German European Security Association

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German European Security Association
(GESA)
Zweck Sicherheitspolitik
Vorsitz: Nikolaus Breuel
Gründungsdatum: 2007[1]
Sitz: Berlin
Website: gesa-network.de

Die German European Security Association (GESA e. V.) war ein im Jahre 2007 gegründeter, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin,[1] der sich für zivile Sicherheitsarchitektur einsetzte.[2]

Gründung und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GESA wurde im Zusammenhang mit den neuen nationalen und europäischen Forschungsprogrammen zur zivilen Sicherheit gegründet und „unterstützt und fördert die zivile Sicherheitsarchitektur und -forschung für Deutschland und Europa in ihrer inhaltlichen und strukturellen Entwicklung zum Schutz des demokratischen Gesellschafts- und Wertesystems.“[2] Satzungszweck ist die „Förderung von Wissenschaft und Forschung […], insbesondere auf dem Gebiet der zivilen Sicherheit.“[1] Der Verein verfolgt „einen engen Dialog zwischen den verschiedenen Entscheidungsträgern in Deutschland und der EU“[2] und hat das Anliegen, „deutsche Interessen zu formulieren und gezielt in den europäischen Dialog einzubringen, die deutsche Seite frühzeitig von europäischen Prozessen in Kenntnis zu setzen.“[2] 2009 hatte die GESA über 80 Mitglieder,[3][4] ein Teil der aktuellen Mitglieder wird auf der Webseite veröffentlicht.[5]

Als Arbeitsschwerpunkte werden unter anderem die Beratung der Innenministerkonferenz, IT-Sicherheit, Katastrophenschutz, Kritische Infrastrukturen und der transatlantische Dialog genannt.[6] Die GESA versteht sich als integrative Steuerung zwischen Staatlicher Steuerung, Industrie, Forschung und Bedarfsträgern.[7] Der Verein veranstaltet jährlich Konferenzen, um „den interdisziplinären Austausch bedeutender sicherheitsrelevanter Themen zu ermöglichen, Lösungsansätze vorzustellen sowie Handlungsbedarf und -möglichkeiten (kurz- wie langfristig) aufzuzeigen.“[8]. Die 11. GESA-Konferenz fand am 18. Juni 2013 in Berlin statt. Unter dem Titel „Smart Cities und Urban Security“ befasste sie sich mit wissenschaftlichen Aspekten der sicheren Gestaltung der Städte von morgen.[9]

Der Verein wurde auf Initiative von Erika Mann, Christian Ehler und Alexander Graf Lambsdorff gegründet,[10] weitere Gründungsmitglieder waren Angelika Niebler, Alexander Radwan, Werner Langen, Norbert Glante und Roland Gewalt.[1] Der Vorstand besteht neben dem Vorsitzenden Nikolaus Breuel aus THW-Präsident Albrecht Broemme[11], sowie Forschungs- und Firmenvertretern wie Klaus Thoma vom Fraunhofer EMI und Michael von Foerster von Bosch Sicherheitssysteme.[12] Der ehemalige Geschäftsführer[13] und heutige General Representative[14] Christoph Stroschein leitete als Geschäftsführer auch das in Potsdam ansässige, früher als „operativer Arm“ der GESA beschriebene German European Security and Safety Institute (GESI).[15][16] Das Institut war als Verein am 14. Oktober 2009 im Kontext des Potsdamer Sicherheitsforums gegründet worden, als dessen zukünftiger Ausrichter es damals vorgeschlagen worden war[17]. Als erster Vorsitzender war Michael von Foerster gewählt worden,[18] Vorstandsmitglied der GESA und Leiter der Regierungs- und Öffentlichkeitskontakte von Bosch Sicherheitssysteme.[19] Die Auflösung des GESI e. V. wurde bereits im Dezember 2010 beschlossen. Nach Auskunft des Amtsgerichts Potsdam ist die Liquidation mittlerweile beendet und der "Verein ist erloschen" (2015), desgleichen gemäß Lobbypedia.[20]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde von Jörg Tauss und Lars Sobiraj als „Lobbyisten-Vereinigung“ kritisiert, die „wohl nichts als die Absicht [habe], dem Netzwerk aus Industrie und Forschung Fördermittel und Aufträge zuzuschanzen.“[21] Martin Ehrenhauser, fraktionsloses Mitglied des Europäischen Parlaments, schrieb in einer im Februar 2013 veröffentlichten Studie über Lobbyismus der Sicherheitsindustrie in der Europäischen Union: „Die Verflechtungen zwischen der GESA und der EOS mit der europäischen Politik sind derart intensiv, sodass unabhängige und am Gemeinwohl orientierte politische Entscheidungen deutlich erschwert werden.“[22] Er kritisierte insbesondere die Interessenskonflikte[23] und die fehlende Trennung zwischen politischer Tätigkeit und der Vereinsarbeit, da als Postanschrift des Vereins Ehlers Bundestagsbüro angegeben sei und der Sitz dieselbe Adresse habe wie Ehlers Europa-Büro im Wahlkreis und die Geschäftsstelle des CDU-Landesverbands Brandenburg.[24][25] Außerdem sei der Verein nicht im Lobbyregister der EU eingetragen.[26]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Satzung der German European Security Association e. V. (GESA) (PDF; 45 kB)@1@2Vorlage:Toter Link/gesa-network.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. abgerufen am 11. September 2012
  2. a b c d Ziele (Memento vom 16. November 2012 im Internet Archive) auf gesa-network.de, abgerufen am 21. Juni 2013
  3. Christoph Stroschein: Kurzübersicht über die GESA. (PDF; 1,3 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 11. September 2012., Vortrag auf dem Security Forum 2009@1@2Vorlage:Toter Link/secman.meshed-media.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Fachhochschule Brandenburg.
  4. Martin Ehrenhauser, Alexander Sander: GESA & EOS: Lobbyismus der Sicherheitsindustrie in der Europäischen Union. (PDF; 847 kB) Februar 2013, S. 12.
  5. Mitglieder GESA e. V. (PDF; 116 kB)@1@2Vorlage:Toter Link/gesa-network.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. gesa-network.de
  6. Christoph Stroschein: Kurzübersicht über die GESA. (PDF; 1,3 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 11. September 2012. Vortrag auf dem Security Forum 2009, Fachhochschule Brandenburg, S. 9.
  7. Christoph Stroschein: Kurzübersicht über die GESA. (PDF; 1,3 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 11. September 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.security-management.de Vortrag auf dem Security Forum 2009, Fachhochschule Brandenburg, S. 5.
  8. Die German European Security Association (GESA). Überblick. Einblick (PDF; 124 kB)@1@2Vorlage:Toter Link/gesa-network.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. gesa-network.de, S. 2.
  9. gesa-network.de (Memento des Originals vom 29. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gesa-network.de
  10. German European Security Association (GESA) (Memento des Originals vom 15. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/erikamann.com auf erikamann.com, abgerufen am 11. September 2012
  11. Albrecht Broemme (Memento vom 22. September 2013 im Internet Archive) auf gesa-network.de, abgerufen am 11. September 2012
  12. gesa-network.de (Memento vom 12. November 2013 im Internet Archive) abgerufen am 1. Juli 2013.
  13. Christoph Stroschein: Kurzübersicht über die GESA. (PDF; 1,3 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 11. September 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.security-management.de, Vortrag auf dem Security Forum 2009, Fachhochschule Brandenburg, Seite 10.
  14. Organisation (Memento vom 12. November 2013 im Internet Archive) auf gesa-network.de, abgerufen am 21. Juni 2013
  15. Partner (Memento vom 11. April 2012 im Internet Archive) der Transferstelle Sicherheit (TSSI) (Memento vom 11. April 2012 im Internet Archive) der Länder Berlin und Brandenburg, abgerufen am 11. September 2012
  16. Christoph Stroschein: Introduction: Technology Dialogue – Solutions on Sustainable Water Management and Flood Prevention (PDF; 1,3 MB), Vortrag am 20. September 2012, Ministry of Foreign Affairs, Bangkok. Abgerufen am 21. Juni 2013.
  17. ‘Potsdamer Sicherheitsforum’ diskutiert aktuelle Sicherheitsherausforderungen. (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, 14. Oktober 2009. Abgerufen am 11. September 2012
  18. German European Security and Safety Institute -Europäisches Institut für Sicherheit gegründet (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive). In: eurosecglobal.de, abgerufen am 11. September 2012
  19. Michael von Förster (Memento vom 6. November 2014 im Internet Archive), auf gesa-network.de, abgerufen am 11. September 2012
  20. lobbypedia.de
  21. Jörg Tauss, Lars Sobiraj: Die Strippenzieher: Wenn zusammen kommt, was nicht zusammen gehört (Memento vom 24. Januar 2013 im Webarchiv archive.today). In: gulli.com am 27. Oktober 2011.
  22. Martin Ehrenhauser, Alexander Sander: GESA & EOS: Lobbyismus der Sicherheitsindustrie in der Europäischen Union (PDF; 847 kB), Februar 2013, Seite 3.
  23. Deutsche EU-Abgeordnete lobbyieren für Sicherheitsindustrie. In: netzpolitik.org, 21. Februar 2013
  24. Lobbyismus im Europaparlament: Caritas der Sicherheitsbranche. In: taz, 22. Februar 2013
  25. Ulla Kramar-Schmid, Michael Nikbakhsh: Sichere Stimmen, profil, 20. April 2013
  26. Kritik an EU-Lobbyistenregeln. In: orf.at, 22. Februar 2013