Gemsenhorngewächse

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Gemsenhorngewächse
Einjährige Martynie (Martynia annua), unreife Kapselfrüchte und die Samenkapseln (Diasporen) ohne das abgefallene Exokarp mit Hörnern zur epizoochoren Ausbreitung.

Einjährige Martynie (Martynia annua), unreife Kapselfrüchte und die Samenkapseln (Diasporen) ohne das abgefallene Exokarp mit Hörnern zur epizoochoren Ausbreitung.

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Gemsenhorngewächse
Wissenschaftlicher Name
Martyniaceae
Stapf

Die Gemsenhorngewächse (Martyniaceae) sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Die etwa vier Gattungen mit 13 bis 16 Arten haben ihre Areale in der Neotropis.

Die Gemsenhorngewächse werden auch als Teufelskrallen bezeichnet. Sie sind jedoch nicht verwandt mit der Gattung der Teufelskrallen aus der Familie der Glockenblumengewächse oder mit der Afrikanischen Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) aus der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae).

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Martynia annua.
Kapselfrucht von Ibicella lutea mit Haken.
Samen von Ibicella lutea.

Es handelt sich um einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, die an der Basis manchmal leicht verholzen. Sie bilden oft Wurzelknollen als Überdauerungsorgane. Die wechselständig oder gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfach Blattspreiten sind behaart mit gezähnten Blatträndern. Die ganzen Pflanzen sind mit klebrigen Drüsenhaaren bedeckt.

Sie bilden traubige Blütenstände. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph, fünfzählig und tetrazyklisch mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind frei. Die fünf Kronblätter sind verwachsen, oft sind sie zweilippig. Es sind oft Saftmale in Form von Punkten und Strichen vorhanden. Es ist nur ein Staubblattkreis vorhanden mit meist nur zwei, manchmal vier Staubblättern. Es sind entweder ein oder drei Staminodien vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen.

Sie bilden Kapselfrüchte (nach anderer Auffassung sind es sich öffnende Steinfrüchte) mit Samenkapsel die Hörner ausbilden die wie Gemsenhörner gebogen sind (daher der deutsche Trivialname Gemsenhorngewächse). Die Verbreitung der Früchte erfolgt epizoochor, die Diasporen bleiben an Tieren hängen welche diese dann zertreten (Trampelkletten)[1] und so die einzelnen Samen freisetzen.

Bei einigen Arten der Gattungen Proboscidea und Ibicella wird ein Status als fleischfressende Pflanze diskutiert.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Martyniaceae wurde 1810 durch Otto Stapf aufgestellt. Die in dieser Familie enthalten Gattungen werden gelegentlich auch den Pedaliaceae zugeordnet.

In der Familie der Gemsenhorngewächse (Martyniaceae) gibt es etwa vier Gattungen, davon sind zwei monotypisch, enthalten insgesamt 13 bis 16 Arten:

  • Craniolaria L.: Die nur drei Arten sind in Südamerika verbreitet.
  • Ibicella Van Eselt.: Sie enthält nur eine Art:
    • Ibicella lutea (Lindl.) Van Eselt.: Sie ist ursprünglich in Südamerika heimisch und gelangte schon früh in die südwestlichen USA und nach Kalifornien. Sie ist in einigen Gebieten der Welt ein Neophyt.
  • Martynia L.: Sie enthält nur eine Art:
    • Einjährige Martynie (Martynia annua L.): Sie ist ursprünglich in Mexiko beheimatet. Sie ist in vielen Gebieten der Welt ein Neophyt, beispielsweise in Afrika, Asien und Malesien.
  • Proboscidea Schmidel: Die acht bis zehn Arten sind in Nordamerika und Mexiko verbreitet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gemsenhorngewächse (Martyniaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Ulbrich: Biologie der Früchte und Samen ‹Karpobiologie›. Springer, 1928, ISBN 978-3-642-51789-1, S. 130.