Großes Hexenkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Großes Hexenkraut
Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana)

Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Hexenkräuter (Circaea)
Art: Großes Hexenkraut
Wissenschaftlicher Name
Circaea lutetiana
L.

Das Große Hexenkraut (Circaea lutetiana), auch Gewöhnliches Hexenkraut oder Gemeines Hexenkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hexenkräuter (Circaea) in der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration
Ausschnitt eines Blütenstandes mit Blüten im Detail
Habitus, Laubblätter und Blütenstand

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Hexenkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60, selten bis 75 Zentimetern. Am Rhizom finden sich hinfällige Niederblätter, sowie in 10 bis 20 Zentimeter Tiefe kräftige, am Ende verdickte Ausläufer. Der aufrechte Stängel ist mit weichen Haaren besetzt.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ungeflügelt. Die einfache Blattspreite ist herz- bis eiförmig mit keilförmigen Spreitengrund, geschweift gezähnt, mattgrün, zumeist kahl, aber vor allem auf den Nerven flaumig behaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tragblätter fehlen am traubigen Blütenstand. Die Blüten sind weiß. Die zwei Kronblätter sind unverwachsen, mit 2 bis 3 Millimetern Länge eben so lang wie der drüsige Kelch, tief gekerbt und undeutlich genagelt. Es gibt zwei Staubblätter. Der Fruchtknoten ist unterständig. Die Narbe ist zweilappig.

Die relativ kleine, verkehrt-eiförmige, zweifächrige Frucht ist eine mit borstigen Widerhaken versehene Achäne (Klettfrucht) und enthält je zwei Samen.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 22 vor.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Hexenkraut ist ein Rhizom-Geophyt. Die Vegetative Vermehrung ist lebhaft und erfolgt durch nicht sehr tief liegende, am Ende verdickte Ausläufer (Rhizome). Im Winter ist die Verbindung zur Mutterpflanze bereits gekappt und die verdickten Ausläuferenden sind isoliert. Dadurch wirkt die Pflanze scheinbar einjährig.

Blütenökologisch handelt es sich um homogame „Nektar führende Scheibenblumen“. Als Bestäuber fungieren vor allem Schwebfliegen. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Es erfolgt Klettausbreitung.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Große Hexenkraut ist in Europa bis Mittelasien und Sibirien beheimatet. Sie siedelt in Wäldern auch in tiefem Schatten und schätzt feuchte und stickstoffhaltige Lehmböden. Sie ist Kennart des Verbandes Alno-Ulmion. Sie ist ungefährdet und in Deutschland nicht geschützt.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selten wird das Große Hexenkraut als Zierpflanze in Gärten verwendet, eine ausgelesene Sorte ist ‘Caveat Emptor’, deren Laubblätter stark rosa gefleckt sind.

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Große Hexenkraut bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bäschkläten (Siebenbürgen), Hexenkraut (Bern, Mecklenburg, Göttingen), St. Stephanskraut (Schlesien) und Waldkletten.[1]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 101. (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien