Gregor Luthe

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Gregor Luthe (* 19. Oktober 1970 in Epe) ist ein deutscher Chemiker, Toxikologe, Nanotechnologe, Erfinder und Unternehmer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gregor Luthe wurde als einziger Sohn von Ewald Luthe und Käthe Luthe, geb. Böcker, geboren. Sein Vater war Maurer und später Hafner, seine Mutter arbeitete als Spinnerin. 1986 begann er mit dem Abitur am Missionsgymnasium St. Antonius in Bardel bei Bad Bentheim.

Von 1990 bis 1995 studierte er Chemie, Biologie und Physik an der Universität Münster, wo er sich auf fluorierte Analoga der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen spezialisierte. Sein Studium schloss er mit dem Diplom ab.[1] Im Jahr 2002 promovierte er an der Freien Universität Amsterdam. Ab 1996 war er auch als Dozent für die Saxion University of Applied Sciences in Enschede tätig. Als Marie-Curie-Stipendiat des Europarates ging Luthe nach Trondheim (Norwegen), wo er an der NTNU forschte, sowie in der freien Wirtschaft als Technischer Direktor und Teilhaber des Unternehmens Chiron tätig war. 2005 ging er als Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung[2] zum Studium der Toxikologie an die University of Iowa in den USA, an welcher er bis heute (Stand 2016) als Gastprofessor Doktoranden betreut.[3]

Nach wenigen Monaten als Dozent an der Universität von Hawaii in Hilo ging er zurück nach Europa, wo er in den Niederlanden eine Position als Dozent an der Saxion University of Applied Sciences in Enschede annahm. Von 2007 bis 2008 arbeitete Luthe zudem als Dozent an der Jacobs University Bremen. 2010 gründete Gregor Luthe die Firma Windplussonne GmbH.

Am 1. Februar 2012 wurde Gregor Luthe von der Saxion in Enschede zum Leiter des Lehrstuhls Nanotechnology (NanoBioInterface) berufen.[4][5] Der Lehrstuhl befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung von Techniken zur Herstellung von NanoBio-Schnittstellen, die wesentlich für medizinische, biologische, toxikologische und chemische Anwendungen sind, z. B. Lab-on-a-Chip-Geräte.

Er untersuchte die Toxikologie von PCB und PBDE.

Mitte Januar 2014 organisierte Luthe mit Hilfe der „Alumni Nanotechnology Saxion“ (A.N.S), der Saxion University of Applied Sciences, den Instituten MESA+ (Institut für Nanotechnologie, Universität Twente) und CeNTech (Universität Münster) unter der Schirmherrschaft der Euregio in Enschede die Euregional Conference of Applied Nanotechnology (ECAN 2014).[6]

2014 gründete Gregor Luthe mit einem ehemaligen Studenten die Firma Smart Material Printing, die sich mit dem Erstellen von Materialien für die 3D-Drucktechnologie und antibakteriellen Oberflächen befasst.

Im September 2014 war Gregor Luthe am Start der Kooperation zwischen der Universität Twente und der Saxion University of Applied Sciences beteiligt, die nicht nur die gemeinsame Forschung im Bereich Nanotechnologie, sondern auch das erste niederländische Masterstudium für Nanotechnologie vorantreiben soll.[7]

2014 gründete Gregor Luthe mit Silke Schäfers die Firma Nanobay – NB GmbH. Im Februar 2015 verließ Gregor Luthe seinen Lehrstuhl für Nanotechnologie bei der Saxion in Enschede, um sich auf die Leitung seiner Firmen zu konzentrieren.[8]

Auszeichnungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Marie Curie Stipendium des Europarates
  • 2005: Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung [9]
  • 2007: Auslandstutor der Gesellschaft Deutscher Chemiker für die Niederlande
  • 2013: Gewählt von der niederländischen Zeitschrift ScienceGuide unter die 15 inspirierensten Professoren der Niederlande [10]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als westdeutscher Jugendlicher reiste Gregor Luthe zwei Wochen vor dem Mauerfall in die DDR. Den 9. November 1989 erlebte Luthe im STASI-Verhör.[12] Von den Ereignissen dieses Tages erfuhr er erst am Tag seiner Freilassung, dem folgenden Morgen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Former Diploma and Master Students :: Current Group-Alumni. Uni Münster, Research Group of Prof. Dr. Jan Andersson, abgerufen am 23. August 2015 (englisch).
  2. Humboldt Netzwerk, Abfrage-Details: Gregor Luthe. Alexander von Humboldt-Stiftung/Foundation, abgerufen am 17. August 2015.
  3. Gregor Luthe. The University of Iowa, abgerufen am 10. August 2015 (englisch).
  4. Biography Gregor Luthe. Saxion University of Applied Sciences, archiviert vom Original am 25. Juni 2014, abgerufen am 15. November 2016 (englisch).
  5. Eerste nano-lectoraat in Nederland. ScienceGuide.nl, 10. Februar 2012, abgerufen am 10. August 2015 (niederländisch).
  6. Martin Brock: Konferenz in Enschede: Auf dem Weg ins Nanozeitalter. Westfälische Nachrichten, 15. Januar 2014, abgerufen am 20. Oktober 2016 (deutsch).
  7. Saxion and University of Twente join forces in nano research. University of Twente, 19. September 2014, abgerufen am 20. Oktober 2016 (englisch).
  8. Vertrek lector Gregor Luthe. Saxion University of Applied Sciences, 16. Februar 2012, abgerufen am 18. Oktober 2016 (niederländisch).
  9. Humboldt Netzwerk, Abfrage-Details: Dr. Gregor Luthe. Alexander von Humboldt-Stiftung/Foundation, abgerufen am 17. August 2015.
  10. Gregor Luthe: meest inspirerende docent van Nederland. Saxion University of Applied Sciences, 5. März 2013, abgerufen am 15. November 2016 (niederländisch).
  11. Former Diploma and Master Students: Current Group-Alumni. Uni Münster, Research Group of Prof. Dr. Jan Andersson, abgerufen am 23. August 2015 (englisch).
  12. Gregor Luthe: Alles war kopflos. ScienceGuide.nl, abgerufen am 23. August 2015 (deutsch/niederländisch).