Guarapari

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Guarapari
Koordinaten: 20° 39′ S, 40° 31′ W
Karte: Espírito Santo
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Guarapari
Guarapari auf der Karte von Espírito Santo
Basisdaten
Staat Brasilien Brasilien
Bundesstaat Espírito Santo Espírito Santo
Stadtgründung 1679
Einwohner 105.286 (2010)
Stadtinsignien
Brasao-guarapari.jpg
BandeiraGuarapari.jpg
Detaildaten
Fläche 592,231
Bevölkerungsdichte 177,78 Ew./km2
Höhe 15 m
Zeitzone UTC−3
Stadtvorsitz Edson Magalhães (PPS)
Website guarapari.es.gov.br www.guarapari.es.gov.br/ guarapari.es.gov.br
Guarapari bei Nacht (2006)
Guarapari bei Nacht (2006)

Guarapari ist eine brasilianische Küstenstadt im Bundesstaat Espírito Santo mit rund 105.000 Einwohnern auf einer Fläche von 592 km². Guarapari ist als Badeort und als Reiseziel für Taucher bekannt. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Naturreservat Setiba, welches für die lokale Schildkröten- und Vogelpopulation wichtig ist.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Guarapari

Guarapari liegt etwa 50 Kilometer südlich von Vitória, der Hauptstadt des Bundesstaates. Von Rio de Janeiro ist sie rund 500 Kilometer nordöstlich entfernt.

In der Umgebung liegen die Badeorte Ubu, Castelhanos, Anchieta, Irirí, Marataízes und Meaípe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Bau einer Kapelle zu Ehren von Santa Ana durch jesuitische Missionare um José de Anchieta im Jahr 1585 existiert dort die Ansiedlung Aldeia de Santa Maria de Guaraparim. Guarapari wurde 1679 zum Ort, 1891 zur Stadt.

In den 1930er-Jahren begann der Tourismus. In den 1990er-Jahren hat die Stadt sich durch den Tourismus sehr verändert, Hochhäuser bestimmen heute das Bild.

Natürliche Radioaktivität der Strände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außergewöhnlich ist die hohe natürliche Radioaktivität der Strände, eine der höchsten natürlichen Strahlenbelastungen weltweit. Sie wird durch den dort vorkommenden thoriumhaltigen schwarzen Monazitsand verursacht. Die Energiedosisleistung beträgt in der Stadt etwa 0,1 bis 0,4 μGy/h,[1] entsprechend 0,9 bis 3,5 mGy pro Jahr, wobei an Stränden Hotspots mit Werten bis zu 15,0 μGy/h in Guarapari und bis zu 32 μGy/h im benachbarten Meiape gemessen wurden. An einigen Orten des Strandes sind dabei Werte messbar, die jene überschreiten, welche nach dem Kernunfall von Fukushima 2011 zur Evakuierung der betroffenen Gegend geführt haben.[2][3]

Trotz oder vielmehr wegen dieser hohen Strahlenbelastung trägt die Stadt den Beinamen cidade saude, übersetzt: Stadt der Gesundheit. Dem Aufenthalt an den radioaktiven Stränden wird eine heilende Wirkung (Hormesis) nachgesagt.

Thorium als Alphastrahler (und auch chemisch giftiges Schwermetall) ist dabei besonders „wirksam“, wenn es inkorporiert, also verschluckt, eingeatmet oder dergleichen wird. Gammastrahlen, welche in der Lage sind, auch dicke Abschirmung (teilweise) zu durchdringen, werden in der Zerfallsreihe von Thorium-232 von dessen Tochternukliden freigesetzt. Diese befinden sich mengenmäßig im Gleichgewicht mit Thorium entsprechend der jeweiligen Halbwertszeit und werden in derselben Rate nachgebildet, in der sie zerstört werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. External Exposure Rates from Terrestrial Radiation at Guarapari and Meaipe in Brazil
  2. https://world-nuclear.org/information-library/safety-and-security/safety-of-plants/appendices/fukushima-radiation-exposure.aspx
  3. S. Sutou: A message to Fukushima: nothing to fear but fear itself. In: Genes and environment : the official journal of the Japanese Environmental Mutagen Society. Band 38, 2016, S. 12, doi:10.1186/s41021-016-0039-7, PMID 27350831, PMC 4918197 (freier Volltext).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Guarapari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien