DeepL

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Der DeepL-Übersetzer ist ein Online-Dienst der DeepL GmbH in Köln zur maschinellen Übersetzung, der am 28. August 2017 online gestellt wurde. Bei seiner Veröffentlichung soll der Dienst eigenen Angaben zufolge in Blindstudien die Angebote der Konkurrenz u. a. von Google, Microsoft und Facebook übertroffen haben.[1][2]

In diesem Zusammenhang änderte das vormals Linguee GmbH genannte Unternehmen seinen Namen zu DeepL GmbH.[3]

Die Nutzung ist kostenfrei. Kommerzielle Kunden können eine kostenpflichtige Programmierschnittstelle verwenden, um DeepL darüber in eigene Software einzubetten. Zusätzlich finanziert sich DeepL über eingeblendete Werbung auf der Schwesterwebsite linguee.com.[4]

Der Dienst verwendet Convolutional Neural Networks (Convnets), die mit der Datenbank von Linguee trainiert wurden. Die Übersetzung wird mittels eines Supercomputers erzeugt, der 5,1 Petaflops erreicht und mit günstiger Wasserkraft auf Island betrieben wird.[5] Convnets sind für lange zusammenhängende Wortfolgen grundsätzlich etwas besser geeignet, wurden von der Konkurrenz jedoch aufgrund ihrer Schwächen bislang zugunsten von rekurrenten neuronalen Netzen nicht verwendet. Die Schwächen werden bei DeepL mit teilweise öffentlich bekannten[6] zusätzlichen Kunstgriffen aufgefangen.[7]

Der seit März 2018 zur Verfügung stehende kostenpflichtige Aboservice DeepL Pro für professionelle Übersetzer, Firmen und Entwickler besitzt eine Programmierschnittstelle und ein Software-Plugin für CAT-Tools, darunter SDL Trados Studio. Übersetzte Texte werden im Gegensatz zur kostenlosen Version nicht gespeichert, die Beschränkung der Textlänge im Eingabefeld auf 5000 Zeichen fällt weg. Das Preismodell sieht eine monatliche Grundgebühr vor, die eine festgelegte Textmenge beinhaltet. Darüber hinausgehende Texte werden nach der Anzahl der Zeichen berechnet.[8] Im Oktober 2018 wurde das Preismodell überarbeitet, so dass statt nur eines Zahlungsmodells verschiedene Optionen zur Wahl stehen.[9]

Auch Word-Dokumente im .docx-Format sowie PowerPoint-Präsentationen (.pptx) werden übersetzt. Fußnoten, Formatierungen und eingebettete Bilder bleiben dabei erhalten.[10]

Übersetzt werden die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch und Russisch jeweils in beide Richtungen.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pina Merkert: Maschinelle Übersetzer: DeepL macht Google Translate Konkurrenz. In: Heise online. Verlag Heinz Heise, 29. August 2017, abgerufen am 30. August 2017.
  2. Anna Gröhn: Online-Übersetzer im Vergleich: „Ich will den Hals langsam atmen“. In: Spiegel Online. 17. September 2017, abgerufen am 27. Januar 2018.
  3. Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 7. September 2018.
  4. Ben Schwan: Maschinelles Übersetzen: Deutsches Start-up DeepL will 230 Sprachkombinationen unterstützen. In: heise online. Heise, 2. Oktober 2017, abgerufen am 17. Januar 2018.
  5. Ben Schwan: Maschinenintelligenz: Der Besserübersetzer. In: Technology Review. 31. August 2017, abgerufen am 27. Januar 2018.
  6. Dzmitry Bahdanau, Kyunghyun Cho, Yoshua Bengio: Neural Machine Translation by Jointly Learning to Align and Translate. In: arXiv. 1. September 2014, arxiv:1409.0473.
  7. Devin Coldewey: DeepL schools other online translators with clever machine learning. In: TechCrunch. 29. August 2017, abgerufen am 27. Januar 2018.
  8. Daniel Berger: DeepL Pro: Neuer Aboservice für Profi-Übersetzer, Firmen und Entwickler. In: Heise online. Verlag Heinz Heise, 20. März 2018, abgerufen am 20. März 2018.
  9. DeepL: Die neuen DeepL Pro-Preismodelle: Kostenlos testen, günstigere Preise, Team-Accounts. 11. Oktober 2018, abgerufen am 20. Oktober 2018.
  10. DeepL: Übersetze Dokumente mit DeepL. 18. Juli 2018, abgerufen am 18. Juli 2018.
  11. Natalia Smolentceva: DeepL: Cologne-based startup outperforms Google Translate. In: dw.com. Deutsche Welle, 5. Dezember 2018, abgerufen am 6. Dezember 2018 (englisch).