Google Übersetzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Google Übersetzer
Google Translate logo.svg
translate.google.com
Beschreibung Maschinelle Übersetzung
Registrierung Google-Konto optional
Sprachen 103[1]
Eigentümer Google LLC (mehr)
Erschienen April 2006
Status online

Google Übersetzer (englisch Google Translate) ist ein Online-Dienst von Google LLC, der Wörter, Texte und ganze Webseiten maschinell übersetzt. Eingeführt wurde der Dienst im Jahr 2006. Er übersetzte zunächst nur zwischen der englischen und arabischen Sprache.[2]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Google Übersetzer übersetzt Wörter, Texte oder Webseiten sowie mit der Kamera aufgenommene Texte in 103 Sprachen (Stand: Februar 2017).[1] Der Dienst bietet dabei die Funktion, die Ausgangssprache automatisch zu erkennen.

Webbrowser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersetzung eines deutschsprachigen Satzes in sein englischsprachiges Äquivalent

Im Browser Google Chrome kann eine automatische Webseiten-Übersetzung durch den Google-Übersetzer aktiviert werden. Für Mozilla Firefox gibt es Browser-Erweiterungen, die den Google Translator nutzen oder darauf aufbauen.[3]

Mobile Geräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Betriebssystem Android existiert seit Anfang 2010 eine App, die SMS-Nachrichten sowie in das Telefon gesprochene Texte übersetzt.[4] Auch für das Betriebssystem iOS hat Google eine App im App Store veröffentlicht.[5][6] Der Google Übersetzer ist auch in Googles Now On Tap integriert.[7]

Zudem lassen sich mit den Mobile Apps einige Sprachen mit der „Sofortübersetzung“ live im Kamerabild übersetzen.[8] Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015 hat Google auch das Sprachenpaar Arabisch und Deutsch zur „Sofortübersetzung“ hinzugefügt.[9]

Um gesprochene Sätze schneller übersetzt und natürlicher klingend wiederzugeben, entstand das experimentelle Translatotron-Modell. Bisher werden gesprochene Sätze aufgezeichnet und in Text umgewandelt. Der Text wird über eine Google-interne Zwischensprache in die Zielsprache übersetzt. Die Ergebnisse wurden an die Sprachausgabe geleitet und dort vorgelesen. Im Translatoron-Schema werden gesprochene Worte auf Audio-Ebene untersucht und ohne Textwandlung übersetzt und in der Zielsprache mit beibehaltenen Stimmen-Merkmalen wiedergegeben. [10]

API[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklern bietet Google eine Programmierschnittstelle (API) kostenpflichtig an, um Übersetzungen in eigene Webseiten- und Angebote zu übernehmen.[11][12]

Einschränkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie an sich bei maschinellen Übersetzungen ist eine präzise Übersetzung nicht immer möglich. Einige Sprachen werden besser übersetzt als andere.[13] Da die Technik auf einer statistischen Übersetzungsmethode beruht, entstehen mitunter seltsame Resultate.[14][15]

Seit Ende 2016 übersetzen neuronale Netzwerken in einigen Sprachen Worte nicht einzeln, sondern satzweise.[16][17]

Missbrauch: Umgehung von Internetsperren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Klicken auf den rechten (blauen) Link kann ein Contentfilter umgangen und YouPorn aufgerufen werden.

Lässt man ganze Webseiten übersetzen, kann ein Contentfilter, der zum Beispiel in Unternehmen den Zugang zu sozialen Netzwerken oder Pornografie verhindern soll, umgangen werden. Da die zu übersetzende Webseite von einem Google-Server verarbeitet und das Resultat in einem Frame innerhalb des Google-Dienstes dargestellt wird, können Inhalte eingesehen werden, zu denen sonst kein Zugang bestünde. Der Filter deutet die Verbindungsanfrage als an Google gehend und akzeptiert sie, da Google-Zugriffe erlaubt werden.[18]

Übersetzer-Community[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte 2014 eröffnete Google die Übersetzer-Community, eine Crowdsourcing-Plattform, die dazu dienen soll die Qualität der automatischen Übersetzungen zu verbessern. So haben Nutzer die Möglichkeit, bestehende Übersetzungen zu korrigieren und neue vorzuschlagen.[19] Im April 2016 hatten laut Angaben von Google bereits 3,5 Millionen Nutzer 90 Millionen Einsendungen vorgenommen.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Google Translate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sprachen. Google, abgerufen am 5. Februar 2017.
  2. Franz Och: Statistical machine translation live. In: Google Research Blog. Google, 28. März 2006, abgerufen am 5. Februar 2017 (englisch).
  3. Suchergebnisse für „Google Translator“, Mozilla Firefox Add-ons, Abruf 17. Oktober 2017
  4. Awaneesh Verma: A new look for Google Translate for Android. Google Translate Blog, 12. Januar 2011, abgerufen am 5. Februar 2017 (englisch).
  5. Google Übersetzer.
  6. googletranslate.blogspot.com: Introducing the Google Translate app for iPhone.
  7. Adi Robertson: Google’s Now on Tap is adding near-instant translation to Android. In: The Verge. Vox Media, 6. Juli 2016, abgerufen am 23. März 2017 (englisch).
  8. Ryan Whitwam: New Google Translate App Includes Word Lens Image Translation And Smarter Conversation Mode. In: androidpolice.com. 14. Januar 2015, abgerufen am 12. August 2016 (englisch).
  9. Jacquelline Fuller: An update on our response to the refugee and migrants crisis. In: Official Google Blog. Google, 13. Oktober 2015, abgerufen am 12. August 2016 (englisch).
  10. Ye Jia, Ron J. Weiss, Wolfgang Macherey et al.: Direct speech-to-speech translation with a sequence-to-sequence model. Google, 12. April 2019, abgerufen am 16. Mai 2019 (englisch).
  11. Spring cleaning for some of our APIs, googlecode.blogspot.com
  12. Google Translate API v2 (Memento vom 14. März 2012 im Internet Archive).
  13. Comparison of online machine translation tool, tcworld.info (Memento vom 10. Februar 2011 im Internet Archive).
  14. Google Translate Tangles With Computer Learning, forbes.com
  15. Google translates „Ivan the Terrible“ as „Abraham Lincoln“. In: google.blognewschannel.com. 10. September 2007, archiviert vom Original am 12. September 2007; abgerufen am 23. März 2017 (englisch).
  16. Derek Walter: Google Translate is tapping into neural networks for smarter language learning. PCWorld, 16. November 2016, abgerufen am 5. Februar 2017 (englisch).
  17. Barak Turovsky: Found in translation: More accurate, fluent sentences in Google Translate. Google, 15. November 2016, abgerufen am 5. Februar 2017 (englisch).
  18. Google-Trick hebelt Internet-Sperre aus. ITespresso am 25. Dezember 2006, abgerufen am 1. September 2018.
  19. Frederic Lardinois: Google Wants To Improve Its Translations Through Crowdsourcing. In: Techcrunch. Abgerufen am 22. August 2017.
  20. Barak Turovsky: Ten years of Google Translate. In: Google Blog. Abgerufen am 22. August 2017.