Gitarrenschule

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gitarre spielen lernen, zum Beispiel den Barrégriff

Der Begriff Gitarrenschule umfasst sowohl Konzepte zur systematischen Vermittlung des Gitarrenspiels durch persönlichen Unterricht oder durch publizierte Lehrwerke,[1], als auch eine Musikschule, die sich ausschlierßlich auf das Erteilen von Gitarrenunterricht beschränkt.

Auch spezifische gitarristische Traditionslinien werden gelegentlich als Gitarrenschule bezeichnet, wie zum Beispiel im deutschsprachigen Raum die vom Berliner Gitarristen Bruno Henze (1900–1978) gegründete „Berliner Gitarrenschule“ oder die von der Gitarristin Ursula Peter (1924–1989) ins Leben gerufene „Weimarer Gitarrenschule“.

Die nachfolgenden Abschnitten beziehen sich auf den Begriff der Gitarrenschule als Lehrbuch für akustische Gitarre oder E-Gitarre.

Lehrwerke für Gitarre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Hilfe von Texten, Fotos, Notenbeispielen, Gitarrentabulatur und Griffbildern für Gitarrenakkorde werden Liedbegleitung, ein- bis mehrstimmiges klassisches Gitarrenspiel oder Stilmerkmale von Flamenco, Blues, Jazz, Pop und Rock vermittelt. Je nach Zielgruppe werden Etüden, Spielstücke, Songs, Volks- und Kinderlieder in ansteigendem Schwierigkeitsgrad angeordnet. Einige Gitarrenschulen sind speziell für Gruppenunterricht konzipiert und enthalten Spielstücke für mehrere Gitarren. Moderne Lehrbücher für Gitarre sind häufig kombiniert mit CDs, DVDs oder Links zu MP3-Dateien. Lehrwerke finden sich auch in rein digitaler Form (auf DVD).

Historische Gitarrenschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Gitarrenschulen sind eine wichtige Quelle zur Geschichte, Unterrichtsmethodik und Spielpraxis vergangener Epochen. Sofern die Lehrwerke Spielstücke enthalten, erlauben diese erhellende Rückschlüsse auf die musikalische Bildung, den Repertoirekanon und den Zeitgeschmack der jeweiligen Zielgruppen. Auch die regionalen und kulturräumlichen Unterschiede sind Teil musikwissenschaftlicher Fragestellungen.[2] Anspruchsvolle Gitarrenschulen für konzertantes Spiel wurden häufig von Konzertgitarristen verfasst, zum Beispiel von Emilio Pujol (1886–1980), einem Schüler von Francisco Tárrega (1852–1909), der die Entwicklung der modernen Technik des Gitarrenspiels maßgeblich beeinflusst hat. In Folge des im Verlauf des 19. Jahrhunderts zunehmenden Interesses an der Musikpraxis vergangener Epochen wurden seither auch zahlreiche historische Lehrwerke durch Faksimileausgaben oder Neuausgaben wieder zugänglich gemacht.

Gitarrenlehrwerke des Barockzeitalters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gaspar Sanz: Instrucción de música sobre la guitarra española y methodo de sus primeros rudimentos, hasta tañerla con destreza. (Diego Doemer's Heirs, Saragossa 1674); Neudruck 1697; Facsimile-Nachdruck Éditions Minkoff, Genf 1973.
    • Libro segundo, de cifras sobre la guitarra española (Saragossa 1675)
    • Libro tercero de música de cifras sobre la guitarra española (Saragossa 1697).

Historische Lehrwerke mit Neuauflagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Gitarrenschulen des 19. Jahrhunderts erfreuten sich auch in der Folgezeit großer Popularität, und konnten insbesondere im Bereich der Ausbildung auf der sogenannten „Klassischen Gitarre“ den Status grundlegender Standardwerke erringen:

Literatur (Gitarrenschulen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gitarrenschulen für Konzertgitarre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elementare Gitarrenschulen (Anfänger bis Mittelstufe)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Götze: Die Gitarre- und Lautenschule der Jugend. B. Schott’s Söhne, Mainz.
  • Heinz Teuchert: Gitarren-Schule. 2 Bände Musikverlag Hermann Schmidt, Frankfurt am Main (= Hermann Schmidt. Band 96).
  • Heinz Teuchert: Die neue Gitarrenschule. Ricordi Verlag, Berlin 1984/1987, Band 1: ISBN 3-931788-36-9, Band 2: ISBN 3-931788-38-5.
  • Dieter Kreidler: Gitarrenschule. Gitarre spielen mit Spaß und Fantasie.,[4] Neufassung, Schott Music, Mainz 2009/2010, Band 1: ISBN 978-3-7957-5878-3, Band 2: ISBN 978-3-7957-5879-0, Band 3: ISBN 978-3-7957-5917-9.
  • Frank Hill: Gitarrespielen · Gitarrenspiele., neue Fassung, Musica Longa Berlin, Zühlsdorf b. Berlin, Band 1 (2019): ISMN 979-0-700120-51-1, Band 2 (2019): ISMN 979-0-700120-52-8, Band 3 (2020): ISMN 979-0-700120-53-5.
  • Hubert Käppel: Käppels Gitarrenschule. Grundlegendes Lehrwerk für Gitarre im Einzel-, Gruppen- und Selbstunterricht mit einer ausführlichen Anleitung zur Liedbegleitung. AMA-Verlag, Brühl 1996, ISBN 3-927190-78-0.
  • Rolf Tönnes: Gitarre spielen – mein schönstes Hobby. Die moderne Gitarrenschule für Jugendliche und Erwachsene. Schott Music, Mainz 2005, Band 1: ISBN 3-7957-5598-0, Band 2: ISBN 3-7957-5845-9.

Lehrwerke für konzertantes Gitarrenspiel (bis Oberstufe)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Albert: Moderner Lehrgang des künstlerischen Gitarrespiels. 5 Hefte in 4 Teilen, München 1914–1919.
  • Emilio Pujol: Escuela Razonadade la Guitarra. 4 Bände. Ricordi Americana, Buenos Aires 1933ff. Mit einem Vorwort von Manuel de Falla (spanisch). Deutsche Ausgabe, ergänzt und übersetzt von Wolf Moser als Theoretisch-Praktische Gitarrenschule G. Ricordi, München 1979ff
  • Erwin Schaller, Karl Scheit: Lehrwerk für die Gitarre. 5 Bände. Universal Edition, Wien 1936; Neuausgabe 1939–1941.
  • Bruno Henze: Das Gitarrespiel. 17 Bände. Friedrich Hofmeister Verlag, Leipzig 1950ff

Gitarrenschulen für Kinder und für Gruppenunterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gitarrenschulen für akustische Gitarre (Liedbegleitung, Folk, Pop und Rock)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Autschbach: Rock On Wood. Akustikgitarrenschule, Acoustic Music Books, Wilhelmshaven 2011/2015, Band 1: ISBN 978-3869471006, Band 2: ISBN 978-3869471044.
  • Bernd Brümmer: Perfekt Songs begleiten mit Gitarre. Alle Griffe, Spielweisen und Techniken, die man braucht. Acoustic Music Books, Wilhelmshaven.
  • Peter Bursch: Peter Bursch’s Gitarrenbuch. Pop, Folk, Rock & Blues von kinderleicht bis ganz schön stark Voggenreiter Verlag, Bonn 1975, ISBN 3-8024-0208-1.
  • Peter Bursch: Peter Bursch’s Gitarrenbuch 2. Pop, Folk, Rock & Blues von halb so schlimm bis ganz schön schwierig Voggenreiter Verlag, Bonn 1977, ISBN 3-8024-0214-6.
  • Peter Bursch: Das Folk-Buch. Voggenreiter Verlag, Bonn 1979, ISBN 3-8024-0085-2.

Gitarrenschulen für elektrische Gitarre (Blues, Rock und Pop)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gitarrenschulen für akustische und elektrische Gitarre (Liedbegleitung, Blues, Rock und Pop)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Autschbach: Gitarre Pur – für E- und Akustikgitarristen. Acoustic Music Books, Wilhelmshaven 2001/2002, Band 1: ISBN 3-931453-38-3, Band 2: ISBN 3-931453-39-1.
  • Peter Kellert: Gitarre lernen. Die Anfängerschule für akustische und elektrische Gitarre.[6] LEU-Verlag, Neusäß 2005, ISBN 3-89775-073-2.
  • Phil Capone: Gitarre, der Komplettkurs. Voggenreiter Verlag, Bonn 2010, ISBN 978-3-8024-0849-6.

Gitarrenschulen für Jazz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Tönnes: Die Jazz-Methode für Gitarre. Band 1: Rhythmus, Akkorde, Begleitung, Changes. Schott, Mainz (= Edition Schott. Band 8426).
  • Werner Neumann: Die Jazzmethode für Gitarre – Solo. Skalen – Improvisation – Phrasierung. Schott Music, Mainz 2001, Band 1: ISBN 3-7957-5161-6, Band 2: ISBN 3-7957-5352-X.

Gitarrenschulen für Flamenco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Definition des Begriffs „Gitarrenschule“
  2. Einen Vergleich historischer Gitarrenlehrwerke hat Manfred Dettke in seiner Dissertation erstellt: Lehrwerke für die sechssaitige Konzertgitarre in deutschsprachigen Ausgaben des 19. und 20. Jahrhunderts unter Berücksichtigung von Gitarrenschulen, theoretischen Schriften und anderen Handreichungen, die sich mit der Gitarre auseinandersetzen, Historische Gitarrenschulen im 19. und 20. Jahrhundert Frankfurt am Main 1991.
  3. erschienen 1809; Ergänzungsbände: Op. 61 (1810) und 75 (1810) sowie das Supplément à la Méthode, Op. 192, um 1822. Vgl. gitarrenbank.de.
  4. Rezension zur Gitarrenschule von Dieter Kreidler
  5. Rezension zur Gitarrenschule von Michael Langer
  6. Rezension zur Gitarrenschule von Peter Kellert