Michael Hanekes Thriller Funny Games U.S. die Hauptrolle einer Frau, die mit ihrer Familie von einem Duo sadistischer Teenager als Geisel genommen wird.

2009 war sie an der Seite von Clive Owen in Tom Tykwers viel beachtetem Politthriller The International in der Rolle einer New Yorker Staatsanwältin zu sehen. Im selben Jahr spielte Watts auch in dem Filmdrama Mütter und Töchter an der Seite von Annette Bening und Kerry Washington die Hauptrolle, welche ihr mehrere Nominierungen einbrachte.

In den nächsten Jahren folgten Filme wie die Tragikomödie Ich sehe den Mann deiner Träume und der Psychothriller Dream House. 2012 folgte das auf wahren Ereignissen basierende Filmdrama The Impossible, in welchem Watts die Rolle einer Familienmutter spielte, die bei einem Thailand-Urlaub durch den Tsunami von 2004 von ihrem Ehemann (gespielt von Ewan McGregor) und ihren Kindern getrennt wird. Der Film wie auch Watts Darstellung wurden von der Kritik außerordentlich gut aufgenommen.

2013 hatte sie einen kleinen Auftritt in dem Episodenfilm Movie 43 zusammen mit vielen anderen bekannten Schauspielern. Oliver Hirschbiegels Filmbiografie Diana von 2013, in welcher Watts die titelgebende Princess of Wales spielte, fiel dagegen sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum durch und wurde ein finanzieller Flop.

2014 war Watts in der Tragikomödie St. Vincent neben Bill Murray und Melissa McCarthy in der Rolle einer russischen Prostituierten zu sehen. 2015 spielte sie in dem Filmdrama Demolition – Lieben und Leben neben Jake Gyllenhaal die weibliche Hauptrolle. In den Science-Fiction-Filmen Die Bestimmung – Insurgent (2015) und dessen Fortsetzung Die Bestimmung – Allegiant (2016), spielte Watts jeweils die Rolle der Rebellenführerin Evelyn Johnson-Eaten.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Watts mit Lebensgefährten Liev Schreiber (2012)

Watts war in den 1990er Jahren in einer Beziehung mit dem Regisseur Stephen Hopkins.[6] Von August 2002 bis Mai 2004 war Watts mit Schauspielkollege Heath Ledger liiert.[7] 2006 wurde bekannt, dass sie mit ihrem Schauspielkollegen Liev Schreiber liiert ist.[8] Die beiden haben zusammen zwei Söhne (* 2007 und * 2008).[9] Am 27. September 2016 wurde bekannt, dass sich Watts und Schreiber getrennt haben.

Watts ist eine aktive Unterstützerin des UN-Projektes UNAIDS zur Vorbeugung gegen AIDS und HIV.[10]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Deutschen wurde Naomi Watts meistens von Irina von Bentheim und gelegentlich auch von Claudia Lössl synchronisiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naomi Watts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naomi Watts on 'While We're Young', her roots and being a mum | Rockhampton Morning Bulletin. themorningbulletin.com.au.
  2. Naomi Watts Biography. In: TalkTalk. Tiscali UK Limited trading.
  3. Naomi Watts’ Unpronounceable Town Name. YouTube. 6. März 2015.
  4. Naomi Watts. In: BBC North West Wales. BBC. November 2009. Archiviert vom Original am 7. Dezember 2008.
  5. Interview mit Naomi Watts im Kölner Stadt-Anzeiger vom 11./12. Januar 2014.
  6. http://movies.yahoo.com/person/naomi-watts/biography.html
  7. Naomi Watts schwärmt von Heath Ledger. In: promiflash.de. 25. September 2011.
  8. Naomi Watts will Liev Schreiber nicht heiraten! In: promi-magazin.de. 5. Februar 2013.
  9. Sira Brand: Naomi Watts: Zweites Kind ein Junge. In: spielfilm.de. 16. Dezember 2008.
  10. UNAIDS goodwill ambassador Naomi Watts. In: UNAIDS. United Nations.