Sesamgewächse

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Sesamgewächse
Pedalium murex

Pedalium murex

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sesamgewächse
Wissenschaftlicher Name
Pedaliaceae
R.Br.

Sesamgewächse (Pedaliaceae) sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Die bekannteste Art ist, besonders auf Grund des Speiseöls, Sesam (Sesamum indicum).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Köhler’s Medizinalpflanzen von Sesam (Sesamum indicum)
Zygomorphe Blüte von Sesamum mulayanum

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind meist einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, oder selten laubabwerfende verholzende Pflanzen: Bäume oder Sträucher. Einige Arten sind Xerophyten, manchmal mit angeschwollenen Stämmen. Trapella sind Wasserpflanzen.

Die gegenständigen oder im oberen Bereich wechselständig angeordneten Laubblätter sind einfach und oft dicht mit drüsigen Haaren (Trichom) bedeckt. Die Blattränder sind glatt, gelappt oder gezähnt. Die Stomata sind anomocytisch. Nebenblätter sind keine vorhanden.[1]

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, seltener in zymösen Blütenständen zusammen. Der Blütenstiel besitzt oft extraflorale Nektarien (umgewandelte Blüten).[1]

Die zwittrigen Blüten sind stark zygomorph, selten vier-, meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die selten vier, meist fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf Kronblätter sind zu einer ungleich zweilippigen Röhre verwachsen. Ein fleischiger Diskus ist vorhanden. Es ist nur der innere Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden, von denen meist vier, selten nur zwei (Trapella), fertil sind und mindestens eines zu einem Staminodium reduziert ist. Die untereinander freien, deutlich ungleichen Staubblätter sind mit der Kronröhre verwachsen und an ihrer Basis inseriert. Die zweizelligen Pollenkörner besitzen selten drei, meist fünf bis fünfzehn Aperturen und sind colpat. Zwei Fruchtblätter sind zu einem meistens oberständigen, selten unterständigen Fruchtknoten verwachsen, der oft durch falsche Scheidewände in vier Kammern geteilt ist. In zentralwinkelständiger Plazentation befinden sich eine (Josephinia) bis viele anatrope, unitegmische, tenuinucellate Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der dünne Griffel endet in einer zweilappigen Narbe.[1]

Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Früchte besitzen meistens Flügel, Haken oder Hörner und sind fachspaltige (= lokulizide) Kapselfrüchte oder Nüsse.[2] Jedes Fruchtfach enthält ein bis viele Samen. Die Samenschale ist glatt. Der kleine Embryo ist gerade.[2][1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).[1] Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Anemochorie oder oft Epichorie.

Blütenstand von Ceratotheca triloba

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Pedaliaceae wurde 1810 durch Robert Brown in Prodromus Florae Novae Hollandiae, Seite 519, unter der Bezeichnung „Pedalinae“,[3] aufgestellt.[4] Typusgattung ist Pedalium D.Royen ex L.[4] Synonyme für Pedaliaceae R.Br. sind: Sesamaceae Horan., Trapellaceae Honda & Sakis.[5]

Die Arten der Sesamgewächse haben eine hauptsächlich tropische Verbreitung entlang von Küsten oder an trockenen (ariden) Standorten. Die Familie kommt nur in der Alten Welt vor. Die Berichte einiger Rogeria-Arten in Brasilien scheinen falsch zu sein.[6] Es gibt Arten von den Subtropen bis zu den Tropen in Afrika, Madagaskar, auf dem Indischen Subkontinent, in Südostasien, Malaysia und Australien.[2][1]

In der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae) gibt es etwa 14 Gattungen[5] mit 62 bis 85 Arten:

  • Ceratotheca Endl. (inklusive Sporledera Bernh.): Die etwa fünf Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika verbreitet.
  • Dicerocaryum Bojer (inklusive Pretrea J.Gay): Die etwa drei Arten sind im südlichen tropischen Afrika verbreitet.
  • Harpagophytum DC. ex Meisn. (inklusive Uncaria Burch.): Die etwa zwei Arten sind im südlichen Afrika und Madagaskar verbreitet:
  • Holubia Oliv.: Sie enthält nur eine Art:
  • Josephinia Vent. (inklusive Pretreothamnus Engl.): Die etwa sechs Arten sind in Australien (drei Arten), Malesien und nordöstlichen Afrika verbreitet.
  • Linariopsis Welw.: Mit ein bis drei Arten im tropischen Afrika. Wenn es nur eine Art ist dann Linariopsis prostrata Welw., die nur in Angola vorkommt.
  • Pedaliodiscus Ihlenf.: Sie enthält nur eine Art:
  • Pedalium D.Royen ex L.: Sie enthält nur eine Art:
  • Pterodiscus Hook. (inklusive Pedaliophyton Engl.): Die etwa zwölf Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika verbreitet.[7]
  • Rogeria J.Gay ex Delile: Die etwa drei Arten sind vom tropischen bis ins südliche Afrika verbreitet.
  • Sesamothamnus Welw. (inklusive Sigmatosiphon Engl.): Mit etwa sechs Arten im tropischen Afrika.[7]
  • Sesamum L.: Die etwa 21 Arten sind hauptsächlich in Afrika und auf dem Indischen Subkontinent verbreitet, beispielsweise:
    • Sesam (Sesamum indicum L.)
  • Trapella Oliv.: Sie enthält nur ein oder zwei Arten. Es sind Wasserpflanzen aus Asien. Wenn es nur eine Art ist, dann Trapella sinensis Oliv. in China, Japan, Korea und Russlands Fernen Osten.
  • Uncarina (Baill.) Stapf: Die etwa 14 Arten kommen nur auf Madagaskar vor:[8][9][10]

Die früher in diese Familie eingeordneten Gattungen Craniolaria L., Holoregmia Nees, Ibicella Van Eselt., Martynia L. und Proboscidea Schmidel gehören heute zur Familie der Martyniaceae.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Die Familie der Pedaliaceae bei DELTA von L. Watson & M. J. Dallwitz. Zuletzt eingesehen am 23. Dezember 2017
  2. a b c Pedaliaceae bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  4. a b Pedaliaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  5. a b Pedaliaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  6. Die Familie Pedaliaceae bei APWebsite.
  7. a b c David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. Auflage. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-82071-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Werner Rauh: Uncarina, die Hakenstachlige: Eine nur auf Madagaskar vorkommende Gattung der Pedaliaceen, In: Kakteen und andere Sukkulenten, Band 49, 9, 1998, S. 205–209. + Blütenfarbe von Rosa bis Gelb: Zweiter Teil des Artikels über die Gattung Uncarina aus Madagaskar, In: Kakteen und andere Sukkulenten, Band 49, 10, 1998, S. 229–233.
  9. Pedaliaceae bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  10. J. J. Midgley, N. Illing: Were Malagasy Uncarina fruits dispersed by the extinct elephant bird?, In: South African Journal of Science, Volume 105, Issue 11–12, Pretoria 2009. Volltext-Online.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sesamgewächse (Pedaliaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien