Gina Tricot

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Gina Tricot Group AB

Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1997
Sitz Borås, Schweden Schweden
Leitung Ted Boman (CEO)
Mitarbeiterzahl 1.522[1]
Umsatz 1,72 Mrd. Schwedische Kronen[1]
Branche Bekleidungsmode
Website www.ginatricot.com
Stand: 2021
Zentrale des Unternehmens in Borås (Schweden)

Gina Tricot Group AB ist ein schwedisches Textilhandelsunternehmen, das vor allem auf Damenoberbekleidung spezialisiert ist. Der Sitz der überwiegend in Skandinavien aktiven Fast-Fashion-Handelskette befindet sich in Borås. Zwischen 2010 und 2020 betrieb Gina Tricot eigene Filialen in Deutschland. Das 1997 gegründete Unternehmen wuchs vor allem in den 2000er-Jahren schnell, seit den frühen 2010er-Jahren sind die Umsätze rückläufig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gina Tricot wurde 1997 vom Ehepaar Jörgen und Annette Appelqvist gegründet. Beide hatten Erfahrungen im Textilhandel. In den nächsten Jahren expandierte das Handelsunternehmen schnell, zunächst über Franchisenehmer, dann vor allem mit eigenen Filialen. Ab 2007 war Gina Tricot auch in Norwegen aktiv, später dann auch in Finnland und Dänemark. Im Oktober 2010 eröffnete Gina Tricot die ersten Ladengeschäfte in Deutschland, in Köln und Düsseldorf. Zu diesem Zeitpunkt war Gina Tricot mehrheitlich ein Familienunternehmen der Appelqvists mit etwa 160 Filialen, 2000 Mitarbeitenden und einem Nettoumsatz von 250 Mio. Euro.[2]

Bis 2011 wurden insgesamt zehn Filialen in Deutschland eröffnet, danach stockte die Expansion.[3] Die Umsätze gingen leicht zurück, 2013 waren es nur noch 220 Mio. Euro.[4] Im Juni 2014 zog sich die Familie Appelqvist aus dem operativen Geschäft zurück, neuer Mehrheitseigner wurde die Investmentgesellschaft Nordic Capital.[3][4][5] Der neue CEO Göran Bille versuchte, die Kette wirtschaftlicher zu machen[6] und den Onlinehandel auszubauen. Anfang 2016 trat er zurück.[7]

Im März 2020 übernahm Ted Boman die Unternehmensführung.[8] Die deutsche Tochtergesellschaft von Gina Tricot erklärte im Juni 2020 ihre Insolvenz, die neun Filialen in Deutschland wurden geschlossen. Grund dafür soll neben den zurückgegangenen Umsätzen die COVID-19-Pandemie gewesen sein. Seine Waren vertreibt Gina Tricot seitdem in Deutschland nur noch über den Internetshop und Handelspartner, in Skandinavien gibt es weiter eigene Filialen.[9][10] Ende 2020 übernahm Frankenius Equity, das seit 2014 auch an Gina Tricot beteiligt war, die Anteile von Nordic Capital.[11]

Warenangebot und Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kette warb in der Anfangszeit in Deutschland mit wöchentlich neuen Kollektionen,[12] das Sortiment war mit dem von H&M oder Forever 21 vergleichbar.[2] Neben Damenbekleidung werden auch Accessoires verkauft. Etwa in Drittel Artikel bezog das Unternehmen 2021 aus der Türkei, weitere wichtige Produktionsländer waren die VR China (25 %) und Bangladesch (21 %).[1]

Gina Tricot betrieb 2021 insgesamt 149 Läden, davon in 78 in Schweden, 35 in Norwegen, 21 in Finnland und 15 in Dänemark. In 26 weiteren europäischen Ländern war das Unternehmen über den Onlinehandel und den Großhandel vertreten.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Gina Tricot Sustainability Report 2021 (englisch)
  2. a b Jörg Nowicki: Neuer Schwede. (Nicht mehr online verfügbar.) In: textilwirtschaft.de. 7. Oktober 2010, archiviert vom Original am 9. März 2016; abgerufen am 10. Januar 2011.
  3. a b Christoph von Schwanenflug: Investor übernimmt Gina Tricot. In: Immobilien Zeitung. 18. Juni 2014, abgerufen am 24. Februar 2021.
  4. a b Reuters: Gina Tricot: Nordic Capital kauft Mehrheitsbeteiligung. In: FashionNetwork.com. Abgerufen am 24. Februar 2021.
  5. Nordic Capital invests in Gina Tricot. In: Private Equity Wire. 10. Juni 2014, abgerufen am 24. Februar 2021 (englisch).
  6. Gina Tricot CEO: 2015 was tough. In: ScandinavianRetail.com. 5. Februar 2016, abgerufen am 24. Februar 2021 (englisch).
  7. Göran Bille resigns as Gina Tricot-CEO. In: ScandinavianRetail.com. 26. Februar 2016, abgerufen am 24. Februar 2021 (englisch).
  8. Katharina Brecht: Schwedischer DOB-Filialist: Gina Tricot beruft neuen Chef. In: textilwirtschaft.de. 6. März 2020, abgerufen am 24. Februar 2021.
  9. Jan Schroder: Deutsche Tochter insolvent: Gina Tricot schließt alle hiesigen Filialen. In: fashionunited.ch. 29. Juni 2020, abgerufen am 24. Februar 2021.
  10. Isabel Leonhardt: Gina Tricot Deutschland meldet Insolvenz. In: FashionNetwork.com. 29. Juni 2020, abgerufen am 24. Februar 2021.
  11. Frankenius Equity increases its ownership in Gina Tricot. In: Nordic Capital. 19. November 2020, abgerufen am 24. Februar 2021 (englisch).
  12. Robert Köhler: Einkaufsphänomen: Die große Shopping-Tour. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 24. Februar 2021]).