Gronau (Bad Vilbel)

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Koordinaten: 50° 11′ 36″ N, 8° 46′ 50″ O

Gronau
Wappen von Gronau
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 7,05 km²[1]
Einwohner: 2762 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 392 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 61118
Vorwahl: 06101

Gronau ist ein Stadtteil von Bad Vilbel im Wetteraukreis in Hessen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gronau liegt 2,5 km nordöstlich von Bad Vilbel in einer Höhe von 115 m über NN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Jungsteinzeit siedelten hier Bandkeramiker, einige Funde weisen eine Besiedlung aus römischer Zeit nach. In der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus siedelten die Franken in Gronau.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Dorfes als Gronowe in Nitachgowe (Gronau im Niddagau) erfolgte anlässlich einer Schenkung an das Reichskloster Lorsch 786. Der Ort wurde um 1255 dem Amt Bornheimerberg zugeordnet. 1320 verpfändete König Ludwig IV. das Amt Bornheimerberg an Ulrich II. von Hanau, so dass Gronau zunächst zur Herrschaft Hanau, später zur Grafschaft Hanau-Münzenberg gehörte.

Eine Pfarrkirche bestand seit mindestens 1332. Das Patronat über die zugehörige Pfarrstelle lag zunächst beim Marienstift Lich, nach der Reformation beim Fürsten von Solms zu Lich. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat der Peterskirche in Mainz.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Gronau unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[2]

  • Gronowe (786)
  • Guonowa (855)
  • Grunouwe (1305)
  • Gronauwe (1340)
  • Groenaw (1385)
  • Großgronau (18. Jahrhundert)

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts vollzog die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch das Dorf Gronau die Reformation zunächst nach lutherischem Vorbild. 1597 setzte Graf Philipp Ludwig II. eine zweite Reformation zugunsten des reformierten Bekenntnisses durch.

Evangelische Kirche Gronau, erbaut 1718/19

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., erbten die Landgrafen von Hessen-Kassel die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel wurde 1803 das Kurfürstentum Hessen. Vorübergehend gehörte Gronau in napoleonischer Zeit zunächst 1806 bis 1810 zum Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Bergen, dann 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, bevor es wieder kurhessisch wurde. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, gehörte Gronau zum Landkreis Hanau. Das Kurfürstentum unterlag als Verbündeter Österreichs 1866 im Preußisch-Österreichischen Krieg dem Königreich Preußen. Dieses annektierte daraufhin Kurhessen und damit auch Gronau. Ab 1867 gehörte Gronau nun zur Preußischen Provinz Hessen-Nassau, dem Regierungsbezirk Kassel, verblieb aber im Landkreis Hanau. Am 1. Juli 1971 wurde Gronau im Zuge der hessischen Gemeindegebietsreform nach Bad Vilbel eingemeindet.[3] Es gehörte damit zunächst zum Landkreis Friedberg, ab dem 1. August 1972 zum Wetteraukreis.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[2]

  • 1632: 28 Haushaltungen
  • 1663: 325 Einwohner in 45 Häusern
  • 1753: 35 Haushaltungen mit 164 Personen
  • 1820: 0360 Einwohner
  • 1895: 0369 Einwohner
  • 1905: 0534 Einwohner
  • 1939: 0534 Einwohner
  • 1961: 0802 Einwohner
  • 1970: 1261 Einwohner
  • 2012: 2653 Einwohner[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat Gronau setzt sich aktuell aus neun Mitgliedern wie folgt zusammen:

Der Ortsvorsteher ist Herr Karl Peter Schäfer (CDU)

Kommunalwahlen Ortsbeirat Gronau[5] %
2016
%
2011
%
2006
%
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 51,0 51,6 60,37 61,3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,6 34,5 28,07 25,0
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 18,2
FDP Freie Demokratische Partei 13,1 13,9 11,56 13,9

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Wappen sind zwei Flüsse abgebildet, die Nidder und die Nidda. Beide fließen in Gronau zusammen und unter dem Namen Nidda weiter bis zur Mündung in den Main in Frankfurt-Höchst.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV-Gronau.de Fußball, Volleyball, Freizeit Karate, Kinderturnen und Gesundheitssport
  • Rasse Geflügelzuchtverein 1921 Gronau
  • Freiwillige Feuerwehr Gronau (gegründet 1929)
  • Angelsportverein Frühauf Gronau 32/82 e.V. (gegründet 1932)
  • Gronauer Kerbeburschen (gegründet 1966)
  • Kleingartenverein Bad Vilbel-Gronau e.V. (gegründet 1980)
  • Tennisclub TC 84 Gronau e.V. (gegründet 1984)
  • Förder- und Betreuungsverein der Stadtschule Gronau e.V.
  • BogenSportclub Gronau e.V.

Sohn der Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Standortfaktoren der Stadt Bad Vilbel, abgerufen im April 2016.
  2. a b Gronau, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 22. Dezember 2014)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 360.
  4. Stadt Gronau
  5. http://www.bad-vilbel.de/de/politik/wahlen/wahlergebnisse-seit-1946

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]