Gibsonsmaragdkolibri

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Gibsonsmaragdkolibri
Gibsonsmaragdkolibri ♂

Gibsonsmaragdkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Smaragdkolibris (Chlorostilbon)
Art: Gibsonsmaragdkolibri
Wissenschaftlicher Name
Chlorostilbon gibsoni
(Fraser, 1840)

Der Gibsonsmaragdkolibri (Chlorostilbon gibsoni) oder Rotschnabelkolibri ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art kommt in Kolumbien und Venezuela vor. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gibsonsmaragdkolibri

Der Gibsonsmaragdkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 7,6 cm, wobei der gerade Schnabel ca. 1,3 cm ausmacht. Der Unterschnabel des Männchens ist überwiegend rot, während der des Weibchens nur an der Basis rot ist. Die Oberseite des Männchens ist dunkel grünbronze gefärbt, während der Oberkopf nur wenig glitzert. Die Kopfseiten und die Unterseite glitzert und die Tönung variiert von Grün bis golden Grün. Der stark gegabelte Schwanz ist stählern blauschwarz. Die Weibchen sind in freier Natur kaum von den Weibchen des Blauschwanz-Smaragdkolibris (Chlorostilbon mellisugus (Linnaeus, 1758)) zu unterscheiden. Die Oberseite der Weibchen glitzert kupferngrün. Die dunklen Ohrdecken werden von einem auffälligen weißen Hinteraugenstich begrenzt. Die Unterseite ist blassgrau. Der rechtwinklige bis leicht gegabelte Schwanz ist stählern blauschwarz mit engen grauweißen Sprenkeln. Die Basis der Schwanzfedern ist grau.[1]

Verhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als „Trapliner“ fliegen sie regelmäßig in rascher Folge ganz bestimmte verstreute Blüten an.[1]

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Forschungsarbeit der Universidad Nacional de Colombia im Departamento de Cundinamarca wurde sein Nest als herunterhängender Kelch beschrieben.[2] Im Norden Kolumbiens und im Departamento del Huila hat man ihn von März bis August in Brutstimmung beobachtet.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet (grün) des Gibsonsmaragdkolibris

Sie kommen selten aber in manchen Gebieten häufig in trockenen Wäldern, buschigen halboffenen Landschaften sowie Anbaugebieten mit trockenem Gestrüpp vor. In der Trockenzeit zwischen Dezember und April sind sie sehr viel häufiger im Parque Nacional Natural Tayrona anzutreffen. Sie kommen Sinú-Tal in Höhenlagen um 500 Meter und in den trockeneren Gebieten des mittlere und oberen Tals des Río Magdalena sowie den Ostanden von Zulia in Höhenlagen bis zu 2300 Meter vor.[1]

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind drei Unterarten bekannt:[3]

  • Chlorostilbon gibsoni gibsoni (Fraser, 1840)[4] – Die Nominatform kommt im Tal des Oberlaufs des Tals des Río Magdalena in Zentralkolumbien vor.
  • Chlorostilbon gibsoni chrysogaster (Bourcier, 1843)[5] – Diese Unterart kommt von Cartagena bis Santa Marta im Norden Kolumbiens vor.
  • Chlorostilbon gibsoni nitens Lawrence, 1861[6] – Diese Subspezies ist im Nordosten Kolumbiens und dem Nordwesten Venezuelas verbreitet.

Lange wurde der Gibsonsmaragdkolibri als Unterart des Blauschwanz-Smaragdkolibri betrachtet. Erst Analysen von Frank Garfield Stiles III führten dazu, dass das South American Classification Committee (SACC) die Art abspaltete.[7][8]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Fraser beschrieb den Gibsonsmaragdkolibri unter dem Namen Trochilus Gibsoni. Für die Beschreibung verwendete er ein Manuskript von George Loddiges. Zum Fundort machte er keine Angaben.[4] Es war John Gould, der 1853 die neue Gattung Chlorostilbon einführte.[9][A 1] Erst später wurde der Gibsonsmaragdkolibri dieser Gattung zugeordnet. »Chlorostilbon« setzt sich aus den griechischen Worten »chlōros χλωρός« für »grün« und »stilbōn στίλβων« für »scheinend« zusammen. Die Griechen gaben dem Merkur den Beinamen Stilbōn was auf das Verb »stilb« für »blinken« zurückzuführen ist.[10] Den Artzusatz »gibsoni« wurde dem britischen Gartenbauer John Gibson (1815–1875) gewidmet.[11] »Nitens, nitentis, nitere« ist lateinischen Ursprungs und bedeutet »glitzernd, schimmernd, schimmern«.[12] »Chrysogaster« ist ein griechisches Wortgebilde aus »chrysos, χρυσος« für »Gold« und »gastēr, gastros γαστηρ, γαστρος« für »Bauch«.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steven Leon Hilty, William Leroy Brown: A guide to the birds of Colombia. Princeton University Press, Princeton 1986, ISBN 0-691-08372-X (books.google.de).
  • Frank Garfield Stiles III: A new species of emerald hummingbird (Trochilidae: Chlorostilbon) from the Sierra de Chiribiquete, southeastern Colombia, with a review of the C. mellisugus complex. In: The Wilson Bulletin. Band 108, Nr. 1, 1996, S. 1–27 (sora.unm.edu [PDF; 1,6 MB]).
  • Antonio Olivares: Aves de Cundinamarca. Universidad Nacional de Colombia, Bogotá 1969 (books.google.de).
  • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  • Louis Fraser: Mr. Fraser pointed out the character of several new species of Humming-birds, which have been placed in his hands by Earl of Derby for this purpose, and that they might be exhibited at one of the Society's scientific meetings. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 8, Nr. 86, 1840, S. 14–19 (biodiversitylibrary.org).
  • Jules Bourcier: Oiseaux-mouches nouveaux. In: Revue Zoologique par La Société Cuvierienne. Band 6, 1843, S. 99–104 (biodiversitylibrary.org).
  • George Newbold Lawrence: Description of Three New Species of Birds. In: Annals of the Lyceum of Natural History of New York. Band 7, 1861, S. 303–305 (biodiversitylibrary.org).
  • John Gould: A monograph of the Trochilidæ, or family of humming-birds. Band 5, Lieferung 5. Taylor and Francis, London 1853 (biodiversitylibrary.org).
  • Frederick Herschel Waterhouse: The dates of publication of some of the zoological works of the late John Gould, F.R.S. R. H. Porter, London 1885 (biodiversitylibrary.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gibsonsmaragdkolibri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Steven Leon Hilty u. a., S. 265.
  2. Antonio Olivares, S. 181.
  3. IOC World Bird List Hummingbirds
  4. a b Louis Fraser, S. 17.
  5. Jules Bourcier, S. 101.
  6. George Newbold Lawrence, S. 305.
  7. Frank Garfield Stiles (1996).
  8. Proposal (#54) to South American Classification Committee
  9. John Gould, Tafel 355 plus Text
  10. James A. Jobling, S. 103.
  11. James A. Jobling, S. 173.
  12. James A. Jobling, S. 273.
  13. James A. Jobling, S. 105.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laut Frederick Herschel Waterhouse S. 47 erschienen die Tafel 355 als Teil der Lieferung 5 aus dem Jahre 1853. Hier ordnete Gould Chlorostilbon prasinus, ein Synonym für den Blauschwanz-Smaragdkolibri der Gattung zu.