Großes Hexenkraut

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Großes Hexenkraut
Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana)

Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Hexenkräuter (Circaea)
Art: Großes Hexenkraut
Wissenschaftlicher Name
Circaea lutetiana
L.

Das Große Hexenkraut (Circaea lutetiana), auch Gewöhnliches Hexenkraut oder Gemeines Hexenkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hexenkräuter (Circaea) in der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration (Farbe der Blütenblätter sollte weiß sein)
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blüten im Detail
Habitus, Laubblätter und Blütenstand

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Hexenkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60, selten bis 75 Zentimetern. Am Rhizom finden sich hinfällige Niederblätter, sowie in 10 bis 20 Zentimeter Tiefe kräftige, am Ende verdickte Ausläufer. Der aufrechte Stängel ist mit weichen Haaren besetzt.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ungeflügelt. Die einfache Blattspreite ist herz- bis eiförmig mit keilförmigen Spreitengrund, geschweift gezähnt, mattgrün, zumeist kahl, aber vor allem auf den Nerven flaumig behaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tragblätter fehlen am traubigen Blütenstand. Die Blüten sind weiß. Die zwei Kronblätter sind unverwachsen, mit 2 bis 3 Millimetern Länge eben so lang wie der drüsige Kelch, tief gekerbt und undeutlich genagelt. Es gibt zwei Staubblätter. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die Narbe ist zweilappig.

Die relativ kleine, verkehrt-eiförmige, zweifächrige Frucht ist eine mit borstigen Widerhaken versehene Achäne (Klettfrucht) und enthält je zwei Samen.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 22 vor.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Hexenkraut ist ein Rhizom-Geophyt. Die Vegetative Vermehrung ist lebhaft und erfolgt durch nicht sehr tief liegende, am Ende verdickte Ausläufer (Rhizome). Im Winter ist die Verbindung zur Mutterpflanze bereits gekappt und die verdickten Ausläuferenden sind isoliert. Dadurch wirkt die Pflanze scheinbar einjährig.

Blütenökologisch handelt es sich um homogame „Nektar führende Scheibenblumen“. Als Bestäuber fungieren vor allem Schwebfliegen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Es erfolgt Klettausbreitung.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Hexenkraut ist in Europa bis Mittelasien und Sibirien beheimatet und kommt auch in Nordafrika vor.[2] Es siedelt in Wäldern auch in tiefem Schatten und schätzt feuchte und stickstoffhaltige Lehmböden. Es ist in Mitteleuropa eine schwache Kennart des Verbands Alno-Ulmion und kommt auch in anderen Gesellschaften der Ordnung Fagetalia oder des Verbands Alliarion vor.[1] Sie ist ungefährdet und in Deutschland nicht geschützt.

circaea lutetiana subsp. canadensis

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann folgende Unterarten unterscheiden:

  • Circaea lutetiana subsp. canadensis (L.) Asch. & Magnus (Syn.: Circaea canadensis (L.) Hill): Sie kommt im östlichen Nordamerika vor.[3]
  • Circaea lutetiana subsp. lutetiana: Sie kommt in Eurasien und Nordafrika vor.
  • Circaea lutetiana subsp. quadrisulcata (Maxim.) Asch. & Magnus (Syn.: Circaea quadrisulcata (Maxim.) Franch. & Sav., Circaea canadensis subsp. quadrisulcata (Maxim.) Boufford): Sie kommt von Osteuropa bis Ostasien[3] und stellenweise auch in Mitteleuropa (Kärnten, Osttirol) vor.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selten wird das Große Hexenkraut als Zierpflanze in Gärten verwendet, eine ausgelesene Sorte ist ‘Caveat Emptor’, deren Laubblätter stark rosa gefleckt sind.

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Große Hexenkraut bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bäschkläten (Siebenbürgen), Hexenkraut (Bern, Mecklenburg, Göttingen), St. Stephanskraut (Schlesien) und Waldkletten.[4]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 690.
  2. Circaea im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 28. Mai 2017.
  3. a b Jiarui Chen, David E. Boufford: Onagraceae.: Circaea Linnaeus – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 13: Clusiaceae through Araliaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-59-7.
  4. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 101. (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien