Gianandrea Noseda

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Gianandrea Noseda

Gianandrea Noseda (geboren am 23. April 1964 in Milano) ist ein italienischer Dirigent.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gianandrea Noseda studierte Klavier, Komposition und Dirigieren am Conservatorio Giuseppe Verdi von Milano. Er perfektionierte seine Dirigierkunst bei Donato Renzetti, Myung-Whun Chung und Valery Gergiev. 1994 gewann er den Internationalen Dirigentenwettbewerb von Cadaqués und wurde unmittelbar danach zum Chefdirigenten des Orquestra de Cadaqués ernannt, das er auch heute noch leitet.

1997 wurde er von Gergiev zum Principal Guest Conductor am Mariinski-Theater von St. Petersburg ernannt. Er war der erste Ausländer in dieser Funktion. Seither dirigiert er am Mariinski regelmäßig italienisches Repertoire wie Rigoletto, La Bohème und Il trittico sowie Mozarts Le nozze di Figaro. Er leitete das Ensemble auf Gastspielen im Jahr 2000 an der Scala und in Covent Garden (mit Prokofjews Krieg und Frieden und Anna Netrebko). 2001 dirigierte er das Mariinski-Ensemble beim Covent-Garden-Gastspiel mit La forza del destino.

Noseda übernahm Führungsfunktionen beim Rotterdam Philharmonischen Orchester und bei den Settimane Musicali di Stresa e del Lago Maggiore. Im Jahr 2001 wurde er zum künstlerischen Leiter des Stresa Festivals ernannt. Im folgenden Jahr wurde er zum Chefdirigent des BBC Philharmonic Orchestras ernannt[1] und debütierte als Operndirigent an der Metropolitan Opera in New York – mit Prokofjews Krieg und Frieden, in den Hauptrollen Anna Netrebko und Dmitri Hvorostovsky. Seither dirigiert er an der „Met“ regelmäßig französisches, italienisches und russisches Repertoire. Weiters gastierte er in Paris, Wien und immer wieder an der Scala in seiner Heimatstadt.

2007 übernahm Noseda die Funktion des Musikalischen Leiters am Teatro Regio di Torino.[2] Im Jahr 2008 leitete er dort die Salome-Neuproduktion von Robert Carsen mit Nicola Beller Carbone in der Titelpartie. An seinem Stammhaus dirigiert er ein breites Repertoire von Beethovens Fidelio über Verdis Simone Boccanegra, Don Carlos und Aida bis zu Strawinskis The Rake’s Progress.

Die langjährige Zusammenarbeit mit Anna Netrebko führte 2013 mit dem Orchestra del Teatro Regio di Torino zum Album Verdi, das zu einem Nummer-eins-Hit in Österreich wurde und in Deutschland zwei Wochen unter den Top 10 war. Im August 2015 debütierte Noseda bei den Salzburger Festspielen, am Pult der Erfolgsproduktion von Verdis Il trovatore, inszeniert von Alvis Hermanis, gesungen von Anna Netrebko und Ekaterina Semenchuk, von Francesco Meli und Artur Ruciński.

Noseda arbeitet seit 2008 regelmäßig mit dem London Symphony Orchestra zusammen, mit zahlreichen Konzerten im Londoner Barbican Center, aber auch auf Tour in Aix-en-Provence oder New York. 2016 wurde er zum Principal Guest Conductor des London Symphony Orchestras ernannt. Ebenfalls 2016 erfolgte seine Wahl zum Musikalischen Direktor des National Symphony Orchestras am Kennedy Center in Washington DC. Die Spielzeit 2017/2018 ist seine erste in diesem Amt. 2021 wird er Generalmusikdirektor am Opernhaus Zürich.[3]

Im Konzertsaal arbeitet Noseda gerne mit dem Pianisten Andrea Lucchesini und dem Geiger Sergei Chatschatrjan zusammen. Gemeinsam mit dem BBC Philharmonic Orchestra und Chandos spielte er eine Reihe von Werken Prokofjews ein,[4] weiters Dallapiccola[5] (darunter die Uraufführung von dessen Partita), Dvořák,[6] Liszt,[7] Karłowicz,[8] Casella, Shostakovich,[9] Rachmaninow[10] und Respighi.[11][12]

Aufnahmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Ward: Italian maestro to conduct BBC Philharmonic. In: The Guardian, 20. Dezember 2001. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  2. Vivien Schweitzer: BBC Philharmonic Extends Gianandrea Noseda's Contract as Chief Conductor to 2010. In: Playbill Arts, 5. Oktober 2006. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  3. Susanne Kübler: «Wagner gab den Ausschlag» – Der Italiener Gianandrea Noseda wird 2021 Generalmusikdirektor am Zürcher Opernhaus. In: Tages-Anzeiger, 2. Juli 2018.
  4. Edward Greenfield: Prokofiev: The Stone Flower: BBC Philharmonic/ Noseda. In: The Guardian, 13. Juni 2003. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  5. Andrew Clements: Dallapiccola: Tartiniana; Due Pezzi; Variations for Orchestra; Piccola Musica Notturna; Symphonic Fragment from Marsia, Ehnes/ BBC Philharmonic/Noseda. In: The Guardian, 29. Oktober 2004. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  6. Andrew Clements: Dvorak: Piano Concerto; Violin Concerto, Hayroudinoff/ Ehnes/ BBC Philharmonic/ Noseda. In: The Guardian, 1. Juli 2005. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  7. Tim Ashley: Liszt: Ce qu’on Entend sur la Montagne; Tasso; Les Préludes; Orpheus BBC Philharmonic/ Noseda. In: The Guardian, 7. Oktober 2005. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  8. Tim Ashley: Karlowicz: Returning Waves; A Sorrowful Tale; Episode at a Masquerade, BBC Philharmonic/ Noseda. In: The Guardian, 2. Dezember 2005. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  9. Tim Ashley: Shostakovich: Suite on Words of Michelangelo; Six Romances, etc, Abdrazakov/ BBCPO/Noseda. In: The Guardian, 10. Februar 2006. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  10. The Isle of the Dead; "Youth Symphony" 1891 in D minor; Symphony no. 1 in D minor. BBC Philharmonic/Gianandrea Noseda. Recorded 20-31 January 2008.
  11. Edward Greenfield: Respighi: La Boutique Fantasque, etc: BBC Philharmonic Orchestra/ Noseda. In: The Guardian, 1. August 2003. Abgerufen am 14. Juli 2015. 
  12. Tim Ashley: Respighi: Preludio, Corale e Fuga, Burlesca, Rossiniana etc, BBC Philharmonic/Noseda. In: The Guardian, 8. Dezember 2006. Abgerufen am 14. Juli 2015. 

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gianandrea Noseda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien