Gelsemium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gelsemium
Carolina-Jasmin (Gelsemium sempervirens), Illustration

Carolina-Jasmin (Gelsemium sempervirens), Illustration

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Gelsemiaceae
Gattung: Gelsemium
Wissenschaftlicher Name
Gelsemium
Juss.

Gelsemium (Syn.: Medicia Gardner & Champ.) ist eine nur drei Arten zählende Pflanzengattung in der Familie der Gelsemiaceae innerhalb der Ordnung der Enzianartigen (Gentianales). Diese Arten wurden zur Familie der Loganiaceae gerechnet; L.Struwe, V.A.Albert und B.Bremer stellten sie 1994 in die eigene Familie der Gelsemiaceae.[1]. Neuere genetische Untersuchungen stützen diese Aufteilung.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Es sind verholzende Pflanzen: Sträucher oder Lianen. Die Laubblätter sind meist gegenständig. Die Nebenblätter sind stark reduziert.

Die Blütenstände sind Thyrsen. Die Blüten sind heterostyl (d.h. die Griffel sind verschieden lang) und fünfzählig. Die fünf gelben Kronblätter sind zu einer Kronröhre verwachsen. Es ist nur ein Staubblattkreis vorhanden. Der Fruchtknoten ist oberständig. Die Kapselfrüchte enthalten geflügelte Samen.

Pharmakologie und Giftwirkung[Bearbeiten]

Alle drei Arten enthalten Methoxyindol und sind hochgiftig. Die Giftwirkung beruht auf der neurotoxischen Wirkung, und wird wohl wesentlich über einen Agonismus an Glycin-Rezeptoren vermittelt. Gelsemium-Extrakte werden als Analgetika bei chronischen neuropathischen Schmerzen untersucht.[3] Unter anderem probierte Arthur Conan Doyle, der Autor von Sherlock Holmes die Giftwirkung 1879 im Selbstversuch aus, indem er es in verschiedenen Verdünnungen zu sich nahm.[4][5] Gelegentlich scheint die Pflanzengattung Gelsemium bzw. deren Giftstoffe noch heute als Mordgift im Einsatz. Der chinesische Milliardär Long Liyuan verstarb am 23. Dezember 2011 in Südchina nach Genuss einer mit Gelsemium versetzten Katzenfleisch-Mahlzeit. Am 10. November 2012 verstarb der russische Geschäftsmann Alexander Perepilichnyy in London vermutlich an den Folgen einer Gelsemium-Vergiftung.[6]

Arten und Verbreitung[Bearbeiten]

Es gibt nur drei Arten in der Gattung Gelsemium. Eine Art ist in Südostasien und zwei Arten sind in Zentralamerika und im südlichen Nordamerika beheimatet.

Quellen[Bearbeiten]

  1. L. Struwe, V.A.Albert und B.Bremer: Cladistics and family level classification of the Gentianales, Cladistics 10: 175–205, 1994. Online-Zusammenfassung
  2. M.Backlund, B. Oxelman, B. Bremer: Phylogenetic relationships within the Gentianales based on NDHF and RBCL sequences, with particular reference to the Loganiaceae, American Journal of Botany, 87:1029-1043, 2000. Online-Version
  3. Zhang, Jing-Yang, Nian Gong, Jin-Lu Huang, Ling-Chen Guo, and Yong-Xiang Wang. “Gelsemine, a Principal Alkaloid from Gelsemium Sempervirens Ait., Exhibits Potent and Specific Antinociception in Chronic Pain by Acting at Spinal α3 Glycine Receptors.” Pain 154.11 (2013):2452-462. PMID 23886522 doi:10.1016/j.pain.2013.07.027
  4. Arthur Conan Doyle takes it to the limit (1879) British Medical Journal 2009;339:b2861 doi:10.1136/bmj.b2861
  5. Doyle, A.C. Gelseminum as a Poison. British Medical Journal 2.977 (1879): 483. doi:10.1136/bmj.2.977.481
  6. Russian businessman Alexander Perepilichnyy 'may have been poisoned'. BBC News, 18. Mai 2015, abgerufen am 29. Mai 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gelsemium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien